Ingress – wie Google mit einem Spiel User freiwillig Daten sammeln lässt

Gerade eben bekam ich meine Freischaltung für das neue Spiel von Google: Ingress. Für alle, die nicht wissen, was das ist, schaut euch diesen Trailer an:

Der Anfang des Spiels, nach der Installation hat mich schon begeistert, aber dann wurde mir klar, wie genial Google eigentlich ist. Lasst es mich erklären:

Google hat ein kleines Problem: Nokia hat vor kurzem eine „Turn-by-turn“ Navigation für Fußgänger angekündigt und es ist wahr, Nokias Navigationsprogramm auf den Lumia-Geräten ist sehr sehr gut. Doch Google möchte nachziehen, eine Navigation für Fußgänger ist wirklich interessant und ein Markt, den Google nicht unbeachtet lassen kann.

Doch um eine solche Navigation zu ermöglichen, benötigt Google Daten. Viele Daten. GPS-Daten, Bilder, Videos, und und und. Daten sind für Google immens wichtig. Und gerade jetzt, wo Google solche Daten benötigt, kommt dieses Spiel heraus: Ingress. Ziel des Spiels ist es, dass die Spieler mit ihrem (GPS aktiven!) Smartphone virtuelle „Energie“ einsammelt und sogenannte „Portale“ besuchen, die hauptsächlich an öffentlich Kunststätten, Büchereien oder anderen Sehenswürdigkeiten, die draussen sind, befinden. Kurzum: Eine Aktivität draussen ist eines der Hauptziele dieses Spiels!

Man trägt also ein Smartphone mit aktivem GPS, einer Kamera und einem Beschleunigungssensor bei sich und folgt den Anweisungen des Spiels. Die Daten, die für das Spiel benötigt werden, werden natürlich gespeichert. Der Spieler bewegt sich meist zu Fuß durch die Stadt (oder Städte) und sammelt Energie und besucht Portale… Merkt ihr was?

Ich habe das Spiel gerade erst angetestet, aber es würde mich nicht wundern, wenn man später auch geo-getaggte Bilder machen muss, um Missionen zu erzielen. Von sogenannten Portalen. Und ich würde es machen. Denn das Spieldesign gefällt mir nach 10 Minuten schon so gut und ich finde es spannend, dass ich es machen wollen würde.

Google schafft es also, eine Unmenge an Menschen freiwillig dazu zu bringen, eine Art GPS Fußgänger-Armee zu sein und Daten zu sammeln, ohne dass sie es als Arbeit ansehen. Sie MÖCHTEN es machen. Weil es Spaß macht. Es ist ein Spiel. Und wie es mir im Moment erscheint, ein gutes Spiel, dass Google benutzt, um Daten zu sammeln.

Das ist noch besser als das SETI Projekt. Und dafür muss ich sagen: Respekt Google. Ich finde das gut. Jetzt müsste ich nur noch einmal die Terms & Conditions ins kleinste Detail lesen, um zu erfahren, ob ihr das auch alles kommuniziert, was ihr machen könntet mit den Daten 🙂

Ich habe keinen Bock mehr auf euern Schwanzvergleich!

Ok, das klingt jetzt etwas arg vulgär, aber nur so bekommt man ja Aufmerksamkeit, Interaktion, Likes und Reichweite – scheinbare Relevanz. Nein, ernsthaft: Ich habe keinen Bock mehr auf den ewigen Statistik-Vergleich.

Ätschie Bätsch, ich habe mehr Fans als du!

Wie oft muss man sich das anhören, Facebook Seite X hat so viele Fans und Facebook Seite Y nur so viele. Ebenso bei Twitter, nur das es da Follower heißt. Leute, merkt ihr denn nicht, es geht hier nicht um Fans und Follower als einfache Zahlen! Was bringen mir 10 Millionen Fans, wenn ich da nur Zombie-Accounts habe, die irgendwann mal wegen eines tollen Gewinnspiels oder einer guten Facebook Werbekampagne auf „like“ geklickt haben und dann vergaßen wieder zu ent-liken? Zombie-Fans, die nie kommentieren, teilen oder liken. Die einfach nur da sind, weil sie vergaßen oder zu faul sind zu gehen. Die nicht einmal auf Links klicken, weil sie diese auf Grund des EdgeRanks gar nicht erst angezeigt bekommen. Mit diesen Fans kann niemand etwas anfangen. Ebenso sieht es bei Twitter aus.

Leider braucht es aber, bis das in den Köpfen einiger Leute ankommt. Hauptsache viele Fans! Da werden Fanzahlen als KPI vereinbart, ohne dabei zu sagen, ob sie aus der eigenen Zielgruppe stammen sollen oder nicht. Nein, hauptsache mit dem Wettbewerber möglichst gleichziehen! Da können es auch die 14 jährigen Mädchen sein, die auf Ponies und Beauty-Blogs stehen, wenn man selbst eher die Zielgruppe Männlich ab 28 Jahren ansprechen will. Der Wettbewerber hat ja auch so viele Fans. Das muss doch gehen!

Erst einmal Fans sammeln, möglichst viele! Die Zielgruppe erreichen wir dann automatisch später

Klar, so kann man es auch versuchen, aber wisst ihr eigentlich was das für eine Verschwendung von Ressourcen ist? Zeit und Geld muss investiert werden, um Fans zu sammeln und wenn da das Ziel lautet: Viele Fans! dann kann man sich das meistens gleich aus dem Kopf schlagen. Was wollt ihr denn mit den Fans machen? Denkt da doch bitte einmal drüber nach, bevor ihr da viel Geld investiert! Es ist sinnvoller, beim Fanaufbau gleich auf die Zielgruppe zu achten. Dann ist man vielleicht nicht so schnell wie der Wettbewerber, dafür hat man aber die richtigen Leute, die womöglich auch echte „Fans“ sind und nicht einfach irgendwelche Like-Zombies.

Man schaltet doch auch nicht TV Werbung auf allen Sendern, weil man denkt: Ich erreiche dann möglichst viele Leute, da wird die Zielgruppe schon mit drin sein! Also bitte!

PTAT PTAT! Bleibt mir mit dem PTAT fern!

Einer der wohl verdammt noch einmal nervigsten Werte, neben der Fanzahl, ist für mich der PTAT Wert. „People talking about this“ nennt er sich, dieser komische Wert, über den ich schon vor langer Zeit einmal geschrieben habe. Wie kommt diese Zahl tatsächlich zustande? Auf der Arbeit haben wir uns das mal angesehen und mit Verlaub: Die tatsächliche „Interaktion“ also das Liken, Kommentieren und Teilen von Beiträgen einer Facebook Seite haben damit kaum etwas zu tun.

Weg von PTAT und Fanzahlen hin zu „echter Interaktion“ und nachvollziehbaren Zahlen

Ich habe keine Lust mehr auf Zahlen, die ich nicht nachvollziehen kann. Zumal so Algorithmen von Facebook, Google und Co. ja gerne einfach mal geändert werden. Darum haben wir uns in der Agentur mal Gedanken zu einer neuen Formel gemacht, die versucht, die Interaktion mit Seiten aus Perspektive der User zu bewerten. Diese Formel stellt einen gewichteten Interaktionsindex dar.

Dabei ist der Part mit den „Klicks auf den Link“ eine Option, die nur gilt, wenn man die Links mit beispw. bit.ly tracken kann und das überhaupt eine wichtige KPI ist.

Die Zahlen sind so allesamt nachvollziehbar und vor allem kann man sie auch für „fremde“ Facebook Seiten anwenden. Dabei ist es dann irrelevant, wie viele neue Fans dazu kommen, da anders als im PTAT Wert, diese Zahl nicht direkt auftaucht. So spiegelt diese Zahl also die tatsächliche Interaktion wider, ohne dass man sie mit Fan Akquise Aktionen beeinflussen kann. Hier geht es um gutes Community Management, nicht um viel Geld für Facebook Werbung. Daher haben wir auch bewusst darauf verzichtet, die Zahl der „neuen Fans“ mit in diese Formel aufzunehmen.

 

Unerwünschte Werbung auf Facebook? Wie kommt die dahin und wie werde ich sie los?

Ihr kennt es, man ist unschuldig auf Facebook unterwegs und schaut, was durch den Newsstream läuft (das ist die Startseite!) und plötzlich ist da ein Beitrag von einer Seite, die man gar nicht „geliked“ hat! Wie kann das sein? Wie können die mir einfach ihre Werbung auf meine Facebook Seite bringen?

Ok, spätestens jetzt muss ich sagen: Dieser Beitrag ist nicht primär für PRler und Social Media Leute gedacht, sondern für alle ganz normalen Facebook Nutzer, die sich über unerwünschte Facebook Werbung auf „ihrem Facebook“ aufregen. Naja, vielleicht auch für PRler und Social Media Leute, aber definitiv nicht primär.

1.) Hallo Facebook Nutzer, tut mir einen Gefallen: VERSTEHT wie Facebook funktioniert!

Ich versuche es mal etwas zu erklären: Ihr seid da auf einer Plattform, die einem Unternehmen gehört unterwegs. Und dieses Unternehmen ist seit einiger Zeit sogar an der Börse notiert, das bedeutet, es ist definitiv und 100% sicher daran interessiert, GEWINN zu machen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie Facebook denn Geld macht? Ihr zahlt schließlich nicht für die Nutzung von Facebook, oder? Das ist richtig, ihr bezahlt keinen (finanziellen) Beitrag für die Nutzung von Facebook. Gleichzeitig ist es aber auch falsch. Ihr bezahlt mit Informationen. Warum Informationen eine sehr interessante Währung im Internet ist, werde ich jetzt nicht groß erklären, aber glaubt mir, Google, Apple, Facebook, Amazon und viele viele weitere Unternehmen investieren sehr viel Kosten und Mühe, um an Informationen zu kommen.

Nein, Facebook, Google und Co. verkaufen diese Informationen NICHT einfach weiter an andere Unternehmen. Warum nicht? Ganz einfach! Die Informationen für sich zu behalten, ermöglicht es allen Plattformen, mehr Geld damit zu verdienen. Wie verdienen sie Geld mit Informationen? Dürfen die das?

2.) Hallo Facebook Nutzer: So funktioniert das mit der Facebook Werbung!

Facebook (und Google und viele andere) verdient einen Großteil des Geldes mit dem Verkauf von Werbeplätzen. Facebook macht also mit Werbung Geld. Übrigens ist das mit ein großer Grund, warum ihr keinen Geldbetrag für die Nutzung von Facebook zahlen müsst! Wie funktioniert Facebook Werbung denn?

Nun, Unternehmen (oder aber auch private Nutzer) können für ihre Facebook Seite oder eine Webseite bei Facebook Werbung machen. Dazu gibt es verschiedene Werbeformate (ein paar weitere Informationen gibt es hier), die man bei Facebook buchen kann. Die meisten Werbeformate werden rechts bei Facebook angezeigt, ihr wisst schon, unter den Events und Spielebenachrichtungen. Manche Werbeformate aber können auch im Newsstream der Facebook Nutzer auftauchen. Der Newsstream ist die Übersicht über alle Aktivitäten, die ihr seht, wenn ihr euch bei Facebook eingeloggt habt und hier klickt.

Aber wie können die Unternehmen nun genau mich auswählen für ihre Werbung? Wie kommen sie an meine Daten? Hat Facebook sie ihnen verkauft? Und hier sollten alle ganz genau aufpassen: NEIN! Facebook hat eure Daten NICHT verkauft und das Unternehmen hat die Werbung NICHT genau an euch oder mich geschickt! Ganz im Gegenteil, Facebook versucht alles mögliche, damit ein Unternehmen NICHT erfährt, welche Person genau die Werbung angezeigt bekommt.

Die Facebook Werbung funktioniert ein bisschen so, wie die Werbung in euerm Briefkasten. Die Unternehmen, die euch Werbung in den Briefkasten einwerfen lassen – und ich spreche hier von den unadressierten Briefkasteneinwürfen, die einfach jedem Haushalt in einer Strasse/Stadtteil/Stadt ungefragt in den Briefkasten geworfen wird – wissen nicht, wer in dem Haushalt wohnt! Sie wissen nur, in der Strasse sind X Haushalte und vielleicht wissen sie noch, dass das Durchschnittsalter in der Strasse Y Jahre beträgt. Wenn das ungefähr für die Werbung des Unternehmens passt, bekommen es die Haushalte. Fertig. Kein Name, keine gezielte Ansprache. Da steht nirgends „Hallo David, wir haben hier tolle Werbung für dich!“

Und genau so ist das bei Facebook Werbung. Die Unternehmen bestimmen eine Zielgruppe, dazu können Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen (die geben wir alle schließlich bei Facebook an) auswählen. Aber am Ende erhalten sie nur eine Zahl. Eine einzige Zahl, die dann sagt, wie viele Facebook Nutzer in diese Auswahl fallen. Und wenn das Unternehmen sich denkt: „Hey, die Zahl ist OK, diese Auswahl buchen wir!“, dann bekommen alle Facebook Nutzer, die in dieser „Informations-Strasse“ wohnen, die Werbung. Ohne Namen, ohne gezielte Ansprache.

Also noch einmal Klartext: DIE UNTERNEHMEN HABEN KEINE PERSÖNLICHEN INFORMATIONEN VON UNS! Sie verfolgen uns also nicht auf Facebook. Wir sollten uns daher vielleicht nicht für so wichtig nehmen und immer denken, das jeder es auf uns abgesehen hat.

Ach ja, noch etwas: Wenn ihr am Desktop auf Facebook seid, könnt ihr sogar etwas gegen die Werbung machen, die euch nervt.

3.) Hallo Facebeook Nutzer, so könnt ihr unerwünschte Werbung in Zukunft ausstellen!

Ihr seht Werbung, die ihr absolut nicht ertragen könnt? So werdet ihr unerwünschte Facebook Werbung wieder los: Geht mit dem Mauszeiger über die Werbung

Und wenn ihr mit dem Mauszeiger dort seid, erscheint oben rechts ein kleines „X“, wie man es schont kennt, wenn man Dinge schließen möchte. Da klickt ihr einfach drauf. Dann erscheint ein kleines Menü.

Jetzt müsst ihr nur noch sagen, dass ihr diese Werbung verbergen wollt. Ihr könnt sogar alles von der jeweiligen Facebook Werbung verbergen! Ist das nicht toll? Dann werdet ihr nicht mehr von Meldungen dieser Seite belästigt!

Das ganze funktioniert natürlich ebenso mit Werbung im Newsstream:

Und wenn ihr hier mit der Maus über die Werbung geht, seht ihr nicht das kleine „X“, sondern einen kleinen weißen Pfeil ebenfalls oben rechts in der Ecke. Klickt auf diesen Pfeil!

Hier müsst ihr nur auf „Verbergen“ klicken und schon wird die Werbung verborgen. Ja mehr noch, Facebook fragt sofort nach, warum ihr das verborgen habt.

Und danach wird euch die Werbung nicht mehr angezeigt! So einfach könnt ihr unerwünschte und nervige Facebook Werbung los werden! Das funktioniert jedoch nur, wenn ihr am PC / Laptop auf Facebook seid. Bei Mobilgeräten gibt es noch keine Option zum Verbergen von Facebook Werbung.

Noch einmal in Kürze: 1.) VERSTEHT wie Facebook funktioniert! 2.) Facebook Werbung braucht KEINE privaten Daten von euch! 3.) Ihr könnt unerwünschte Werbung ausblenden!

Woher weiß ich eigentlich, wovon ich rede? Ich bin einer von „denen“! Einer, der Werbung auf Facebook schaltet. Ich bin einer, der es auf euch abgesehen zu haben scheint! Dabei bin ich nur einer, der nicht einmal weiß, wer ihr seid? Ich kenne nur eine Zahl. Und diese Zahl ist eigentlich auch alles, was mich interessiert. Ich möchte euch nicht extra nerven, ich möchte nicht eure privaten Daten klauen. Ich buche nur Werbung. Facebook zeigt sie euch an, weil ihr ein Teil einer Zahl seid. Einer Zahl, die Facebook bestimmt.

Auszeit – achtung privat!

Seit dem 25. August bin ich im Urlaub. Moment, ich bin nicht nur im Urlaub, sondern in einem Traumurlaub, der mich auf eine Reise in meine Kindheit führt. Ich glaube spätestens hier sollte ich euch warnen, dass es ein rein privater Beitrag wird, der kaum jemanden interessieren wird, aber von mir geschrieben werden muss.

Ich habe im August 2011 meinen Abschluss gemacht, ich glaube am 26. August war meine mündliche Abschlussprüfung für meinen Bachelor in Kommunikationsmanagement. Am 31. August hatte ich meinen ersten Arbeitstag in München, in einer kleinen Agentur. Urlaub oder Wegfahren nach dem Studium? Nee, danke. Ich wollte arbeiten! Geld verdienen. Zum Dezember wechselte ich nach Hamburg zu achtung! und bin seitdem dort. Spannende Arbeit, tolle Kollegen, viel zu lernen. Hier und da gab es mal einen Urlaubstag, aber so richtig Urlaub war da auch nicht.

Jetzt bin ich aber seit dem 25. August im Urlaub und das für zwei Wochen! Eine davon verbringe ich gerade in Paris – bei der Familie meines Vaters. Das ich hier bin ist für mich etwas besonderes, denn das letzte Mal habe ich meine Familie aus Frankreich vor nun 13 Jahren gesehen. Damals war ich 14 Jahre jung und ich habe auch nur ein paar meiner Onkels und Tanten treffen können. Der Besuch damals war schon bewegend für mich, denn das war das Jahr, in dem ich eine Vermisstenanzeige für meinen Vater aufgegeben habe. Warum ich das erwähne wird später klar.

Ich wurde am Samstag Abend von meinem Onkel am Flughafen abgeholt. 13 Jahre machen etwas aus, auf beiden Seiten. Lustigerweise haben wir die gleiche Frisur: Wenig Haare auf dem Kopf. Die Vorfreude war groß, die Wiedersehensfreude noch größer. Das beste: Mein Onkel hat nur einen Tag nachdem klar war, wann ich zu besuch kommen würde, bereits ein großes Familienessen organisiert gehabt. Mit allen meinen Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen, die zu greifen waren. Und mit Ba Ngoi. Das ist die Mutter meines Vaters – auf vietnamesisch. So war der Sonntag also auch schon geplant und ich fand vor Freude kaum Schlaf. Es fehlten zwar ein paar, aber die meisten waren da. Und neben der in Frankreich üblichen „Bise“ gab es viele Umarmungen und hier und da ein Freudentränchen.

Es roch bereits lecker vietnamesisch und aus der Küche hieß es von Ba Ngoi nur, wir sollten doch den Aperitif zu uns nehmen, sie kümmere sich um alles. Das war wie früher. Da war sie auch immer in der Küche und kochte, während wir uns unterhielten. Das war vor über 20 Jahren. Ich fand mich in dem Haus wieder, in dem ich als Kind auch schon eine Zeit gewohnt habe. Ich sah die Möbel, an denen ich mir den Kopf gestoßen oder das Knie geprellt hatte. Die vielen kleinen „Stellhinchen“, die eher kitschig wirken, aber doch dazu gehören. All das fiel auf mich ein, während ich merkte, dass mein Französisch eingerosteter war, als ich dachte, aber doch besser als erwartet. Ich erklärte immer wieder, was ich denn genau beruflich mache (versucht das mal auf französisch!) und wie es meinen Geschwistern und meiner Mutter ginge.

In einem Moment nahm mich meine jüngste Tante dann etwas zur Seite. Ich hatte gerade einen alten Reisepass meines Vaters in der Hand, der neben den alten Bildern von mir und meinen Geschwistern in der Schublade lag. Mein Vater war seit über 15 Jahren für seine ganze Familie „verschollen“ – er hatte sich mit seiner neuen Frau irgendwann einfach nicht mehr gemeldet. Für mich ist er seit über 23 Jahren verschwunden. Ich sehe noch, wie meine Tante ihren Bruder ansieht, er nickt und sie mir dann eröffnet, dass mein Vater sich gemeldet hat. „Er lebt also noch“ war mein erster Gedanke. Im März diesen Jahres hat er sich – welch Ironie – über Facebook gemeldet, bei seiner älteren Schwester. Ich habe vor 2 Jahren ebenfalls über Facebook meinen Onkel und Cousins wiedergefunden. Mein Vater lebt also noch, aber er ist nicht in Frankreich. Er ist zur Zeit in Abu Dhabi. Die erste Frage ist natürlich, ob er noch mehr Kinder hat mittlerweile. Ja, hat er. Zwillinge. Sie sind 14 Jahre alt und ich habe also zwei Halbschwestern. Sie gibt mir einen Zettel mit den Kontaktdaten meines Vaters: Handynummer, Skype und Email. „Er wollte nicht, das wir euch (mir und meinen Geschwistern) etwas sagen, aber wir finden das ungerecht.“ Ich werde ihm eine Mail schreiben, denke ich. Doch weiß ich nicht wann.

Das ganze dauerte keine zwei Minuten und der Trubel der Familie ließ mir kaum Zeit das alles zu verdauen. Ba Ngoi war aus der Küche gekommen und wollte noch mehr von uns aus Deutschland hören. Sie ist deutlich gealtert, wobei man das in 13 Jahren wohl erwarten muss. In dem Moment freue ich mich nur, dass sie ihren Sohn wieder gefunden hat. Für eine Mutter ist es sicher mindestens ebenso schwer, wie für einen Sohn. Wir unterhalten uns über vieles und ich erkläre noch einmal, was ich nun beruflich mache. Mittlerweile bin ich richtig gut darin, das auch in französisch zu erklären.

Es war ein toller Tag und ich freue mich immer noch, wenn ich daran zurückdenke. Morgen werde ich noch einmal Ba Ngoi besuchen und mit einigen Verwandten essen. Ich habe meine Geschwister informiert, dass wir noch zwei Halbschwestern haben. Aber viel wichtiger ist die Einladung zur Hochzeit meiner Cousine für nächstes Jahr. Ich brauche im Juni 2013 Urlaub. Möglichst lange!

Diese Auszeit die mich in meine Vergangenheit führte und zurück zu meiner Familie hat mir in den 4 Tagen, die ich hier bin bereits sehr gut getan. Es ist sehr ruhig hier, während mein Cousin seiner Freundin eine Klavierstunde gibt und der Wind die Sonnenhitze etwas mildert genieße ich meinen Kaffee. Ich bin irgendwie zu hause und freue mich jetzt schon auf mein Wiederkommen im nächsten Jahr. Denn ich weiß jetzt wieder, ich gehöre zu dieser Familie. Und sie zu mir.

Ein Gerät mich zu binden?

Seit einem Monat ist meine Probezeit vorbei und ich bin als unbefristeter Mitarbeiter ein nun fester Teil von achtung! geworden. Viel geändert hat sich nicht, aber es fühlt sich gut an.

Und vor ein paar Tagen war es dann so weit: Ich habe etwas erhalten, das stark polarisiert – ein Büro-Smartphone. Polarisieren kann so ein Gerät nicht, weil es ein Apfel-Gerät ist, sondern weil viele sagen, dass es gar nicht so toll ist, wenn man immer erreichbar ist. So ein Bürohandy ist nicht nur ein Spielzeug für den Mitarbeiter, es ist ein Arbeitsgerät.

Und gerade bei Menschen, die – wie ich – Spaß an ihrer Arbeit haben, kann es natürlich schnell sein, dass man auch in der Freizeit dann mal bei der Arbeit „reinschaut“. Da ich nun nicht mehr mein eigenes Highspeed-Kontingent aufbrauche, vielleicht noch eher als sonst. Das ist keine Kleinigkeit, Freizeit sollte nicht unterschätzt werden und ist gerade bei Jobs, die Spaß machen, sehr wichtig. Denn viel zu schnell vergisst man, sich wirklich eine Auszeit zu gönnen und abzuschalten. Die vielbenannten „Akkus“ aufzuladen, nicht nur bei den einzelnen Devices, sondern die des Körpers. Und das heißt sowohl körperlich, als auch mental mal abzuschalten und NICHT zu arbeiten.

Ich habe in den letzten Monaten, mit etwas Unterstützung, schon gut gelernt, auch mal die Mails vom Wochenende nicht unbedingt sofort zu beantworten, wenn es nicht dringend ist. Und merke, dass es vielleicht nicht viel ausmacht, aber in der Summe durchaus einen Unterschied macht. Und da ich leider kein Samsung Galaxy S 3 als Bürogerät bekommen habe, ist die Gefahr eh nicht ganz so groß, dass ich damit auch am Wochenende immer herumrenne oder spiele.

Dennoch: Ich kann sehr gut verstehen, warum manche lieber kein Bürogerät haben möchten, ebenso wie ich die verstehe, die gerne eines haben. Es hat eben alles Vor- und Nachteile. Im Moment überwiegen bei mir die Vorteile. Und „noch“ kann man solche Geräte ja auch einfach mal ausmachen. Also zur Not.

PS: Wir suchen noch nach netten Kollegen! Schaut also unbedingt einmal hier vorbei: achtung! Karriere

Personen die darüber sprechen, sprechen gar nicht darüber?

Facebook und die Statistiken, für viele Leute ist das ein Buch mit vielen Siegeln, mindestens jedoch ein Übel, dass – je nach Reportingfrequenz – mit einer Regelmäßigkeit auf Community Manager und Berater zu kommt.

Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Zahl der „Personen die darüber sprechen“. Was bedeutet diese komische Zahl eigentlich? Im englischen Facebook heißt es hier:

People talking about this definition

Also die Anzahl der einzigartigen Personen, die in einem bestimmten Zeitraum eine „Story“ über die Facebook Seite geschaffen haben. Dazu zählt jeglich Aktion, wie „die Facebook Seite liken“, „einen Kommentar auf der Facebook Seiten-Pinnwand hinterlassen“, „eine Frage der FB Seite beantworten“, „auf eine Eventeinladung reagieren“, „Die Seite in einem Foto taggen“, „Bei einem Place einchecken, oder ihn empfehlen“ und wichtig: „Einen Seitenbeitrag kommentieren, liken oder teilen“.

Nun habe ich bei den vielen Seiten die ich betreue in den letzten Wochen einen signifikanten Einbruch der Zahl derer festgestellt, die „darüber sprechen“. Vor allem dort, wo keine Werbung zur Fanakquise im Spiel war.

Ist das schlimm? Nun, häufig ist eine Kennzahl für den „Erfolg“ des Engagements bei Facebook ein „Interaktionsindex„, der in der Regel aus der Zahl der „Personen die darüber sprechen“ (PTAT) geteilt durch die Anzahl der Fans der Facebook Seite generiert wird. Also „PTAT/Fanzahl“=“Interaktionsindex“. Sinkt also der PTAT-Wert, sinkt der Interaktionsindex!

Warum bricht nun dieser „PTAT“ Wert so drastisch ein? Eine Erklärung könnte sein, dass die Berechnung des Wertes sich eventuell verändert hat! Wie ich darauf komme? Nun, stellt man Facebook auf die deutsche Sprache um, wird der „PTAT“ Wert wie folgt definiert:

Personen die darüber sprechen definition deutsch

Einen Moment mal! Wo ist denn da die Passage hin, die besagte, dass dort auch die „Kommentare, likes und shares eines FB Seitenbeitrages“ mit in den PTAT Wert einfließen? Also im Deutschen stand da im April zumindest noch dieser Passus! Dieser ist nun verschwunden.

Das bedeutet also, die Zahl derer, die „darüber sprechen“ spiegelt kaum die tatsächliche Interaktion der Fans (und anderer Facebook Nutzer) mit der Facebook Seite wieder! Vielmehr zeigt diese Zahl nun, wieviele neue Fans gewonnen wurden und wieviele davon auf der Facebook Seite einen eigenen Kommentar abgeben.

Wenn ich also nun eine Werbekampagne starte, die mit einem immensen Budget für ganz viele neue Fans sorgt, dann springt mir dieser Wert nur so nach oben. Dabei ist es aber vollkommen egal, ob die neuen Fans (und alten Fans ebenso) die Beiträge der Seite kommentieren, liken oder teilen!

Damit ergibt sich also, dass der Interaktionsindex gar nicht mehr die Interaktion darstellt! Das sollte für viele Community Manager und Social Media / PR Berater sehr wichtig sein!

Facebook Werbe Manager – Ein Update

Connected FB

Wie wundervoll ist es eigentlich, nach einem langen, erholsamen Wochenende ins Büro zu kommen und dann zu sehen, dass Facebook ein Update beim Ads Manager ausgerollt hat. Also teilweise.

Aber fangen wir von vorne an. Seit ich hier in Hamburg arbeite befasse ich mich schon mit Facebook Ads (auf deutsch: Facebook Werbung) und habe bereites früher schon festgestellt, dass Facebook Ads durchaus relevant und nützlich sind. Nicht, weil ich sie schalte, sondern weil ich die Statistiken sehe und Einblick gewinnen konnte, was man mit den Ads alles machen kann.

Doch wie erstellt ein normaler Nutzer eigentlich Facebook Ads? Na ganz einfach: Über den Facebook Ad Manager! Hier kann man seine laufenden Kampagnen im Überblick haben und neue Werbeanzeigen und -Kampagnen erstellen.

Bei der Erstellung einer Werbeanzeige muss man 3 Schritte befolgen. Zunächst wird gesagt, was man bewerben möchte und welches Werbeformat genutzt werden soll. Hier seht ihr die alte Ansicht:

Facebook Ads Manager Schritt 1

Dabei kann man grundlegend zwischen mehreren Formaten unterscheiden, die ihr euch gern mal genauer ansehen könnt. Ganz allgemein reicht es glaube ich aus, zwischen „Sponsored Story“, „Page Post Ad“ und ich nenne es mal „normale Ad“ zu unterscheiden. Und ob man eine Anzeige für eine Facebook Seite oder eine Webseite erstellen möchte.

Im neuen System unterscheidet sich nicht viel, ausser das die Suchfunktion einfacher ist. Hier nun die neue Ansicht (Aus Datenschutzgründen mal die Seiten geweißt):

Facebook Ads Manager Schritt 1 neu

Anschließend werdet ihr nun gefragt, wofür genau ihr die Werbung schalten möchtet. Was auffällt, ist die neue Anordnung der Vorschau und (im Moment zumindest noch) die Vorauswahl der United States of America, die einem so viele potenzielle Nutzer als Zielgruppe ausspuckt:

Facebook Ads Manager neu Schritt 1,5

Habt ihr euch erst einmal für ein Werbeformat entscheiden, geht es im zweiten Schritt um die Zielgruppe:

Facebook Ads Manager klassisch Zielgruppe

Hier unterscheidet sich die klassische Ansicht nur unwesentlich von der neuen Ansicht:

Facebook Ads Manager neu Zielgruppenbestimmung

Was jetzt jedoch sehr sehr wichtig ist und warum ich hier alles so ausführlich bebildere: Es gibt in der alten Auswahl für Ads am Ende den Punkt „Campaign, Pricing und Schedule“, ebenso wie in der neuen Auswahl. Aber dort, wo man in der alten Auswahl CPM, CPC oder (neu) „Action optimized CPM“ als Preisbestimmung auswählen kann …

Facebook Ads Manager klassisch Pricing

… Kann man beim neuen Facebook Ads Manager nun vorher festlegen, was man mit der Anzeige erreichen möchte! Und das ist eine ganz tolle Sache, so rein theoretisch:

Facebook Ads Manager neu Pricing

Denn hier wird es wirklich spannend, denn Facebook behauptet zumindest folgendes:

„Set your objective so that your ad or sponsored story will automatically show to the people who are most likely to take the action you want. If you choose „clicks“, you will pay for clicks (CPC), and if you choose any other objective, you will pay for impressions (CPM) in the pricing section below.“

Im Prinzip ist es immer noch die Wahl zwischen CPC und CPM, aber hier wirkt Facebook anscheinend noch einmal zusätzlich auf die Werbeverteilung ein. Ich werde dies mal im Auge behalten und die Unterschiede testen.

Ein weiteres Update sind die „Aktionen“, die den Begriff „Verbindungen“ ersetzen. Facebook beschreibt es selbst so:

„Verbindungen aktualisiert auf Handlungen

„Handlungen“ umfasst alle vorher unter dem Begriff „Verbindungen“ zusammengefassten Informationen plus aller von den Nutzer innerhalb von 24 Stunden nach dem Aufrufen deiner Werbeanzeige oder gesponserten Meldung bzw. 28 Tagen nach dem Klicken darauf erfolgten Handlungen. Handlungen werden nur gezählt, wenn du für eine Seite, einen Seitenbeitrag, eine Veranstaltung oder Anwendung wirbst.“

Das ist nicht so trivial, wie es zunächst klingt, da die Verbindungen früher der Zahl Fans gleichgesetzt werden konnte. Das wird mit den „Aktionen“ nun erweitert. Somit kann man nicht mehr so einfach aus den Statistiken der Ads ableiten, wie viele neue Fans gewonnen wurden. Dies muss nun über die „Insights“ der Facebook Seite erfolgen.

Hilfreich in dem Zusammenhang ist aber auch die neue Anzeige der „erreichten Fans“ unterhalb der Beiträge von Facebook Seiten. Hier wird nämlich direkt aufgeschlüsselt, wie viele Nutzer über Werbung erreicht wurden und wie viele organisch erreicht wurden:

Facebook erreichte Nutzer eines Seitenbeitrages

Zusätzlich hat Facebook für Seitenadmins auch noch etwas eingeführt: „Promoted Posts“

Facebook Promoted Posts

Hier kann man ein festes Budget eingeben um den Beitrag möglichst vielen Fans anzuzeigen. Dies funktioniert sehr wahrscheinlich wie eine etwas abgespeckte Page Post Ad, die nur bestehenden Fans angezeigt wird, aber auch da fehlen im Moment noch die Erfahrungswerte.

Wie sieht es mit euch aus? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie oft schaltet ihr eigentlich Facebook Werbung?

Drei Tage Berlin – Drei Tage #rp12 – Drei Tage Klassentreffen?

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf der re:publica in Berlin. Da ich schon einigermaßen in der „Social Media Szene“ aktiv war, kannte ich die meisten und hatte eine wunderbare Zeit. Es war wie ein Klassentreffen, ganz so, wie man es mir versprochen hatte. Aus diesem Grund habe ich mich auch schon seit langem auf die diesjährige re:publica gefreut. Vor allem darauf, die Leute wiederzusehen.

Republica 2012 Eröffnungsansprache

Es hat sich einiges geändert, im Vergleich zum letzten Jahr. Die Location beispielsweise ist eine ganz Neue – Und sie ist eine sehr gute! Größere Räume, die sogar etwas mehr Rücksicht auf Barrierefreiheit nehmen. Dank an die ganzen Organisatoren und vor allem den Helfern, die dies ermöglicht haben! Man merkt, dass viel aus dem letzten Jahr gelernt wurde. Auch wenn es wieder Probleme mit dem Internet gab, es wurde versucht, auch dort etwas zu verbessern.

Neu war unter anderem auch, dass viele Sessions live gestreamt wurden – auf Spiegel online. Dadurch konnten nicht nur die etwa 4.000 Besucher vor Ort den Rednern lauschen, sondern auch viele aus dem Büro oder von zu hause aus.

Republica 2012 Livestreamed

Aber wie war es eigentlich? Drei Tage war ich in Berlin, drei Tage durfte ich mich mit vielen interessanten Menschen unterhalten und sie kennenlernen, oder wiedertreffen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Arbeitgeber: achtung!  hat mir nämlich 2 der 3 Tage freigestellt. Ist ja leider nicht immer selbstverständlich!

Doch zurück zum Thema: Es war großartig! Bei zumeist gutem Wetter habe ich persönlich den Großteil der Zeit damit verbracht, die Menschen zu treffen, die ich schon kannte oder noch offline kennenlernen wollte. Und noch ganz viele neue Leute kamen hinzu. Es entstanden wieder einmal interessante Gespräche, tolle Bekanntschaften und ich hoffe, dass dies noch ausgebaut werden kann.

Ein paar Sessions jedoch waren fast verpflichtend. Natürlich Sascha Lobos Session zum Stand des Internets. In einem Vortrag, der länger war, als es sich anfühlte, schaffte Sasche es erneut, gar nicht so unwichtige Fakten und Hinweise in eine unterhaltsam, nur vermeintlich oberflächliche Verpackung zu stecken. Angelehnt daran hat Daniel hier einen wunderbaren Beitrag verfasst, warum wir die Renaissance der Blogs selbst in der Hand haben.

Aber noch ein Sascha verstand es, eine super Session zu halten: Sascha Pallenberg hielt einen sehr tollen Vortrag über „Rockstars und Mimosen“ – Ein Vergleich von US Bloggern und deutschen Bloggern.

Republica 2012 - Sascha Pallenberg /by David Philippe

Dort zeigte Sascha einige Faktoren auf, die das Verhältnis der Blogger und Medien in Deutschland deutlich anders beeinflussen, als in den USA. Aber auch um den Umgang untereinander ging es. Wenn ihr die Chance habt, einmal den Vortrag von Sascha live zu sehen, nehmt sie wahr! Am besten fand ich aber wieder Saschas üblichen Einführungsslides mit den lautesten Fröschen/Kröten der Welt, dem Dschungel und dem Taipeh 101.

Ich sah mir auch einen Vortrag zur Frage, wie die EU eigentlich mit Cybersecurity umgeht an. Dort standen zwei IT-Spezialisten (mit super coolen Nerd-Shirts!) und zeigten, dass die Politik nicht nur in Deutschland oft noch weit von dem aktuellen Stand der Technik entfernt ist.

Republica 2012 - EU Cybersecurity

Sehr gut fand ich auch den Vortrag der Sprecherin von Twitter. Zum einen, weil man merkte, das dort ein kompetenter Sprecher war, der sich auf sein Publikum vorbereitet hatte, zum anderen, weil sehr interessante Cases gezeigt wurden, wie Twitter eingesetzt werden kann.

Republica 2012 - twitter session / by David Philippe

Aber letztlich war von den Vorträgen/Sessions doch der Auftritt von Steffen Seibert (dem @regsprecher) das Highlight der #rp12. Sympathisch, ernst, locker, offen und irgendwie „echt“ war er. Da kann man der Bundesregierung gegenüberstehen, wie man möchte, ihn finde ich ganz gut. Er hatte Lacher, Applaus verdient. Dass er nicht auf jede Frage genau antworten kann, sollten die Menschen, die sich mit PR und/oder Politik auskennen, nachvollziehen können.

Republica 2012 - Steffen Seibert (@RegSprecher) // by David Philippe

Mein Fazit:

Ja, es war ein drei Tage währendes Klassentreffen. Ich habe viele alte Bekannte getroffen und viele neue Leute getroffen. Ich habe durchaus einiges gelernt (unter anderem, wie sehr ich doch auf das Internet angewiesen bin) und hoffe, wieder mehr Zeit für mein(e) Blog(s) zu finden.

Ich freue mich jetzt schon sehr aufs nächste Jahr, werde da aber ein wenig besser vorbereitet hinfahren. 😉

Zu guter Letzt findet ihr hier noch ein kleines Album mit Bildern von der #rp12, die ich gemacht habe.

Sag mal, wie ist die Kritik-Kultur bei euch im Unternehmen?

Diese Frage wurde einem guten Freund von mir einmal gestellt: „Wie ist die Kritik-Kultur bei euch?“ Als er mir davon erzählte dachte ich nur, dass es eine interessante Frage ist.

Diese Frage sollte man sich eigentlich nicht nur selbst stellen. Man sollte sie in Vorstellungsgesprächen stellen. Egal auf welcher Seite des Tisches man sitzt. Für einen Bewerber ist es interessant zu wissen, wie es denn im Unternehmen aussieht. Und als Arbeitgeber ist es interessant zu wissen, wie der Bewerber womöglich mit Kritik umgeht und in welcher Form er sie erwartet. Eine gute, offene und ehrliche Kritik, die konstruktiv formuliert ist, hilft eigentlich fast immer weiter. Bei mir ist es da nicht anders. Wenn ich nicht merke, was ich falsch mache, kann ich mich auch nicht bessern.

Wie sieht es bei meinem Arbeitgeber aus?

Nach mittlerweile fast fünf Monaten stelle ich mir also auch einmal diese Frage: Wie sieht es mit der Kritik-Kultur in der Agentur aus, in der ich arbeite?

Ich kann natürlich nur für das Team sprechen, in dem ich arbeite und die Kollegen, mit denen ich arbeite. Also, wie sieht es bei achtung! aus? Die kurze Antwort: So weit ich es mitbekommen habe, sehr gut! Das äußert sich für mich in verschiedenen Formen. Den Anfang macht das sehr subjektive Gefühl, jederzeit fragen zu können, ob meine Arbeit oder meine Art in Ordnung ist und wo ich etwas verbessern kann/muss.

Aber ganz konkret wird es auch im direkten Feedback. Ich arbeite an einem Projekt, das für mich neu ist und daher bin ich natürlich bei einigen Aufgaben etwas unsicher. Ich kann mich direkt an einen erfahreneren Kollegen wenden, um Rat und Hilfe bitten. Das sollte natürlich nicht Oberhand nehmen, da ich schließlich das Projekt bearbeiten soll und nicht der Kollege. Auch wenn ich meine Aufgaben erledigt habe, wird sie noch einmal mit einer Senior-Person besprochen. Es wird analysiert, was ich gut und was ich weniger gut gemacht habe. Dabei wird, auf meinen Wunsch hin, kein Blatt vor den Mund genommen. Erst wenn man mir klar sagt, was ich falsch mache, kann ich daran arbeiten. Ich weiß, dass ich nicht alles weiß. Wer tut das schon? 😉

Offene Kritik nicht nur auf professioneller Ebene

Doch es geht auch um das Miteinander. Kann ich einem Kollegen sagen, dass er an einer Stelle vielleicht besser anders reagieren sollte in Zukunft? Kann ich meine Meinung zu Projekten, Prozessen oder Ähnlichem offen äußern, ohne mit Problemen rechnen zu müssen? Wird mir offen gesagt, wenn ich mich auch mal zwischenmenschlich nicht angemessen verhalte, sei es aus Stress oder Nachlässigkeit?

All diese Fragen kann ich mit „ja“ beantworten. Natürlich macht immer der Ton die Musik, keiner steht darauf, immer nur seine Fehler vor die Nase gehalten zu bekommen. Ein Beispiel? Ich war in den letzten Wochen sehr angespannt, weil ich zum ersten Mal ein größeres Projekt zu verantworten hatte. Ich musste mich in Prozesse einfinden und die Aufgaben erledigen. Das war alles recht neu für mich und nahm mich sehr in Anspruch. Leider litten meine Umgangsformen darunter. Selbstverständlichkeiten wie „bitte“ und „danke“ entglitten meiner Aufmerksamkeit. Ich persönlich finde es eigentlich wichtig, auf Höflichkeit zu achten. Es hat etwas mit der Wertschätzung des Gegenüber zu tun. Daher war ich umso schockierter, als ich einmal zur Seite genommen wurde und sehr dezent gefragt wurde, ob alles in Ordnung ist. Klar, ich war gestresst, aber so müde sah ich nicht aus, dachte ich. Aber das war es auch gar nicht. Mir war nicht einmal aufgefallen, wie ich mich verhalten hatte. Fast zwei Tage lang. Als ich darauf aufmerksam gemacht wurde, war es natürlich im ersten Moment ein Schock, aber ich war auch sehr dankbar. So konnte ich darauf achten. Ich konnte an mir arbeiten und weiß jetzt, dass ich da eine Schwachstelle habe. Am nächsten Tag wurde ich übrigens darauf angesprochen, dass ich wieder „so wie sonst“ sei. Auch das gehört für mich zu einer guten, positiven Kultur-Kritik.

Wenn ich weiß, woran es hapert, weiß ich woran ich arbeiten muss

Die Folge aus der Kritik-Kultur, die ich zur Zeit in dem Unternehmen, in dem ich arbeite, kennenlerne ist eine sehr interessante: Ich sehe sehr deutlich, woran ich an mir noch arbeiten kann und muss. Es ist ganz klar, was ich noch lernen muss. Ich habe das Gefühl, dass ich das hier sehr gut machen kann. Ich kann mich hier entfalten und noch sehr viel lernen. Und darum gefällt es mir hier.

Also: sag mal, wie ist eigentlich die Kritik-Kultur bei euch im Unternehmen?

Facebook Ads – Bringt das eigentlich etwas?

Facebook ist fest in den Alltag der meisten Leute integriert. Wir loggen uns morgens ein und checken den aktuellen Status der „Freunde“ und loggen uns abends meist nicht einmal mehr aus. Dank der Smartphones sind wir auch in der Ubahn oder im Bus stets in der Lage unsere Meinung zu unserem Sitznachbarn, der aktuellen Nachrichten oder sonst etwas kund zu tun.

Und dann gibt es noch die unter uns, die sich sogar beruflich mit Facebook auseinander setzen. Wir betreuen für uns, unser Unternehmen oder unsere Kunden Facebook Seiten und beschäftigen uns mit der Community. Wir sind stets bemüht, sie zu involvieren, mit ihnen zu sprechen und auf ihre Bedürfnisse einzugehen. Wir suchen die besten Zeiten, einen Beitrag zu posten aus den Statistiken heraus, wir wägen ab, welche Textzeile am besten mit dem Bild die Nutzer aktiviert. Alles mit zwei großen Zielen: Aktiviere deine bestehende Fans und gewinne neue hinzu!

Dies ist soweit keine hohe Kunst und die meisten von uns schaffen es mehr oder weniger gut. Hierfür ist bis auf die Zeit, die wir in Recherche und Community Management stecken, auch kein größeres Investment nötig. Was aber, wenn ich nun doch ein kleines Budget für Media zur Verfügung habe? Auf Facebook. Bringt das eigentlich etwas? Wer klickt denn auf die Werbung? Haben nicht mittlerweile die meisten Menschen im Internet den Ad Block Plus installiert?

Als jemand, der sich sehr stark mit Facebook Ads beschäftigt, kann ich eines sagen: Die Facebook Ads wirken! Die Nutzer klicken sie an, wie die sprichwörtlichen warmen Semmeln. Aber nur, wenn man einen guten Text und das passende Bild dazu hat. Wer nicht über das Facebook Sales Team bucht, hat 135 Zeichen für Text zur Verfügung. Hier zählt der pointierte Ausdruck, der zum Klicken verleitet. Ein hübsches, passendes Bild dazu: Super! Zusätzlich empfiehlt es sich, Sponsored Stories zu schalten. Hierbei handelt es sich um ein Werbeformat, bei dem anstatt eines Werbetextes und Bildes die Interaktion der eigenen Kontakte mit einer Facebook Seite angezeigt werden. So kann ich sehen, wer alles die neue Seite vom Kandidaten der letzten Casting-Show geliked hat und all so etwas. Und ob ihr es glaubt oder nicht: Das funktioniert noch viel besser als die Text-Ads! Warum? Ganz einfach: Ich sehe, dass ein „Freund“ von mir, diese Seite gefällt. Ich werde dadurch auf die Seite aufmerksam und klicke darauf. Wenn die Seite dann noch gut ist, ist der Klick zum „like“ nicht mehr fern.

Und just als ich anfing, diesen Beitrag zu schreiben, flatterte bei Facebook dieser Beitrag in meine Timeline: Facebook Timeline for Brands – It’s about storytelling! Diesen Beitrag kann ich nur jedem ans Herz legen. Hier beschreibt Jamie Tedford, CEO von Brand Networks, worauf man seit der Umstellung auf die Timeline für Facebook Seiten achten muss. Und in einem kleinen Unterpunkt erwähnt er auch Werbung. Sponsored Stories um genauer zu sein. Aber ein Satz von ihm stimmt auch für normale Ads: „Stories that are not amplified rarely reach beyond your existing inner circle.“ – Eine Geschichte, egal wie gut, erreicht zunächst immer nur den bestehenden Kreis an Leuten. Und wie wir seit der FMC wissen, im Durchschnitt auch nur 16% der Leute!

Genau hier kommen die Facebook Ads ins Spiel. Aber, ehrlich gesagt, nicht so, wie ich sie oben beschrieben habe. Warum ich jetzt erst etwas so beschreibe und dann was anderes sage? Ich weiß nicht, wie viele von euch schon einmal Ads für eine Facebook Seite geschaltet haben, daher wollte ich eine gute Basis legen. Es gibt aber neben der normalen Text Ad auf Facebook und den Sponsored Stories natürlich eine ganze Menge anderer Ads  auf Facebook. Seit der FMC, bei der immer wieder betont wurde, dass es um die Story geht und nebenbei für die Top Seiten der „Reach Generator“ vorgestellt wurde, bin ich überzeugt, dass man auf Facebook mit „klassischer Werbung“ also schickes Bild und ein knackiger Text dazu, nicht unbedingt die optimale Lösung gefunden hat. Vielmehr kommt es besser an, zumindest meiner Erfahrung nach, wenn man die Ads als sogenannte Page Post Ads einsetzt. Dabei werden Werbungen auf einen Beitrag der Facebook Seite geschaltet. Inhalt der Werbung: Der Beitrag. Dabei hat man weniger Zeichen als sonst zur Verfügung, danach wird (auch mitten im Wort) abgeschnitten. Natürlich kann diese Art der Werbung nur so gut sein, wie der Beitrag, der genutzt wird. Aber wenn da ein guter Beitrag dahinter steht, dann geht die Werbung auch ab!

Und jetzt kommt der Clou: Wurden die früheren Ads nur für die Nutzer angezeigt, die noch nicht Fan der Seite waren (zumindest in den meisten Fällen), so gibt es diese Unterscheidung nun nicht mehr. Facebook hat das Welcome Tab schon entfernt. Und der Beitrag wird eh von allen gesehen, ob Fan oder nicht. Warum sollte man also bei der Werbung auf diesen Beitrag dann unterscheiden? Die Folge ist dabei: Auch bestehende Fans sehen diesen Beitrag wieder! Damit kann man die Quote von sonst 16% durchaus steigern. Die Zugriffszahlen sehen zumindest bei den Ads, die ich betreue sehr gut aus. Ach ja: Der Preis auch! Das erfordert aber etwas mehr Aufwand und eine genauere Beobachtung der Ads.

tl;dr: Facebook Ads bringen durchaus etwas, aber nur dann, wenn sie auch ordentlich konfiguriert und betreut werden.