Die #rp13 – ein Rückblick: Willkommen zum Schulfest!

Es gibt schon so viele Rückblicke und Einschätzungen der re:publica 2013, eloquent, differenziert und gut oder auch nicht. Ich empfehle euch den Rückblick von Thomas Knüwer, da ich dem nur zustimmen kann. Oder aber den Rückblick von Florian Blaschke auf t3n.de. Dort findet ihr alle wichtigen Informationen. Hier werdet ihr nämlich einen ganz eigenen, persönlichen Rückblick auf „meine“ re:publica 2013 finden. Keine ausführlichen Analysen der Sessions, oder Einordnung der #rp13 in die digitale und nicht-digitale Gesellschaft.

Was ich jedoch jedem ans Herz legen möchte, ist diese Übersicht aller Aufnahmen der re:publica nach Session sortiert:

republica 2013 session videos

Klassentreffen ist vorbei – Willkommen zum Schulfest

2013 war meine dritte re:publica, die ich mitgemacht habe und ich habe aus dem letzten Jahr für mich eine Lehre gezogen: Ich gehe nicht zur re:publica, um die Sessions zu sehen, sondern um die Leute zu treffen. Das ist die Folge von einigen eher mäßigen Sessions aus dem Jahr 2011 und noch mehr mäßigen Sessions aus dem Jahr 2012, die ich besucht hatte. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein schlechtes Händchen bei der Session-Auswahl… Ich wundere mich jedenfalls über so manchen Vortragenden, der anscheinend frisch von der Hochschule seine eigentlich spannenden Ergebnisse vorstellt – und einfach nicht weiß, wie er das machen soll.

Also freute ich mich sehr auf die vielen Leute, die man meistens nur einmal im Jahr sieht. Und auf Leute, die ich vorher noch nicht persönlich gesehen habe. Es heißt, die re:publica ist wie ein großes Klassentreffen – nur dass man dort gerne hingeht. So war es die letzten beiden Jahre für mich und mit genau dieser Erwartung bin ich auch dieses Jahr angereist. Doch dieses Jahr war anders. Es war nicht einfach „nur“ ein Klassentreffen. Nein, dieses Jahr war es mehr. Es war eher ein großes Schulfest, an dem viele, verschiedene Klassen teilgenommen haben.

Es gab viele kleine Veranstaltungen, Gruppen und Treffen. Die unterschiedlichen „Schulklassen“ konnten neue Leute aus den anderen Klassen kennenlernen und es war irgendwie einfach eine große, gute Veranstaltung.

Die Renaissance der Sessions?

Dieses Jahr war aber auch etwas anderes nicht so, wie im Jahr davor: Die Sessions wurden besser. Und vielseitiger. Vor allem aber gab es wieder mehr Sessions, die sich rund um das Thema Blogging drehten. Das soll bitte nicht falsch verstanden werden, ich mag die Vielfalt an Sessions und Workshops, die es auf der re:publica gibt. Aber mir fehlte letztes Jahr ein wenig der Blogging-Fokus. Dieser kam dieses Jahr zum Beispiel in Form Session zu Blognetzwerken (ähnlich wie bei YouTubern):

Oder aber auch etwas zum Thema Finanzblogs, die noch nischiger scheinen, als mein Football-Blog:

Leider gab es keine Aufzeichnung der Session zu Sportblogs, die ich natürlich verpasst habe!

Letztlich habe ich leider viele gute Sessions nicht besucht. Weil ich mich verquatscht habe, weil ich sie gar nicht auf dem Schirm hatte, weil ich morgens etwas länger brauchte, um überhaupt auf der #rp13 zu sein (doofe Erkältung!). Doch zum Glück habe ich einige besucht und mein persönlicher Favorit ist die Session „i palindrome i“ von Marcus J.H. Brown:

Die Menschen, die ich traf

So war es also. Ich verpasste viele Sessions, sah ein paar und traf eine Unmenge an Leuten. Es war einfach eine gute Zeit und ich freue mich jetzt schon auf die nächste re:publica.

Ich traf natürlich den guten Markus Sekulla, der mich nach Düsseldorf holt und mit dem ich ab Juni sehr viel zu tun haben werde. In den paar Tagen wurden wieder viele Ideen geboren und Projekte auf die Liste gesetzt. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit in Düsseldorf. Und der 2-Jahres-Plan steht!

Ich traf Thorsten Bruck von Pixoona, der nicht nur meine Leidenschaft für vietnamesisches Essen teilt, sondern jemand, mit dem man immer Spaß haben kann, auch wenn er richtig viel Stress hat und eigentlich keine Zeit hat.

Natürlich waren meine (noch) Arbeitskollegen Kathrin, Daniel, Florian und Birte dabei.

Ich traf auch Stefanie Bamberg wieder, der ich es zu verdanken habe, dass ich viele andere, interessante Menschen treffen konnte. Ohne sie, hätte ich den sehr unterhaltsamen Dienstagabend mit Meike Lobo, Marcus J.H. Brown, Johannes Mirus, Michael Bukowski, Anne Schüßler und vielen anderen nicht miterleben können.

Ich traf noch viele viele andere Menschen und freue mich sie alle nächstes Jahr (oder eher) wiederzusehen. Und noch mehr, neue Leute zu treffen. Und dann werde ich auch mehr Sessions besuchen. Versprochen!

Visuelle Eindrücke der re:publica 2013 findet ihr übrigens hier

Alles neu macht der Mai?

Manch einer hat es vielleicht schon gehört, oder aber zumindest etwas angedeutet bekommen, für andere kommt es auch sehr überraschend… Der Mai wird für mich der letzte Monat in Hamburg sein. Bumm. Das war die Bombe.

David, wie kannst du nur die Perle verlassen? Was ist denn da los?

Im Dezember 2011 bin ich nach Hamburg und damit zu achtung! gekommen. Der Grund für meinen damaligen Wechsel von München nach Hamburg dürfte vielen bekannt sein. Ich sagte damals, es sein eine Frage des Gefühls gewesen. Ist das jetzt wieder so? Ja und nein. Damals war es eine sehr intuitive Entscheidung, die ich bis jetzt nie bereut habe. Ich kam zu achtung! und konnte wirklich sehr viel lernen. In einem Team, das mir sicher fehlen wird. Ich durfte mich an verschiedenen Aufgaben versuchen, vor allem aber konnte ich mich weiterentwickeln. Unterstützt von meinem Team, aber auch durch mich selbst motiviert.

Und diese Weiterentwicklung ziehe ich nun in einer weiteren Konsequenz durch. Ich möchte mich weiterentwickeln und werde dies nicht in Hamburg machen. Und nicht bei achtung. Ich bleibe bis Ende Mai bei achtung!, weil ich einen guten Übergang schaffen möchte. Weil es mir hier gefallen hat und gefällt und ich gerne noch einen Monat dran hänge, um dann in Ruhe gehen zu können, mit dem Wissen, hier alles erledigt zu haben. Aber Hamburg und die Menschen, die ich hier lieb gewonnen habe, zu verlassen… Das fällt mir schon schwer. Es ist aber, meiner Meinung nach, nötig, diesen Schritt zu machen.

Aber, was willst du denn jetzt machen? Und vor allem wo gehst du hin?

Nun, das wo ist einfach: Ich werde – endlich – mit meinem guten Freund Markus zusammen arbeiten können. Die „Kräfte bündeln“, wie er es so schön sagte. Ich gehe nach Düsseldorf. Nach (dann) eineinhalb Jahren Hamburg und achtung! und Digitale Beratung mit viel Facebook Werbung möchte ich sehen, was ich nun alleine oder mit Markus schaffen kann. Denn ich wechsle nicht zu einer anderen Agentur, oder einem Unternehmen. Ich werde mich als Freelancer versuchen. Und schon jetzt sieht es nach einem guten Start aus. Ich werde meine Fähigkeiten, die ich mir in meinem Studium und meiner Zeit in der aktiven Beratung angeeignet habe, nutzen und für verschiedene Projekte einsetzen.

Als Freelancer? Bist du dir da sicher?

Ja, das bin ich. Interessanterweise haben mich das wirklich viele gefragt und ich wundere mich da. Häufig kam das Argument, dass das ja schon unsicher sei und man da ja nie wisse, wie das mit der Bezahlung und so sei. Ich weiß nicht, warum das so ist. Ich habe eigentlich keine große Sorge, bezüglich der „Unsicherheit“ beim Freelancen. Ich habe neben dem Studium 1,5 Jahre „nebenberuflich“ mit meinem Kollegen Tristan selbstständig gearbeitet. Und letztlich ist es als angestellter zwar bequemer, aber die „Sicherheit“ währt auch da im Schnitt nur 1-3 Monate länger. Ich sehe in Düsseldorf und Umgebung einige interessante Projekte und spannende Unternehmen. Zumal ich auch noch den Vorteil habe, dass mir Markus zur Seite steht, der bereits viel Erfahrungen als Freelancer in Düsseldorf sammeln konnte. Von daher, noch einmal: Ja, ich bin mir sicher. Ich bin mir sicher, dass es der richtige Schritt ist, aber noch wichtiger: Ich bin mir sicher, dass ich das kann.

Und was genau willst du anbieten?

Nun, ich habe meinen Bachelor als Kommunikationsmanager gemacht, also PR. Und ich bin seit über 4 Jahren bewusst im Social Web aktiv. Bewusst bedeutet strategisch und mit klaren Zielen. Hinzu kommen die Erfahrungen, die ich in den letzten 2 Jahren als Berufstätiger sammeln konnte. Sehr viele Erfahrungen für verschiedene Kunden und Projekte. In verschiedenen Bereichen von Konzeption, Strategie, Umsetzung und Evaluation. Und im Halten von Workshops. Ich biete mein Wissen, meine Kreativität, meine Passion für die digitale Kommunikation und meinen Wunsch, etwas nicht nur „so wie die anderen“ zu machen, sondern auch mal außerhalb der üblichen Wege zu wandeln. Etwas anders zu machen, aber vor allem es so zu machen, dass es zielführend ist.

Ich habe keine Lust jemanden etwas zu empfehlen, nur weil es mir mehr Kohle bringen würde.

Ab Ende Mai ist es also soweit: Ich bin als Freelancer verfügbar. Im Raum Düsseldorf. Wer Interesse hat, mit mir zusammen zu arbeiten, der kann sich gerne bei mir melden. Über die üblichen Wege. Ich freue mich schon darauf.

Auszeit – achtung privat!

Seit dem 25. August bin ich im Urlaub. Moment, ich bin nicht nur im Urlaub, sondern in einem Traumurlaub, der mich auf eine Reise in meine Kindheit führt. Ich glaube spätestens hier sollte ich euch warnen, dass es ein rein privater Beitrag wird, der kaum jemanden interessieren wird, aber von mir geschrieben werden muss.

Ich habe im August 2011 meinen Abschluss gemacht, ich glaube am 26. August war meine mündliche Abschlussprüfung für meinen Bachelor in Kommunikationsmanagement. Am 31. August hatte ich meinen ersten Arbeitstag in München, in einer kleinen Agentur. Urlaub oder Wegfahren nach dem Studium? Nee, danke. Ich wollte arbeiten! Geld verdienen. Zum Dezember wechselte ich nach Hamburg zu achtung! und bin seitdem dort. Spannende Arbeit, tolle Kollegen, viel zu lernen. Hier und da gab es mal einen Urlaubstag, aber so richtig Urlaub war da auch nicht.

Jetzt bin ich aber seit dem 25. August im Urlaub und das für zwei Wochen! Eine davon verbringe ich gerade in Paris – bei der Familie meines Vaters. Das ich hier bin ist für mich etwas besonderes, denn das letzte Mal habe ich meine Familie aus Frankreich vor nun 13 Jahren gesehen. Damals war ich 14 Jahre jung und ich habe auch nur ein paar meiner Onkels und Tanten treffen können. Der Besuch damals war schon bewegend für mich, denn das war das Jahr, in dem ich eine Vermisstenanzeige für meinen Vater aufgegeben habe. Warum ich das erwähne wird später klar.

Ich wurde am Samstag Abend von meinem Onkel am Flughafen abgeholt. 13 Jahre machen etwas aus, auf beiden Seiten. Lustigerweise haben wir die gleiche Frisur: Wenig Haare auf dem Kopf. Die Vorfreude war groß, die Wiedersehensfreude noch größer. Das beste: Mein Onkel hat nur einen Tag nachdem klar war, wann ich zu besuch kommen würde, bereits ein großes Familienessen organisiert gehabt. Mit allen meinen Onkels, Tanten, Cousins und Cousinen, die zu greifen waren. Und mit Ba Ngoi. Das ist die Mutter meines Vaters – auf vietnamesisch. So war der Sonntag also auch schon geplant und ich fand vor Freude kaum Schlaf. Es fehlten zwar ein paar, aber die meisten waren da. Und neben der in Frankreich üblichen „Bise“ gab es viele Umarmungen und hier und da ein Freudentränchen.

Es roch bereits lecker vietnamesisch und aus der Küche hieß es von Ba Ngoi nur, wir sollten doch den Aperitif zu uns nehmen, sie kümmere sich um alles. Das war wie früher. Da war sie auch immer in der Küche und kochte, während wir uns unterhielten. Das war vor über 20 Jahren. Ich fand mich in dem Haus wieder, in dem ich als Kind auch schon eine Zeit gewohnt habe. Ich sah die Möbel, an denen ich mir den Kopf gestoßen oder das Knie geprellt hatte. Die vielen kleinen „Stellhinchen“, die eher kitschig wirken, aber doch dazu gehören. All das fiel auf mich ein, während ich merkte, dass mein Französisch eingerosteter war, als ich dachte, aber doch besser als erwartet. Ich erklärte immer wieder, was ich denn genau beruflich mache (versucht das mal auf französisch!) und wie es meinen Geschwistern und meiner Mutter ginge.

In einem Moment nahm mich meine jüngste Tante dann etwas zur Seite. Ich hatte gerade einen alten Reisepass meines Vaters in der Hand, der neben den alten Bildern von mir und meinen Geschwistern in der Schublade lag. Mein Vater war seit über 15 Jahren für seine ganze Familie „verschollen“ – er hatte sich mit seiner neuen Frau irgendwann einfach nicht mehr gemeldet. Für mich ist er seit über 23 Jahren verschwunden. Ich sehe noch, wie meine Tante ihren Bruder ansieht, er nickt und sie mir dann eröffnet, dass mein Vater sich gemeldet hat. „Er lebt also noch“ war mein erster Gedanke. Im März diesen Jahres hat er sich – welch Ironie – über Facebook gemeldet, bei seiner älteren Schwester. Ich habe vor 2 Jahren ebenfalls über Facebook meinen Onkel und Cousins wiedergefunden. Mein Vater lebt also noch, aber er ist nicht in Frankreich. Er ist zur Zeit in Abu Dhabi. Die erste Frage ist natürlich, ob er noch mehr Kinder hat mittlerweile. Ja, hat er. Zwillinge. Sie sind 14 Jahre alt und ich habe also zwei Halbschwestern. Sie gibt mir einen Zettel mit den Kontaktdaten meines Vaters: Handynummer, Skype und Email. „Er wollte nicht, das wir euch (mir und meinen Geschwistern) etwas sagen, aber wir finden das ungerecht.“ Ich werde ihm eine Mail schreiben, denke ich. Doch weiß ich nicht wann.

Das ganze dauerte keine zwei Minuten und der Trubel der Familie ließ mir kaum Zeit das alles zu verdauen. Ba Ngoi war aus der Küche gekommen und wollte noch mehr von uns aus Deutschland hören. Sie ist deutlich gealtert, wobei man das in 13 Jahren wohl erwarten muss. In dem Moment freue ich mich nur, dass sie ihren Sohn wieder gefunden hat. Für eine Mutter ist es sicher mindestens ebenso schwer, wie für einen Sohn. Wir unterhalten uns über vieles und ich erkläre noch einmal, was ich nun beruflich mache. Mittlerweile bin ich richtig gut darin, das auch in französisch zu erklären.

Es war ein toller Tag und ich freue mich immer noch, wenn ich daran zurückdenke. Morgen werde ich noch einmal Ba Ngoi besuchen und mit einigen Verwandten essen. Ich habe meine Geschwister informiert, dass wir noch zwei Halbschwestern haben. Aber viel wichtiger ist die Einladung zur Hochzeit meiner Cousine für nächstes Jahr. Ich brauche im Juni 2013 Urlaub. Möglichst lange!

Diese Auszeit die mich in meine Vergangenheit führte und zurück zu meiner Familie hat mir in den 4 Tagen, die ich hier bin bereits sehr gut getan. Es ist sehr ruhig hier, während mein Cousin seiner Freundin eine Klavierstunde gibt und der Wind die Sonnenhitze etwas mildert genieße ich meinen Kaffee. Ich bin irgendwie zu hause und freue mich jetzt schon auf mein Wiederkommen im nächsten Jahr. Denn ich weiß jetzt wieder, ich gehöre zu dieser Familie. Und sie zu mir.