Facebook ist …

Facebook ist …

böse, schlecht, nervig, langweilig, und und und. Ich habe es satt. Überall hört man, wie schlecht oder nervig oder doof Facebook ist. Was mal als Social Network für Studenten begonnen hat, ist nun zu etwas geworden, über das sich gefühlt jeder aufregt. Der Datenkrake, der einen nur ausspionieren will und auch noch dazu zwingt Klarnamen zu verwenden!

Und dann, eigentlich schon seit dem Börsengang, kommt diese unverschämte künstliche Verknappung der Reichweite, die im Oktober 2012 in vielen Blogs thematisiert wurde. Zu dem Thema hat Thomas Hutter auch etwas geschrieben, und zwar etwas gutes und richtiges, wie ich finde. Der Edge Rank ist notwendig und gar nicht so böse, wie wir glauben. Nun habe ich mit meinen Arbeitskollegen im Dezember einen weiteren drastischen Einbruch der Reichweite für viele Facebook Seiten bemerkt. Mein „digitaler Chef“ Luebue hat das einmal auf der Agentur-Seite zusammengefasst und dann im eigenen Blog noch einmal genauer erläutert, da es anscheinend viel Diskussionsbedarf dazu gab. Dazu könnt ihr euch aber auch noch ein Interview bei LEAD digital durchlesen.

Ich denke, das meiste ist hierzu gesagt und ich muss das nicht alles wiederholen. Darum nur in Kürze, meine Meinung: Ja, der Algorithmus von Facebook funktioniert. Ja, dadurch wird die Reichweite reduziert. Ja, da gibt es für viele Community Manager und Admins spätestens jetzt Handlungsbedarf. Nein, dies geschieht nicht nur, weil Facebook mehr Geld via Werbung einnehmen möchte. Nein, das ist nicht grundsätzlich neu, allein die Deutlichkeit der Konsequenzen ist gestiegen.

Also, anstatt gegen den Algorithmus und Facebook zu wettern, hört lieber auf, Katzenbildchen zu posten und bringt Beiträge, die für eure Community relevant sind und sie womöglich dazu animieren, zu diskutieren!

Graph Search ist…

Der zweite Punkt, der spätestens im Laufe des Tages durchdiskutiert wird, ist die auf der gestrigen Pressekonferenz von Facebook präsentierte „Graph Search“. Facebook hat eine ganz neue Suche vorgestellt, hier findet ihr die Pressemitteilung von Facebook dazu. In dem wirklich lesenswerten Beitrag von Martin (ich verlinke ihn gerne nochmal, für die, die ihn zwei Sätze vorher nicht bemerkt haben) empfiehlt er allen, die keine Zeit haben, sich die Vielfalt an Beiträgen zu dem Thema durchzulesen, diese eine Analyse und Meinung dazu durchzulesen: Die von John Batelle.

Was ich in Deutschland erwarte ist, wie immer, eine typische „Zurückhaltung der Begeisterung“, was dieses neue Angebot angeht. Weiterhin wird es eine Privatsphäre- und Datenschutzdiskussion dazu geben. Ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass Facebook selbst immer wieder betonte, dass die Graph Search nur die Daten aufgreift, die dem einzelnen Nutzer sowieso zugänglich sind. Und in diesem Satz verbirgt sich weit mehr, als nur der Hinweis auf Datenschutz!

Die Graph Search ist nämlich in sofern interessant, als dass das Suchergebnis für jeden Nutzer anders sein wird! Wenn ich nach Restaurants in Paris suche, die meine Freunde gut finden, erhalte ich ein ganz anderes Ergebnis, als mein Kollege, der ja ganz andere Freunde hat. Klar, es wird immer Schnittmengen geben, aber hier werden die Suchergebnisse auf Basis meine Social Graphs herausgegeben! Ich finde das sehr sehr spannend und freue mich schon darauf, das zu testen!

Aber zurück zum eigentlichen: Als ich gestern die Präsentation via Liveblog verfolgte, war ich bereits ziemlich beeindruckt, was da passiert. Aber leider gibt es bereits Beispiele, die auch die Schattenseiten Folgen des Graph Search aufzeigt. Die Leute werden auf die eine, oder andere Art merken, was sie mit der Welt, oder ihren „Freunden“ teilen. Es ist nicht neu, dass jeder mal seine Privatsphäre-Einstellungen checken sollte. Und keiner wird automatisch Fan von dubiosen Seiten. Wir alle posten selbst unsere Beiträge (also in den meisten Fällen). Also bitte, bitte, tut mir zwei Gefallen: Jammert nicht schon wieder rum! Und denkt verdammtnochmal nach, was ihr macht! Im Netz und auch jenseits davon.

Schreibfehler und Inkonsistenzen in meinem Denken schreibe ich der Uhrzeit und dem Mangel an Kaffee zu!

Was ist guter Journalismus und wer bestimmt das?

Seit dem 25. Januar wehrt sich die ägyptische Bevölkerung gegen das Regime von Hosni Mubarak. Mit Aufständen im Jemen folgt Ägypten den Aufständen in Tunesien. Ein Ereignis, dass nicht nur die arabische Welt, sondern überall für gravierende Veränderungen sorgen wird. BBC, CNN und Al Jazeera berichten umfassend darüber. Al Jazeera seit dem 25. Januar fast ununterbrochen, auch dann noch, als ihr Büro in Kairo gesperrt wurde und allen Journalisten in Ägypten ihre Akkreditierung entzogen wurde.

Und was ist in Deutschland derweil im Fernsehen? Kurze Meldungen hier und dort weisen auf Unruhen in Kairo hin. Die Printmedien berichten auf Titelseiten, wenn auch nicht immer als Titelstory (Da musste teilweise der Dschungelkönig hin). Immerhin. Woher erhalten Menschen in Deutschland ihre Informationen über das Vorgehen in Ägypten? Aus dem Internet. Livestreams von BBC und Al Jazeera sind lange Zeit die einzige Informationsquelle mit Bewegtbildern, neben Videos von YouTube.

Woran das liegt weiß ich auch nicht. Es ist ja nicht so als wären keine Korrespondenten deutscher Nachrichtensender in Ägypten vor Ort. Aber neben einem Dschungelkönig und einer Lena für Deutschland scheint einfach keine Zeit oder kein Bedarf an umfassenden Berichterstattungen im deutschen Fernsehen vorhanden zu sein. Sehr zum Missfallen der Online-Community. Das deutsche Fernsehen versagt kläglich.

Nun gibt es da einen aus der Online-Community, Richard Gutjahr, der zufällig auch Journalist ist und spontan beschlossen hat aus Tel Aviv ins 150km entfernte Kairo zu fliegen. Warum? Auch er war von der Berichterstattung im deutschen TV enttäuscht und er wollte direkt vor Ort sein und von dort berichten. Genauer wird das in dem Meedia Interview beschrieben. Seine Berichte aus Kairo zeigen ein anderes Bild als die Fernsehberichte, weil er die Zeit hat sich mit den Menschen dort zu unterhalten und keine Kamera auf sie richtet. Dafür erhält Gutjahr viel Unterstützung von verschiedenen Seiten, die ich nur unterstreichen kann. Aber auch Kritik wird geübt. Als Selbstdarsteller wird Gutjahr bezeichnet und bei Twitter werden seine Tweets als inhaltslos und sinnlos bezeichnet. Manche beschimpfen ihn sogar als Abschaum und Kriegstouristen. Ich denke er macht seinen Job und den macht er gut. Kein Grund ihn zu beschimpfen oder niederzumachen, aber ebenso kein Grund ihn jetzt auf ein Podest zu stellen.

Was die Aktion von Gutjahr aber auf jeden Fall, neben der Berichte, Bilder und Videos aus Kairo, bewirkt haben ist eine Diskussion über den neuen Journalisten. Viele merkten plötzlich, das „der Blogger“ Gutjahr nicht nur Apple-Fanboy ist, sondern ein „echter Journalist“ ist. Was ist ein „guter“ Journalist eigentlich? Und wer bestimmt wer ein guter Journalist ist? Dürfen Blogger sich auch Journalisten nennen? Dürfen Journalisten bloggen oder sind sie dann keine „guten Journalisten“ mehr?

Viele Fragen halte ich für ziemlich unsinnig. Viele vermissen seit längerem den „guten Journalismus“ oder auch Qualitätsjournalismus nicht nur in Deutschland. Die Gesellschaft ist immer stärker Online und sucht dort auch ihre Informationen. Ich glaube nicht das der klassische Journalismus ersetzt wird oder werden sollte, aber man darf sich der neuen Form des Journalismus nicht versperren. Eine begrüßenswerte Entwicklung ist da die Forderung der Menschenrechtsorganisation Article 19 , die fordern, dass Blogger, die sich dem Codex der Journalisten verschreiben auch den Schutz der Journalisten genießen sollen. Ich sage nicht, dass die Online-Journalisten besser oder schlechter sind als die „klassischen“ Journalisten, oder umgedreht. Es gibt in jedem Medium bessere und schlechtere, sorgfältigere und weniger sorgfältige Journalisten. Ich bin in keiner Position das zu bewerten. Ich hoffe hier nur ein paar Fragen anzustoßen.

Was ist guter Journalismus? Und wer bestimmt das?

Was ist los mit den deutschen Medien? – Ein Antwortpost auf Jormason

Dies ist ein Antwortbeitrag auf den lesenswerten Beitrag von Jörn Hendrik (@Jormason) zum 25. Januar und den Geschehnissen in Ägypten. Auf Grund der Länge hier als eigener Blogbeitrag.

Jörn, ich finde dein Beitrag sehr gut. Und ich bin mir sicher er spiegelt das wieder, was viele Online-Menschen in Deutschland spüren. Irgend etwas stimmt gerade nicht mit der deutschen (klassischen) Medienwelt. Ich habe mir heute 3h lang NTV/N24 angesehen und simultan den Live-Stream von Al Jazeera (engl.) laufen lassen. Der Unterschied ist einfach zu krass um es wirklich zu beschreiben.Al Jazeera und auch BBC berichten fast durchgehend über Ägypten. Al Jazeera sogar fast ohne Werbeunterbrechungen. Sie schalten zu Korrespondenten, die zu ihrem eigenen Schutz nicht namentlich genannt werden, weil alle Al Jazeera Journalisten ihren Status als Journalist verloren haben! Währenddessen wird auf N24 eine Doku über Rommel, den Wüstenfuchs gezeigt und NTV bringt eine Doku über „Wir Deutschen 1945 bis heute“. Ab und an läuft etwas durch den Ticker. That’s it.

 
Was dort in der arabischen Welt passiert ist etwas unglaubliches. Tunesien, Jemen und Agypten durchleben gerade eine Veränderung von der die Welt noch lange etwas spüren wird, da bin ich mir sicher. Die Printmedien machen das in ihren Grenzen schon viel besser. Ich finde den Beitrag der taz hier sehr lesenswert.

 
Was dort passiert, geht die ganze Welt etwas an. Ich erinnere mich noch sehr gut an den 11. September 2001 und welche Bilder dort tagelang (!) im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Und ich denke mir nur, wo sind jetzt die Bilder des Geschehens? Warum wird jetzt nicht darüber berichtet? Richard Gutjahr und viele andere Korrespondenten befinden sich in Ägypten, wie du auch geschrieben hast. Aber sie benötigen auch Sendezeit. Ich fordere die Nachrichtensender auf: Informiert Deutschland über die Geschehnisse und vergeudet die Sendezeit nicht mit der x-ten Wiederholung einer langweiligen Dokumentation!

Zuletzt ein Video, dass mir sehr gezeigt hat, was es für die Menschen bedeutet sich von dem Regime zu befreien:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=7hBV0ApIh_4]

Das Samsung Galaxy Tab – Erste Eindrücke

Gestern endlich erhielt ich mein neues „Handy“. Nun Handy sollte in diesem Zusammenhang vielleicht nicht als Begriff benutzt werden. Sagen wir Mobilgerät. Nachdem ich zunächst ein HTC Desire HD vorbestellt hatte, habe ich mich auf Grund der langen Lieferzeiten (bei Amazon immer noch nicht lieferbar) für das Samsung Galaxy Tab entschieden. Im Gegensatz zum 4.3″ „kleinen“ Desire HD ist das Galaxy Tab mit einer Diagonale von 7″ um einiges größer. Und es kostet auch mehr. Es ist sogar teurer als so manches iPad. Warum also für ein kleineres Gerät als das iPad mehr Geld ausgeben? Die Antwort ist einfach: Ich kann damit telefonieren und es läuft mit Android 2.2.

Nun hatte ich (theoretisch) 24h Zeit, mich mit dem Gerät auseinander zu setzen. Und hierbei sind mir viele positive Aspekte an dem Gerät aufgefallen, aber auch 2-3 grobe Missstände.

Positiv ist das Display, mit einer höheren Pixeldichte als beim iPad ist es sehr klar, einzig die schnell auftretenden Spuren der Fingerbewegungen stören. Dafür ist es jedoch hell genug auch durch den Schlierenfilm hindurchzuscheinen. Da ich kein Techie bin erspare ich euch die technischen Angaben und Vor- und Nachteile zu dem einen oder anderem Gerät. Die könnt ihr beispielsweise bei Sascha Pallenberg’s Netbooknews nachlesen. Ich sage nur so viel: Es läuft unglaublich schnell, besitzt neben einer CPU auch eine GPU. Programme sind schnell installiert und laufen sehr schnell. Auch die Tatsache dass sowohl eine Frontkamera als auch auf der rückwärtigen Seite eine Kamera angebracht ist (Video-Telefonie also möglich, beim iPhone4 heißt das ja „Facetime“), soll lobend hervorgehoben werden.

Doch gibt es einiges, was mich etwas stört: Das Samsung Galaxy Tab kann NICHT mit einem Mac synchronisiert werden. Ich wunderte mich zunächst, warum mein MacBook Pro das Gerät nicht erkannte, doch kurzes Googlen erklärte es. Ob es nun an Apple oder an Samsung/Google liegt? Keine Ahnung. Für mich bedeutet es, dass ich den seit mehr als einen Monat nicht mehr eingeschalteten Windows Laptop hochfahren musste. Wer Windows kennt, weiß, dass man nach einem Monat nicht einfach hochfahren und loslegen kann… Ärgerlich!

Dann gibt es von Samsung ein Programm zur Synchronisierung der Mobilgeräte mit (Windows-)Rechnern. „Kies“ heißt es und hat auch eine ganz nette Oberfläche. Dummerweise musste ich die 127MB erst einmal herunterladen und installieren, da das Gerät beim Windows7-Rechner nicht auf Anhieb erkannt wurde. Und dann? Unterstützt Kies das Galaxy Tab kaum. Allein die Datensynchronisation war möglich, ich konnte also Musik/Bilder/Videos hin- und herschieben, mehr jedoch nicht. Kontakte, Kalender, etc. konnte ich nicht damit verwalten. Den Samsung App-Store kann ich auch nicht nutzen, da Google bestimmt hat, dass nur der Android Market für Apps zugelassen ist.

Glücklicherweise kam das Galaxy Tab mit einem guten Paket an Apps bereits installiert an und im Android Market finden sich auch viele Apps, doch die Bequemlichkeit am Rechner die Apps herauszusuchen, herunterzuladen und das Gerät zu verwalten, all dies fällt flach.

Zum Glück macht es mir viel Spaß mit dem Galaxy Tab herumzuspielen und ich habe kein Problem damit auch längere Zeit mit dem Touchscreen zu arbeiten. Doch wäre dies nicht so, würde ich mich wahrscheinlich ärgern.

Eines noch: Das gerät kann natürlich ohne Headset zum Telefonieren genutzt werden, jedoch auf Grund der Größe nur mit Lautsprechern, private Gespräche sollten dann möglichst zu Hause geführt werden. Da kein Bluetooth-Headset mitgeliefert wird, sollte man überlegen sich eines zu bestellen.

Bisher bin ich insgesamt jedoch sehr zufrieden damit und werde wahrscheinlich noch viel Spaß haben.

DB bei Facebook – Eine Diskussion

Die Deutsche Bahn wird viel diskutiert. Sei es der Umbau des Bahnhofes in Stuttgart, besser bekannt unter dem Schlagwort Stuttgart 21, oder aber verschiedene Meldungen von Kindern und Jugendlichen, die wegen fehlenden Fahrscheins irgendwo in der Walachei ausgesetzt wurden. Bewertet man die öffentlichen Diskussionen um den DB-Konzern fällt sehr schnell auf: Die meisten Diskussionen sind negativ behaftet.

In diesem vorwiegend ablehnenden Diskussionsklima hat die Deutsche Bahn beschlossen, nun auch bei Facebook mit einer Seite vertreten zu sein. Das Deutsche Bahn Chefticket startete am 18.10. und erlaubt es den „Fans“ im Zeitraum vom 25. Oktober bis zum 07. November ein günstiges Ticket zu erstehen – das Chefticket.

Olaf Kolbrück hat bei Off the Record bereits einen schönen Beitrag zur ganzen Aktion gepostet – 7 Gründe, warum die Aktion der Bahn bei Facebook knorke ist. In wunderbar ironischer Manier wird dort die Aktion bewertet.

Doch ich möchte gar hier gar nicht auf die Inhalte dieser Aktion eingehen, sondern beziehe mich auf eine Diskussion gestern (spät) abends bei Twitter. Hier diskutierten Daniel Rehn und Christinah84 mit mir über die Seite und die mögliche Motivation für diesen doch nicht unproblematischen Schritt.

Ist dieser Schritt der Versuch einer Flucht nach vorne? Möchte die Bahn aus der Defensive heraus? Welcher Wahnsinniger hat sich für diesen Schritt ausgesprochen und diesen auch durchgesetzt? Oder welche Agentur meinte, es sei sinnvoll gerade jetzt eine Facebook Seite zu starten? Doch solche Fragen können kaum von Außenstehenden beantwortet werden. Überlegen wir uns doch lieber, wie die Bahn, nun da sie sich schon in diese Situation manövriert hat, idealerweise macht, um einen Nutzen daraus ziehen zu können.

1) Egal warum die Bahn die Seite gestartet hat, mit einer massiven Kritikwelle hat man rechnen müssen. Soweit sollte man die öffentliche Meinung einschätzen können. Gibt es einen Plan, wie man auf negative Kommentare auf der Pinnwand reagiert? Wie geht man mit Trollen um? Reagiert man auf jeden einzelnen negativen Post oder allgemein auf die Kritik als Ganzes?

2) Wird die Seite inhouse betrieben oder wurde eine Agentur damit beauftragt? Sollte eine Agentur als Externer die Seite betreiben, kann sie denn überhaupt schnell auf Kritiken reagieren? Hat sie den Einblick in das Unternehmen und kann kompetent auf Kritik antworten? Wenn die Seite inhouse betrieben wird, wer übernimmt die Betreuung? Sind die betreuenden Mitarbeiter auf die zu erwartende Kritik vorbereitet und im Umgang mit ebendieser geschult? Vor allem im Social Web kann die Kritik schnell sehr hart werden. Wenn es zu schlimm wird, sollten Kommentare gelöscht werden, doch nicht ohne Begründung, wie sich versteht.

Bis hierhin waren wir uns einig, dass diese Punkte zu beobachten seien. Doch was, wenn die Bahn gar nicht auf Dialog aus ist? Wenn sie diese ganze Aktion als einen Teil einer viel längerfristigen Strategie geplant hat? Daniel vermutete hier einen Social Media Ballon, der dank Zeitfenster eine Exit-Strategie gleich mitgeliefert bekommt. Damit ist es relativ egal, ob die Bahn nun auf die Kritiken alle reagiert oder nicht. Wenn von vorne herein das Ziel nicht der Dialog und die zeitnahe Abschwächung der negativen Grundstimmung im Social Web war, muss das Engagement anders bewertet werden.

Wenn die Bahn diese Seite nicht nur mit dem Ziel des Vertriebs der Cheftickets (die sehr wahrscheinlich gut weg gehen werden – goodies sind beliebt), sondern vor allem auch mit dem Ziel, der negativen Stimmung ein Ventil zu bieten, durch dass sie sich entladen kann. Also die Kritiker, sei es Stuttgart21, der Bahnsupport, die (Un-)Pünktlichkeit, oder was auch immer. Wenn man sich einfach den ganzen Frust von der überstrapazierten (Kunden-)Seele schreiben kann, teilweise sogar Reaktionen (im Idealfall verbunden mit einer kleinen Entschuldigung?) verbunden.  Also all die negative Stimmung der Bahn gegenüber einen Weg findet, sich zu entladen. Nach alldem kann die Bahn, vorgefertigter Exit-Strategie sei dank, sich wieder zurückziehen und die Seite schließen.

Und jetzt? Jetzt kann die Bahn auftrumpfen. Wie? Mit einer Seite für den Kundensupport. Einer Seite ähnlich Telekom Hilft also. Denn der Großteil der negativen Energie hat sich bereits verflüchtigt. Die Stimmung ist nicht mehr so geladen und die Bahn setzt sich in ein selbst vorbereitetes Nest. Und hier werden sie dann alle Register des Kundenservices ziehen, darum bemüht, es den Kunden recht zu machen. Ist das also der Masterplan der Deutschen Bahn? Wird mit den Cheftickets der stärkste Wind aus den Segeln genommen um der eigentlichen Support-Seite den Weg zu bereiten? Es wird sich zeigen.

Was bedeutet 90-9-1 eigentlich für Kampagnen?

Vor kurzem habe ich diesen interessanten Artikel über die 90-9-1 Regel von Nielsen gelesen. Die Regel war mir auch vorher bereits bekannt, aber nach dem ich einige Kommentare gelesen hatte fiel mir ein offener Brief (engl.) ein, den Amir Kassaei gepostet hatte.

Stets überlegen wir uns doch, wie wir die Zielgruppe nicht nur erreichen können, sondern auch dazu bringen, an Aktionen teilzunehmen. Das „Mitmach-Netz“ und das Potential darin wird von immer mehr Werbe- und Kommunikationsleuten entdeckt. Ich bin davon absolut nicht ausgeschlossen.

Doch nun stellt sich mir eine Frage. Wenn nur 10% der Zielgruppe (9+1) überhaupt aktiv im Social Web unterwegs sind, die anderen 90% aber „nur“ passiv sind, was halten dann diese 90% der Leute von solchen Mitmach-Aktionen? Einen Einblick bietet der offene Brief. Sollte dieser Brief repräsentativ sein, könnte es zu Problemen kommen. In dem Fall kann man von Glück sprechen, wenn Mitmach-Kampagnen ignoriert werden.

Wenn bald jede größere Marke auf die Idee kommen sollte, im Social Web derartige Kampagnen zu starten um das „Commitment“ der Kunden zur Marke zu steigern, wage ich zu prophezeien, dass das „Commitment“ der Kunden sehr bald durch solche Aktionen eher sinken wird. Ich gebe zu, ich habe bisher nur ein paar Erfahrungen mit Kampagnen und derartigen Aktionen machen können. Ich bin jedoch selber ebenfalls im Social Web unterwegs und an jeder virtuellen Ecke stolpere ich über eine unglaublich tolle Aktion die „nur 5 Minuten dauert“. Und sogar ich fühle mich genervt.

Es ist doch so, mittlerweile haben wir fast alle Varianten von Mitmach-Aktionen im Social Web erlebt. Der oftmals bereits in Print- und TV-Kampagnen monierte Innovationsmangel ist auch im Social Web zu finden. Um dem entgegenzuwirken werden manche Aktionen etwas komplexer gestaltet. Es wird mehr „Mitmachen“ von den Usern verlangt. Für mich ist das eine noch stärkere Belästigung. Ich hoffe, wenn ich das nächste Mal eine Online-Kampagne konzipieren soll/darf, finde ich genug Kreativität um keine Kopie einer Kopie einer Kampagne zu entwickeln.

Natürlich gibt es sehr gute Kampagnen, die auch ich sehr gut finde. Da wäre zum Beispiel die YouTube-Kampagne von TippEx die an diesem Wochenende sicher bei einigen für rege Begeisterung gesorgt hat, oder die fast legendäre OldSpiceGuy-Kampagne. Vielleicht bekomme ich die guten Aktionen alle nicht mit, aber ich habe den Eindruck gewonnen, dass derartige Kampagnen eher rar sind.

Also, vergessen wir bitte nicht, dass 90% der Internetnutzer wahrscheinlich keine Lust haben, ein Video von ihrem perfekten Weltraumflug mit einer Dose Energydrink zu drehen und es anschließend bei diversen Video-Plattformen hochzuladen. Vielleicht schafft man es, den Drahtseilakt zwischen Mitmachen und Konsumieren ohne einen Fehltritt hinzubekommen. Ich werde jedenfalls anfangen zu üben.

Die Vorarbeit zur Aufklärung?

In meinem letzten Beitrag hatte ich eine Informationsveranstaltung zu sozialen Netzwerken und minderjährige Nutzer angekündigt, die am 19.08.2010 im Lingener IT-Emsland stattfand.

Von Neugier getrieben habe ich diese Veranstaltung besucht, darauf gefasst, dass dort über das „böse Internet“ gesprochen wird und die Eltern später mit dem Gedanken heimfahren sollten, dass ihre Kinder am besten gar keinen Kontakt zu Computern mehr haben sollten.

Ich muss zugeben, so schlimm wie erwartet war es nicht. Doch wenn etwas nicht „so schlimm wie erwartet“ ist, heißt es leider nicht automatisch, dass etwas gut ist.

Viel Hoffnungen setzte ich in den Medienpädagogen der niedersächsischen Landesmedienanstalt Carsten de Groot. Gespannt erwartete ich seine Sicht auf soziale Netzwerke, welch Potential dort verborgen ist, wenn der Nutzer es richtig anstellt. Also wie man, dank vorhandener Medienkompetenz, nicht nur soziale Netzwerke, sondern das Internet (vor allem das Web 2.0) zum eigenen Nutzen verwenden kann.

Leider wartete Herr de Groot eher mit Zahlen und Fakten zu jugendlichen Internetnutzern und Haushalten allgemein auf, als über Chancen und Risiken zu sprechen. Dass heutzutage fast überall ein Internetzugang vorhanden ist, sollte doch klar sein…

Auch die anderen Vorträge haben den Eltern wohl kaum helfen können, da die „minderjährigen Nutzer“ um die es ging, kaum das regionale Netzwerk nutzt, das als Beispiel diente. Der Polizei muss ich zu Gute halten, dass keine reine Panikmache den Vortrag durchzog. Es wurde sehr deutlich auf Gefahren bei Online-Chats hingewiesen, leider fehlte mir jedoch der Bezug zu sozialen Netzwerken. Im späteren Gespräch mit dem Referenten erfuhr ich, dass die Polizeidirektion erst kürzlich einen Experten für das Web 2.0 hat finden können, so dass dies erst erarbeitet werden müsse. Das Social Web ist halt noch sehr jung (in Beamtenzeitrechnung).

Insgesamt machte der Infoabend auf mich eher den Eindruck einer Vorbereitungsveranstaltung für folgende eigentliche Infoabende, bzw. Aufklärungsveranstaltungen. So wurden die Eltern nach einer kurzen Podiumsdiskussion in den Abend entlassen. Etwas für das Thema sensibilisiert, doch nicht wirklich aufgeklärt.

Ob sich hieraus nun Infoabende entwickeln, in denen gezielt auf Risiken, vor allem aber auf Chancen eingegangen wird?

Noch etwas harscher als ich, sah es ein anderer Besucher des Infoabends. In vielen Punkten muss ich mich einfach anschließen. Sein Resümee des Abends zeigt vor allem den geringen Nutzen für die anwesenden Eltern. Ob ich bereits Kommunikationsexperte bin, weiß ich aber nicht…

Es bleibt die Frage nach dem Sinn

Lingen ist eine kleine Stadt. Wenn man alles was so um Lingen herum noch schwirrt dazu zählt, kommt man ungefähr auf 55.000 Einwohner (inklusive Kühe, Katzen und Hühner). Die nächste größere Stadt liegt etwa 75 km entfernt (Osnabrück), bzw. in etwa 80 km Entfernung Münster. So viel zu der Stadt, in der ich studiere und bereits früher gewohnt habe.

Diese kleine Stadt befindet sich gerade im Wahlkampf – gesucht wird der/die nächste Oberbürgermeister/in – der sich bis zum 12.09.2010 entscheiden wird. Sechs Kandidaten stehen zur Wahl und betreiben ihren Wahlkampf wie gewohnt. Plakate an Laternenpfählen und Bäumen, die sich nicht wehren können. Infostände die strategisch organisiert an gezielten Positionen der Innenstadt aufgebaut sind. Diverse Veranstaltungen, die nun herhalten müssen um Kandidaten vorzustellen. Das gewohnte Programm also.

Eben nicht. Denn drei von diesen sechs Kandidaten haben etwas gemerkt. Es gibt da ja das Internet. Nicht nur für die eigene Website die der einzelnen Kandidaten (Beispielsweise hier, hier und hier), nein es gibt mittlerweile auch das Social Web, das Web 2.0.

Und weil diese drei Kandidaten durchaus modern sind, engagieren sie sich auch dort. Was liegt näher, als einen Twitter-Account zu haben? So hat Kandidatin 1 bereits seit dem 25.6.2010 ihren Account. Etwas später kam Kandidat 2 hinzu, er brauchte etwa einen Monat länger. Zuletzt haben wir Kandidat 3, der seit heute auch Twitter kennt. Ob es an den Parteien liegt, wie schnell sie bei Twitter waren, kann und will ich nicht beurteilen.

Was mich nun jedoch zu dem eigentlichen Sinn meines Beitrages hier führt ist folgendes:

In Lingen existieren (nach einer kurzen Twittersuche) geschätzt etwas über 40 Menschen, die bei Twitter angemeldet sind. Ich habe mir nicht die Mühe gemacht, noch zu prüfen, ob diese auch aktiv sind. Aber die Folge aus dieser Zahl sollte wohl jedem klar sein.

Hier haben sich weder die Kandidaten, noch die Leute, die ihnen empfohlen haben, bei Twitter aktiv zu sein, Gedanken darüber gemacht, welchen Sinn ihr Engagement macht. Ein Blick auf die Followerzahl zeigt relativ schnell, dass Lingen für einen Twitter-Wahlkampf noch nicht bereit ist. Ebensowenig wie die Kandidaten. Nutzt der eine Twitter als Newsfeed für seine nächsten Auftritte und wo er zu finden ist (Warum dann nicht foursquare?), wird von einem anderen Kandidat ein bisschen Privates und ein wenig Wahlkampf zum Newsfeed dazu gemischt. Der letzte Kandidat hat bisher nur verlauten lassen, dass er nun auch bei Twitter zu finden sei und gleich einen Link auf seine Website hinterhergeschickt.

Ich finde hier zeigt sich, wie wichtig eine Zielgruppenanalyse für ein Engagement im Social Web ist. Zumindest für ein zielgerichtetes Engagement, dass in eine Strategie eingebettet sein soll. Verzeiht, dass ich das anhand des Beispiels des Provinzwahlkampfes darstelle, aber es bot sich einfach an. Nehmen wir einfach mal an, die Kandidaten wollten über Twitter an die jungen Wähler (Wahlberechtigt ist man ab 16 Jahren) erreichen, hätte eine kurze Googlesuche zum Durchschnittsalter der Twitternutzer gereicht um sofort zu erkennen, dass man diese Zielgruppe kaum über diesen Kanal erreichen wird.

Es gibt hier im Emsland ein regionales Social Network, das Durchschnittsalter beträgt hier etwa 21 Jahre und die meisten User stammen (da regionales Network) aus der Region. Die Wahrscheinlichkeit hier ihre potentiellen Wähler zu erreichen wäre schon viel höher. Alternativ wäre natürlich Facebook, der blaue Datenkrake, noch als Plattform in Betracht zu ziehen. Sehr viele Schüler, Studenten und andere junge Leute sind dort zu finden. Eine kleine Fanpage wäre schnell eingerichtet und könnte, mit etwas Einsatz, relativ leicht genutzt werden. Welchen Einfluss auf meine Wahlentscheidung hätte es, wenn ich öffentlich mit den Kandidaten zu bestimmten Themen, die mich interessieren, diskutieren könnte?

Doch das hat man hier nicht bedacht. Und so bleibt am Ende nur die Frage nach dem Sinn…

„Social W.. was?“ – Social Media noch nicht bei Studenten angekommen?

Ah welch reißerischer Titel! Aber ungefähr so ist mein Eindruck bei vielen Studenten – ich beziehe mich hier mal auf Studenten aus dem Kommunikations-/Medienbereich – die ich kenne.

Natürlich gibt es viele, die sich damit befassen. Einige die aktiv mit dem Social Web experimentieren, ein Teil davon sind und auch langsam bekannt sind dort. Ich denke da an Daniel Rehn oder Martin Höfelmann. Andere wiederum befassen sich eher im Stillen damit. Sie haben sich „Forschungs-Accounts“ eingerichtet, um Facebook, Twitter und Co kennenzulernen, um mitzulesen aber nicht zum mitreden. Vielleicht, in (hoffentlich naher) Zukunft, werden auch sie aktive Teile des Social Webs.

Aber diese Kommilitonen, Neugierigen sind soweit es meine persönliche Erfahrung angeht eher eine kleine Minderheit. Denn die Mehrheit setzt sich nicht damit auseinander. Sie sind bei StudiVZ oder Facebook angemeldet, haben dort ihre Freunde und nutzen Social Networks wie jeder andere auch. Versteht mich nicht falsch, das ist vollkommen in Ordnung und ihr gutes Recht!

Ich kenne einige meiner Studienkollegen, die meine „dezenten Hinweise“ (Vielleicht auch nicht ganz so dezent…) auf die Möglichkeiten des Social Webs schon lange nicht mehr hören können und auch nicht mehr hören wollen. Verständlich.

Doch nun, da viele sich im Praktikum befinden, sind sie in einer ungemütlichen Situation. Als „junge Studenten“ in Agenturen oder Unternehmen, wird sofort angenommen, dass sie sich ja mit dem „neumodischen“ Ding namens Social Web auskennen müssten. Plötzlich müssen sie sich damit befassen. Müssen Bücher zu Social Media finden und lesen. Alternativ wendet sich der eine oder andere an seine Kommilitonen: „Hey, weiß jemand wo ich Informationen zu Twitter und Facebook finde?“ oder „Wer kann mir sagen was foursquare ist und wozu man das braucht?“. So oder so ähnlich lautet es dann im Buschfunk, der Facebook-Timeline oder auch direkt per Instant Messenger oder Email.

Ich gebe gerne Informationen die ich habe weiter, wenn ich gefragt werde – habe ich doch anfangs gleiche/ähnliche Fragen gestellt und bekam diese von hilfsbereiten Kommilitonen, Kontakten geliefert. Und auch ich bin noch weit davon entfernt das Social Web erfasst zu haben. Bester Beleg dafür ist, dass ich erst seit dieser Woche blogge!

Wenn also selbst ich noch lange nicht ganz im Social Web angekommen bin, von dem ich ausgehe, dass ich viel Zeit dafür aufwende, mich darüber zu informieren, gibt es nur zwei Möglichkeiten:

1) Ich mache eindeutig etwas falsch und sollte mir langsam Gedanken machen.

2) Social Media ist noch lange nicht bei uns Studenten angekommen.

Um eine kognitive Dissonanz zu vermeiden, nehme ich einfach mal an, dass der zweite Fall zutrifft. Warum ist Social Media bei uns Studenten nicht angekommen? Oder vielmehr, warum sind wir Studenten nicht im Social Web angekommen?

Ich kann nur Vermutungen anstellen, aber ein paar hätte ich da schon:

1) Der Lehrplan an den meisten Hochschulen sieht kein Modul „Social Web“ vor. Das bedeutet im Studium selbst wird – wenn überhaupt – nur nebenbei das Social Web kurz behandelt. Es ist also den Studenten selbst überlassen, sich in ihrer Freizeit damit zu befassen, sich ihre Informationen zusammen zu suchen und daraus zu lernen. Aber unsere Dozenten wissen meist nicht einmal, was es mit dem Social Web auf sich hat. Kein Wunder, ist es doch ein sehr komplexes Thema. Einige haben aber auch „Forschungs-Accounts“ eingerichtet. Das lässt doch hoffen…

2) Viele Agenturen und Unternehmen sind auch noch nicht im Social Web angekommen. Natürlich bieten einige Agenturen an, auch Social Media zu bedienen, ich habe bei manchen jedoch das Gefühl, dass es dort nur der Vollständigkeit halber steht…

Es gibt sicher einige Agenturen die hervorragende Social Media Lösungen/Integrationen in einer ausgefeilten Strategie anbieten, aber ist es schon die Mehrheit der Agenturen? Auch einige Unternehmen sind sehr gut im Social Web aktiv, haben verstanden, dass es nicht auf Absatz ankommt, sondern eher um Engagement. Im Vergleich zu den restlichen Unternehmen bilden diese jedoch auch noch eine Minderheit, oder nicht?

Da wir Studenten im Studium weder aktiv zum Social Web geführt werden (Ja ich weiß, man sollte als Studenten wissen, dass einem nicht alles vorgesetzt werden muss. Eigeninitiative und so.), noch von der Mehrheit der Praxis vorgegeben bekommen, dass man sich damit auseinanderzusetzen hat, führt es meiner Meinung nach dazu, dass wir uns nur zu einem kleinen Teil mit dem Social Web auseinander setzen.

Ich bin gespannt, wie es zu Beginn des nächsten Semesters aussehen wird. Wie viele meiner Kommilitonen dann plötzlich sagen, dass Social Media doch interessant sind. Dass man sich damit unbedingt befassen sollte. Ich denke ein paar werden es schon sein…

Online-Diskussionen als Chance…

Gestern Abend fand wieder einmal die monatliche Montagsrunde statt. Die Montagsrunde ist eine Online-Diskussion zu Themen aus der Kommunikationswelt, in der Professionals und die kommende Generation ebendieser miteinander diskutieren, Fragen stellen und beantworten.

Nachdem ich mich leider etwas eher verabschieden musste, ist mir wieder aufgefallen, wie sehr ich persönlich durch diesen Austausch mit bereits erfahrenen Profis aber auch mit anderen Studenten mit Informationen bedient werde. Informationen und Wissen, Tipps und Tricks, die man eben nicht in einem Seminar oder in einer Vorlesung vermittelt bekommt.

Meiner Meinung nach sind solche Diskussionen, online oder offline, für uns Studenten eine wunderbare Ergänzung des Studiums. Auch wenn unsere Dozenten oft aus der Praxis kommen, bzw. selber noch tätig sind, können sie in einem vollen Seminar dennoch nicht so einen tiefen Einblick in die Praxiswelt geben.

Vielleicht sollte die eine oder andere Kommunikationsagentur oder auch Unternehmen solche Diskussionsrunden starten. So könnten sie etwas mehr Einsicht in ihr Unternehmen bringen, ihre Expertise zeigen und sich als Arbeitgeber bei den Studenten beliebt machen, gleichzeitig könnten sie eventuelle High Potentials bereits früh ausfindig machen. Sofern man diese Diskussionsrunden dann noch tatsächlich des Diskurses willen und nicht macht für das Selfmarketing missbraucht, müsste eine Win-Win-Situation entstehen.

Natürlich muss das nicht alles online ablaufen. So wurden einige Studenten (ich war erfreulicherweise auch dabei) von einer nicht unbekannten Agentur zu einem Wochenend-Camp eingeladen. An diesem Wochenende hat sich die Agentur vorgestellt, Projekte gezeigt und uns Studenten dann eine Konzeptionsaufgabe gegeben.

Dieses Wochenende hat – ich denke, da spreche ich für fast alle Teilnehmer – uns Studenten viel gebracht, wenn nicht unbedingt fachlich, so doch Kontakte, zur Agentur, aber auch zu anderen Studenten. Ein solches Modell finde ich sehr interessant, ist natürlich mit einigen Kosten verbunden, gibt aber den Teilnehmern eine sehr gute Möglichkeit sich gegenseitig kennenzulernen.

Was ich also sagen möchte ist: Wir Studenten sollten solche Online-Diskussionen als Chance wahrnehmen. Uns aktiv beteiligen und nicht nur mitlesen, zum Einen um von den Erfahrungen der Profis zu profitieren, zum Anderen aber durch gute Fragen auch zu zeigen, dass der Nachwuchs da ist und sich nicht zu verstecken braucht. Und Unternehmen/Agenturen bietet sich dadurch die Chance, die High Potentials der nächsten Generation früh zu erkennen. Aber auch die „normalen“ Studenten, die keine Überflieger sind (Ich glaube hier wäre auch ich einzuordnen 😉 ), dafür aber vielleicht genau die Qualitäten und Fähigkeiten besitzen, die man für ein Team noch benötigt.