Amazon und die Facebook Nutzer

Mittlerweile haben es sicher fast alle mitbekommen. Auf der Facebook Seite von amazon.de  gibt es gerade ein wenig Unruhe (könnt ihr hier selber sehen). Naja, also es regen sich viele Leute über einen Beitrag der ARD namens „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ auf. Der Beitrag lässt Amazon wirklich nicht gut dastehen. Wie genau der Beitrag ist, kann ich nicht einschätzen. Aber er sorgte auf jeden Fall dafür, dass sich nun viele Facebook Nutzer über Amazon und die Behandlung und Handhabe von Mitarbeitern aufregen.

Amazon reagiert nicht auf Facebook – sind die blöd?

Bisher habe ich keine Reaktion auf Facebook gesehen. Wie können die blos nicht reagieren, alle fordern es doch! Sind die blöd? Nein, sind sie nicht. Amazon hat mittlerweile bei chip eine Stellungname abgegeben, in der sie manche Fakten aus dem Bericht korrigieren. Doch auf der Facebook Seite geschieht nichts. Und ich sage: Warum auch? In ein paar Tagen werden sich die Leute ihren Frust ausgeschrieben haben und wieder beruhigen. Einige ent-liken die Facebook Seite und manche werden sogar eventuell die letzte Konsequenz ziehen und nicht mehr bei Amazon einkaufen. Aber ehrlich: Diese Konsequenzen sind meiner Meinung nach so sehr für Amazon zu spüren, wie ein Lufthauch – im Nebenraum.

Plötzlich tauchen Screenshots von „Amazon Mitarbeitern“ auf, die Beiträge faken

Und das wird jetzt wirklich interessant. Bereits heute morgen habe ich vereinzelte Screenshots gesehen, bei denen Leute auf der Amazon Pinnwand positive Beiträge gepostet haben. Leute, die in ihrer eigenen Facebook Info stehen hatten, dass sie Mitarbeiter von Amazon seien. So offensichtlich dumm sollte kaum einer sein, oder?

Amazon "mitarbeiter" fake Postings

 

Eine etwas genauere Betrachtung und Suche bei Facebook und Google nach den Namen der angeblichen Mitarbeiter von Amazon zeigt jedoch: Es lässt sich nichts finden. Nun kann man die Accounts natürlich schnell löschen, umbenennen oder aber für die Suche sperren, aber auch bei Google nicht einen Eintrag zum Namen zu finden und auch bei Telefonbüchern keine Einträge zu haben? Das deutet für mich sehr stark auf einen Fake hin.

Ob Fake oder nicht, hier kann man zwei Dinge sehr gut erkennen:

Erstens: Es ist sehr wichtig, Social Media Guidelines für die Mitarbeiter zu haben, die auch jedem Mitarbeiter klar sind. Zu schnell könnten Mitarbeiter tatsächlich darauf kommen, ihr Unternehmen zu verteidigen und dabei auch auf ähnliche Mittel zurückgreifen, wie „Fake-Postings“. Dies sollte unbedingt vermieden werden.

Zweitens: Auch wenn ich glaube, dass es sich hier um eine Aktion von „einfachen“ Usern geht, die nicht gezielt von einem Konkurrenten stammen, müssen Unternehmen heutzutage damit rechnen, dass sich jeder bei Facebook einen Account erstellen kann, einen falschen Namen eintragen und ein falsches Bild einfügen kann. Und schon kann man im Namen einer Person oder eines Unternehmens wahllos posten. Sehr kritisch wird es dann wirklich in Situationen wie diesen.

Ähnlich erging es beispielsweise der Rechtsanwältin Nina Diercks, die Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde. Diese Gefahr besteht schon länger, aber soweit ich es finden konnte, war dies das erste Mal, dass es während einer solch erhitzen Situation gezielt eingesetzt wurde. Gefährlich wird es, wenn die Fake-Accounts mit großer Mühe angelegt wurden (beispielsweise echte Namen von Mitarbeitern) und dies gezielt eingesetzt wird. Denn so können auch die klassischen Medien nicht mehr so schnell unterscheiden, ob es sich um echte Dummköpfe oder falsche Dummköpfe handelt.

In dieser Hinsicht ist der heutige Tag interessant gewesen. Aber einen „Shitstorm“ würde ich das nicht nennen. Ich habe bis jetzt immer noch keine Situation gesehen, die den Namen verdienen würde…

Warum ich Nokia mag

Ich steh auf Technik-Spielzeuge. Smartphones, Tablets, Rechner. Das war früher als kleines Kind schon so und das ist auch heute noch so. Ich musste nicht immer das neueste, oder beste Gerät haben, aber es sollte schon nah dran sein, oder einfach gut sein. So war es auch mit meinem Samsung Galaxy S 2, das ich sehr gern genutzt habe. Am 22. November jedoch, dachte sich mein SGS2, es wäre Zeit zu gehen. Oder besser, auszugehen und nicht mehr zu starten. Also Online-Mensch ohne Smartphone, das ist gar nicht so leicht! Und so schrub ich natürlich auf Facebook von meinem Leid:

Facebook Status David Philippe Samsung Galaxy S 2 defekt
Tja, das Nexus 4, das ich mir eigentlich im Januar oder Februar holen wollte, war zu dem Zeitpunkt noch ausverkauft und ich sah, vom Budget her, keine Möglichkeit mir ein aktuelles Smartphone als Ersatz zu kaufen. Somit war ich also auf mein Firmen-Smartphone angewiesen – ein iPhone 4S. Bis ich einen Kommentar eines Nokia-Menschen unter meinem Beitrag lesen konnte:
Kommentar Nokia
Ich war von dem Angebot überrascht, da ich damit nicht gerechnet hatte. Noch besser wurde es, als dann ein paar Tage später tatsächlich das Nokia Lumia 820 als Testgerät für 2 Wochen bei mir eintraf.
Nokia Lumia 820
Ich musste mir nur noch eine Micro-SIM besorgen und schon war ich wieder erreichbar!
Was war denn jetzt so toll daran?
Man könnte jetzt fragen, warum ich jetzt so begeistert von Nokia bin. Ich bekam ein Gerät zum testen, ich kann es ja nicht einmal behalten. Aber darum geht es hier doch gar nicht! Nokia, bzw. Ben, hatte erkannt, dass ich gerade nach einem neuen Gerät suche, weil mein altes Gerät defekt ist. Ich habe sogar meinen Favoriten (Das Nexus 4) genannt und in dieser Situation, in der ich mich nach einem neuen Smartphone umsehe, bietet man mir ein Nokia Gerät zum Test an.
Nun bekomme ich hin und wieder mal Testgeräte für den Tech-Blog, den ich für eBay schreibe, und bin es daher gewohnt, Geräte mal zu testen. Dabei spielt man meistens einige Apps drauf, legt evtl. seine SIM einmal ein, testet alle Funktionen und verwendet das Gerät ein paar Tage. Hier aber habe ich ein Gerät für meine tägliche Nutzung gebraucht. Ich brauchte einen kompletten Ersatz für mein SGS2 und habe daher das Lumia 820 wirklich komplett als „mein“ Gerät genutzt. Es an meine Wünsche und Nutzungsart angepasst und konfiguriert. Ich habe es täglich genutzt, für alle möglichen Zwecke, für die ich mein Smartphone halt nutze. Und somit habe ich es viel intensiver getestet, als ich es sonst je gemacht habe. Diese Chance wird man erkannt haben, als man mir das Gerät angeboten hat und genau wegen solch offener Augen und dem Erkennen von Chancen finde ich Nokia gut.
Moment, hast du jetzt nicht ein Nexus 4? Dann hat sich das für Nokia gar nicht gelohnt!
Ja, ich habe seit Freitag nun ein Nexus 4. Gekauft. Aber nur, weil ich mir jetzt nicht sofort ein Nokia Lumia 820 oder Lumia 920 gekauft habe, muss das für Nokia doch nicht bedeuten, dass es sich nicht gelohnt hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit einem Nokia Lumia Gerät vollkommen zurechtkommen kann, es mein Smartphone sein kann und (fast) alle Funktionen hat, die ich brauche. Ich habe eine sehr positive Erfahrung mit Nokia gemacht und ich schreibe jetzt diesen Beitrag darüber. Ich mag Nokia! Und das ist ja wohl etwas, das Unternehmen / Marken sich immer wünschen: Kunden / Verbraucher, die eine Marke mögen.
Und zum Lumia 820: Die einzige Funktion, die mir fehlte, war Instagram. Wobei ich stattdessen Eyeem oder die Nokia Funktion nutzen konnte.
Danke Nokia, für das Gerät. Ich hoffe, ihr könnt in Zukunft noch bessere und noch spannendere Geräte bauen, die ich gerne wieder testen würde.

Personen die darüber sprechen, sprechen gar nicht darüber?

Facebook und die Statistiken, für viele Leute ist das ein Buch mit vielen Siegeln, mindestens jedoch ein Übel, dass – je nach Reportingfrequenz – mit einer Regelmäßigkeit auf Community Manager und Berater zu kommt.

Eine wichtige Kennzahl ist dabei die Zahl der „Personen die darüber sprechen“. Was bedeutet diese komische Zahl eigentlich? Im englischen Facebook heißt es hier:

People talking about this definition

Also die Anzahl der einzigartigen Personen, die in einem bestimmten Zeitraum eine „Story“ über die Facebook Seite geschaffen haben. Dazu zählt jeglich Aktion, wie „die Facebook Seite liken“, „einen Kommentar auf der Facebook Seiten-Pinnwand hinterlassen“, „eine Frage der FB Seite beantworten“, „auf eine Eventeinladung reagieren“, „Die Seite in einem Foto taggen“, „Bei einem Place einchecken, oder ihn empfehlen“ und wichtig: „Einen Seitenbeitrag kommentieren, liken oder teilen“.

Nun habe ich bei den vielen Seiten die ich betreue in den letzten Wochen einen signifikanten Einbruch der Zahl derer festgestellt, die „darüber sprechen“. Vor allem dort, wo keine Werbung zur Fanakquise im Spiel war.

Ist das schlimm? Nun, häufig ist eine Kennzahl für den „Erfolg“ des Engagements bei Facebook ein „Interaktionsindex„, der in der Regel aus der Zahl der „Personen die darüber sprechen“ (PTAT) geteilt durch die Anzahl der Fans der Facebook Seite generiert wird. Also „PTAT/Fanzahl“=“Interaktionsindex“. Sinkt also der PTAT-Wert, sinkt der Interaktionsindex!

Warum bricht nun dieser „PTAT“ Wert so drastisch ein? Eine Erklärung könnte sein, dass die Berechnung des Wertes sich eventuell verändert hat! Wie ich darauf komme? Nun, stellt man Facebook auf die deutsche Sprache um, wird der „PTAT“ Wert wie folgt definiert:

Personen die darüber sprechen definition deutsch

Einen Moment mal! Wo ist denn da die Passage hin, die besagte, dass dort auch die „Kommentare, likes und shares eines FB Seitenbeitrages“ mit in den PTAT Wert einfließen? Also im Deutschen stand da im April zumindest noch dieser Passus! Dieser ist nun verschwunden.

Das bedeutet also, die Zahl derer, die „darüber sprechen“ spiegelt kaum die tatsächliche Interaktion der Fans (und anderer Facebook Nutzer) mit der Facebook Seite wieder! Vielmehr zeigt diese Zahl nun, wieviele neue Fans gewonnen wurden und wieviele davon auf der Facebook Seite einen eigenen Kommentar abgeben.

Wenn ich also nun eine Werbekampagne starte, die mit einem immensen Budget für ganz viele neue Fans sorgt, dann springt mir dieser Wert nur so nach oben. Dabei ist es aber vollkommen egal, ob die neuen Fans (und alten Fans ebenso) die Beiträge der Seite kommentieren, liken oder teilen!

Damit ergibt sich also, dass der Interaktionsindex gar nicht mehr die Interaktion darstellt! Das sollte für viele Community Manager und Social Media / PR Berater sehr wichtig sein!

Drei Tage Berlin – Drei Tage #rp12 – Drei Tage Klassentreffen?

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf der re:publica in Berlin. Da ich schon einigermaßen in der „Social Media Szene“ aktiv war, kannte ich die meisten und hatte eine wunderbare Zeit. Es war wie ein Klassentreffen, ganz so, wie man es mir versprochen hatte. Aus diesem Grund habe ich mich auch schon seit langem auf die diesjährige re:publica gefreut. Vor allem darauf, die Leute wiederzusehen.

Republica 2012 Eröffnungsansprache

Es hat sich einiges geändert, im Vergleich zum letzten Jahr. Die Location beispielsweise ist eine ganz Neue – Und sie ist eine sehr gute! Größere Räume, die sogar etwas mehr Rücksicht auf Barrierefreiheit nehmen. Dank an die ganzen Organisatoren und vor allem den Helfern, die dies ermöglicht haben! Man merkt, dass viel aus dem letzten Jahr gelernt wurde. Auch wenn es wieder Probleme mit dem Internet gab, es wurde versucht, auch dort etwas zu verbessern.

Neu war unter anderem auch, dass viele Sessions live gestreamt wurden – auf Spiegel online. Dadurch konnten nicht nur die etwa 4.000 Besucher vor Ort den Rednern lauschen, sondern auch viele aus dem Büro oder von zu hause aus.

Republica 2012 Livestreamed

Aber wie war es eigentlich? Drei Tage war ich in Berlin, drei Tage durfte ich mich mit vielen interessanten Menschen unterhalten und sie kennenlernen, oder wiedertreffen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Arbeitgeber: achtung!  hat mir nämlich 2 der 3 Tage freigestellt. Ist ja leider nicht immer selbstverständlich!

Doch zurück zum Thema: Es war großartig! Bei zumeist gutem Wetter habe ich persönlich den Großteil der Zeit damit verbracht, die Menschen zu treffen, die ich schon kannte oder noch offline kennenlernen wollte. Und noch ganz viele neue Leute kamen hinzu. Es entstanden wieder einmal interessante Gespräche, tolle Bekanntschaften und ich hoffe, dass dies noch ausgebaut werden kann.

Ein paar Sessions jedoch waren fast verpflichtend. Natürlich Sascha Lobos Session zum Stand des Internets. In einem Vortrag, der länger war, als es sich anfühlte, schaffte Sasche es erneut, gar nicht so unwichtige Fakten und Hinweise in eine unterhaltsam, nur vermeintlich oberflächliche Verpackung zu stecken. Angelehnt daran hat Daniel hier einen wunderbaren Beitrag verfasst, warum wir die Renaissance der Blogs selbst in der Hand haben.

Aber noch ein Sascha verstand es, eine super Session zu halten: Sascha Pallenberg hielt einen sehr tollen Vortrag über „Rockstars und Mimosen“ – Ein Vergleich von US Bloggern und deutschen Bloggern.

Republica 2012 - Sascha Pallenberg /by David Philippe

Dort zeigte Sascha einige Faktoren auf, die das Verhältnis der Blogger und Medien in Deutschland deutlich anders beeinflussen, als in den USA. Aber auch um den Umgang untereinander ging es. Wenn ihr die Chance habt, einmal den Vortrag von Sascha live zu sehen, nehmt sie wahr! Am besten fand ich aber wieder Saschas üblichen Einführungsslides mit den lautesten Fröschen/Kröten der Welt, dem Dschungel und dem Taipeh 101.

Ich sah mir auch einen Vortrag zur Frage, wie die EU eigentlich mit Cybersecurity umgeht an. Dort standen zwei IT-Spezialisten (mit super coolen Nerd-Shirts!) und zeigten, dass die Politik nicht nur in Deutschland oft noch weit von dem aktuellen Stand der Technik entfernt ist.

Republica 2012 - EU Cybersecurity

Sehr gut fand ich auch den Vortrag der Sprecherin von Twitter. Zum einen, weil man merkte, das dort ein kompetenter Sprecher war, der sich auf sein Publikum vorbereitet hatte, zum anderen, weil sehr interessante Cases gezeigt wurden, wie Twitter eingesetzt werden kann.

Republica 2012 - twitter session / by David Philippe

Aber letztlich war von den Vorträgen/Sessions doch der Auftritt von Steffen Seibert (dem @regsprecher) das Highlight der #rp12. Sympathisch, ernst, locker, offen und irgendwie „echt“ war er. Da kann man der Bundesregierung gegenüberstehen, wie man möchte, ihn finde ich ganz gut. Er hatte Lacher, Applaus verdient. Dass er nicht auf jede Frage genau antworten kann, sollten die Menschen, die sich mit PR und/oder Politik auskennen, nachvollziehen können.

Republica 2012 - Steffen Seibert (@RegSprecher) // by David Philippe

Mein Fazit:

Ja, es war ein drei Tage währendes Klassentreffen. Ich habe viele alte Bekannte getroffen und viele neue Leute getroffen. Ich habe durchaus einiges gelernt (unter anderem, wie sehr ich doch auf das Internet angewiesen bin) und hoffe, wieder mehr Zeit für mein(e) Blog(s) zu finden.

Ich freue mich jetzt schon sehr aufs nächste Jahr, werde da aber ein wenig besser vorbereitet hinfahren. 😉

Zu guter Letzt findet ihr hier noch ein kleines Album mit Bildern von der #rp12, die ich gemacht habe.

Das wichtigste aus der Facebook Marketing Conference 2012

FMC 2012

Die Facebook Marketing Conference 2012 fand gestern statt. Dort hat Facebook nicht nur die bereits gestern gelaunchte Chronik für Facebook Pages präsentiert, sondern den komplett neuen Ansatz für Marketing auf Facebook präsentiert.

Und da ist wirklich einiges anders geworden. Was hat also die FMC 2012 und die Timeline für Facebook Pages für Auswirkungen?

Facebook Pages & Promotion der Page:

1) Die Facebook Page wird laut Facebook die Zentrale für alles, was man auf Facebook machen möchte. Und mit „alles“ meint Facebook wirklich alles. Nutzerinteraktion, Ads, Promotion, etc. Alles beginnt mit der Facebook Page.

2) Es gibt etwas neues: Den „Reach Generator“ für Pages. Mit dem Reach Generator wird eine Art Evolution aus Page Post Ad präsentiert. Mit dem Reach Generator können Beiträge von der Page (Bilder, Videos, Fragen, Links, also wirklich alles) auf der Facebook Homepage (Also Startseite) rechts neben dem Newsstream der Fans angezeigt werden. Facebook selbst sagt, dass User im Durchschnitt nur 16% der Beiträge ihrer Kontakte und Likes sehen. 16% insgesamt, das ist nicht viel. Und laut Facebook werden durch den Reach Generator bis zu 75% der Fans erreicht. Von 16% zu 75% ist eine deutliche Steigerung.

3) Die Facebook-Deals sind wieder da! Bereits vor einigen Tagen vereinzelt aufgetaucht, wurden die nun „Offers“ lautenden Deals erneut präsentiert. Das neue bei den Offers: Man kann sie mit einem Klick einfordern und ebenso mit einem Klick teilen. Und auch sehr interessant: Man kann sie auch mobil einfordern und teilen!

4) Das große, wirklich mächtige Tool um seine Zielgruppe zu erreichen ist aber „Premium on Facebook“. Nachdem der Reach Generator bereits für mehr Aufmerksamkeit mit den bestehenden Fans sorgt, kann man mit Premium on Facebook (Ich kürze das mal PoF ab) noch viel stärker pushen. Und zwar nicht nur an Fans, sondern an alle User. Grundlage ist wieder ein Page Post (Das kann Bild, Video, Offer, Link oder einfach ein Update sein!).

  • Der Page Post wird, wie beim Reach Generator, rechts auf der Startseite angezeigt. Aber für alle User (die getargeted werden)
  • Aber: Der Page Post erscheint auch im Newsfeed der User (die getargeted werden)!
  • Zudem wird das alles auch in der mobilen Version von Facebook stattfinden, was neu ist.
  • Und: Man kann auch noch auf der Logout-Seite von Facebook erscheinen!

Das sind einige richtig prominente Positionen für einen Page Post. Die von Facebook versprochenen 5-10 mal höheren CTRs (als vermutlich Ads, worauf es sich bezog wurde nicht gesagt), klingen damit durchaus plausibel.

Die neuen Facebook Pages – Die Chronik für Pages

Heute haben sie bereits für viel Buzz gesorgt: Die „neuen“ Pages, bzw. die Chronik für Facebook Pages.

Der Cover Bereich

Das ist der „Cover-Bereich“. Hier findet sich alles wichtige auf einen Blick.

  • Das Cover-Bild bietet viele verschiedene Möglichkeiten, seine Seite und die Themen, die sich auf der Seite abspielen werden zu zeigen. Oder aber Aktionen zu promoten. Man kann sehr vieles mit dem Cover-Bild machen, da es sich häufig austauschen lässt. Was jedoch nicht geht: Gewinnspiele und auf den Like-Button hinweisen. Das wird beim Hochladen eines Cover-Bildes aber auch noch einmal gesagt.
  • Das Logo sollte möglichst gleich bleiben. Das Logo erscheint bei den Posts als „Profilbild“ und sollte möglichst das Logo des Unternehmens oder der Marke darstellen. Hier geht es um Wiedererkennung. Zumal das Logo in Groß zwar 180 x 180 Pixel groß ist, in den Posts aber nur 30 x 30 Pixel hat!
  • Im About-Bereich kann man kurz das Unternehmen/ die Marke vorstellen.
  • Bilder, Likes und Apps werden, ähnlich wie beim Profil, unterhalb des Cover-Bildes angezeigt. Wobei man auf die Likes eigentlich verzichten könnte, da die wohl nur wenig Fans interessieren dürften.
  • Neu: Man kann Facebook Pages nun Nachrichten schicken, die die Page dann beantworten kann. Das bietet für die One-to-One Kommunikation ganz neue Möglichkeiten, die sich einige Marketingleute sicher schon lange herbeigesehnt haben.

Die drei einfachen Möglichkeiten, die Chronik etwas aufzupeppen lauten „erlauben“ „highlighten“ und „zurück datieren“. Man kann Posts highlighten, so dass sie (wie beim Profil) über die gesamte Breite der Chronik angezeigt werden. Gerade bei Videos oder Bildern bietet sich dies an.

Das „erlauben“ bezieht sich auf die Beiträge der Fans. Je nach Sichtbarkeitseinstellung kann man ausgewählte Beiträge der Fans „erlauben“ so dass diese sichtbar in der Chronik auftauchen. Sonst werden die Beiträge der Fans zusammengefasst in einer Box angezeigt, ähnlich den Aktivitäten einer App.

Das zurück datieren ist gerade für Unternehmen mit langer Tradition interessant. Aber auch für andere Seiten, lassen sich mit diesem Feature sicher einige kreative Ideen umsetzen.

Ben & Jerry’s zeigt es beispielsweise sehr schön, wie man „Milestones“ zurückdatiert nutzen kann. Das geht natürlich auch für andere Unternehmen und Marken. Aber auch für Communities, die sich beispielsweise mit American Football beschäftigen. 😉

Ein sehr schickes Feature für Pages ist das „pinnen“ von Beiträgen. Diese Beiträge werden sieben Tage lang immer als erster Beitrag oben links angezeigt. Je nach Unternehmen oder Marke kann man Bilder, Videos, Fragen, „Offers“, Links zu Websites und einfache Beiträge, wie hier pinnen.

So gepinnte Beiträge sind sozusagen die „Message of the Week“ einer Facebook Page.

Der neue Admin-Bereich:

Für viele Admins zunächst Gewöhnungsbedürftig dürfte der neue Adminbereich sein. Die Benachrichtigungen, neuen Fans, Statistiken und neu: Nachrichten sind auf einen Blick in der Kurzübersicht einsehbar.

Ich persönlich finde diese Übersicht recht angenehm, da sie wirklich alles auf einen Blick bietet. Diese Übersicht erscheint übrigens bei einem Klick auf den Reiter „Adminbereich“ oben rechts neben dem Cover-Bild und fährt sich dann über dem Cover-Bild aus. Durch ein Klick auf „verbergen“ verschwindet es wieder.

Doch die Kurzübersicht ist nicht alles. Jetzt wird es richtig spannend, denn auch in den tieferen Administrationsbereichen haben sich einige Dinge geändert:

Was vielleicht nur wenige von euch regelmäßig sehen ist diese Ansicht. Und da fällt eines sehr schnell auf: Man kann nicht mehr auswählen, welcher Reiter für neue Fans, die die Seite noch nicht liken, angezeigt wird! „Moment mal – kein Welcome-Tab mehr für Facebook Pages??? Oh nein!“ könnte man sich jetzt denken. Doch halt! Durch die „pinned Posts“ kann man seine „Neuen“ mit einer „Message of the Week“ begrüßen. Mit dem Cover-Bild bietet sich eine weitere Möglichkeit, neue Fans zu begrüßen und letztlich: Wenn die Leute schon auf der Page sind, ist der größte Schritt eh schon getan. 😉

Doch noch etwas ist neu und das hat mit diesem Menü hier zu tun:

Konnte man früher entscheiden, ob User die Page Posts, die Top Posts oder die letzten Posts aller User sehen kann, gibt es nun die „Highlights“. Der User kann nun auswählen, ob er die Highlights sehen will – hier handelt es sich anscheinend um eine Mischung der Page Posts und Top Posts – oder aber Friend Activity, Page Posts oder die Posts der anderen User.

Gerade der Punkt „Friend Activity“ dürfte durchaus interessant sein, da hier für User auf einen Blick sichtbar wird, welche ihrer Kontakte wie mit der Page interagiert haben. Aber zurück zur eigentlichen Geschichte:

Hier sind ebenfalls neue Optionen zu sehen:

  • Die Box „Recent Posts by Others“ kann deaktiviert werden. Damit werden die Beiträge der Fans also verborgen. Das kann in manchen Situationen durchaus hilfreich sein.
  • Die Box „only show posts by Page and friend activity until reviewed“ hat mit dem vorher bereits erwähnten „erlauben“ zu tun. Das heißt der Seiten Admin kann entscheiden, welche Fan-Posts auf der Page erscheinen.
  • Ganz neu ist die „Message“ Funktion. Wenn man aber kein Interesse oder keine Ressourcen für die Beantwortung der Nachrichten von Fans hat, kann man diese Option einfach deaktivieren.

Kurz etwas zu den Insights/Statistiken:

Auch bei den Statistiken soll sich in den nächsten Wochen einiges Ändern. Dabei aber gar nicht so wahnsinnig neues oder revolutionäres: Es soll bald dei Real-Time Statistiken geben. Das heißt sobald eine Page einen Post abgibt, werden die Statistiken gestartet und schon nach Minuten kann man sehen, wie dieser Post performt.

Jetzt auszuführen, wieso das so interessant ist, würde doch ziemlich den Rahmen sprengen, da die Statistiken eine kleine Wissenschaft für sich sind. Nur so viel: Es gibt durchaus einige Bereiche, wo das ganze noch einmal sehr interessant wird.

Damit hat die fMC 2012 auch schon ihr Ende erreicht. Nach fast zwei Stunden mehr oder weniger live bloggens bin ich auch langsam durch und schließe hiermit diesen Beitrag. 😉

Erkenntnisse einer Nacht…

Cleaning up by Chackie81

Es mag komisch anmuten, aber man weiß nie, wann einem die Selbstverständlichkeiten im Leben wieder einem Hammerschlag gleich ins Bewusstsein einfallen und einen mental paralysiert zurücklassen.

So war ich gestern bei einem kleinen Event, das via Twitter organisiert wurde: dem #TwitGluehen, einem jährlich stattfindenen Ereignis, bei dem sich Twitterer zum gemeinsamen Glühweintrinken auf dem Weihnachtsmarkt in Hamburg Altona/Ottensen treffen. Soweit so zwonullig.

Doch im Anschluss ans #twitgluehen ging es noch auf ein afterglow in den Raum 43. Und dort saß ich in entspannter Atmosphäre und ahnte nichts böses, bis zwei Menschen sich neben mich setzten und ein Gespräch anfingen. Mit folgenden Worten: „Was seid ihr für Leute hier? Warum seid ihr hier?“ Ok, sie gehörten also nicht zur Gruppe der #twitglueher. Mehr noch, als ich ihnen erklärte, warum ich da war und wie ich dazu kam, hieß es nur: „Wow, dafür ist dieses Twitter also da?“

Wir kamen ins Gespräch, ein sehr angeregtes Gespräch. Ein Amerikaner, ein Deutscher , beide deutlich älter als ich und selbsternannte „digital immigrants“. Sie stellten interessante Fragen und irgendwann im Verlaufe des Gesprächs kam der Hammerschlag: Wir sagen immer, dass es gar nicht auf die Medien ankommt, sondern es immer um Menschen geht, doch vergessen wir diese Selbstverständlichkeit, diese essentielle Wahrheit nur allzu schnell wieder. Heute fordern doch alle Facebook-Seiten und Corporate Blogs oder Twitter, die ganz Progressiven sind sogar schon bei Google Plus dabei. Aber viele gehen dabei nicht mehr von den Menschen aus, die sie erreichen möchten, mit denen sie im Idealfall ins Gespräch kommen möchten, sondern sie denken in Medien, in Plattformen.

Doch nicht die Plattform war gestern wichtig, oder wie wir von der Veranstaltung erfahren hatten. Es war einzig und alleine wichtig, dass wir alle, die wir so ganz unterschiedlich und doch irgendwie gleich sind, gemeinsam zur gleichen Zeit am gleichen Ort waren und miteinander ins Gespräch kamen. Ohne Diskriminierung, weil der eine nicht bei Twitter ist, oder der andere sich gerade in einer Bar eincheckt und in die Welt hinausposaunt, wo er ist. Wir waren einfach Menschen, die sich kennenlernten. Und das ist doch genau das, was wir immer predigen, oder? Es geht um die Menschen. Um Menschen, die wir erreichen möchten. Wir wollen immer Gespräche führen, oder zumindest daran teilnehmen dürfen. Vielleicht wird es Zeit, über die Feiertage mal ein wenig weg von der Mediendenke zu kommen und wieder miteinander zu sprechen, also mit Menschen. So ganz ohne Device zwischen uns. Dann erkennen wir vielleicht auch wieder, dass die Menschen „da im Web“ gar nicht immer darauf warten, was wir ihnen zu sagen haben. Darum ists auch nicht schlimm, wenn ihr den Beitrag hier total uninteressant findet. Trefft mich doch mal offline. Ich bin ab dem nächsten Jahr wieder in Hamburg (Feiertage daheim, so offline und so). Was meint ihr?

Cleaning up by Chackie81

Bildquelle: Cleaning up von Chackie81

Achtung! Neuling.

Be different by Rainer

Heute war mein erster Tag bei @achtung! und er verging scheinbar wie im Fluge. Erwartet wurde ich um 9:30 Uhr, also 30 Minuten „Schonfrist“ am ersten Tag. Ein paar Minuten eher stapfte ich in das Büro des Teams „Digitale Kommunikation“ und wurde dort von Jette, Kathrin, Patrick (Romy war noch beim Arzt) und Wolfgang, sowie einem Blumenstrauß begrüßt. Und dann ging es auch gleich los, Kathrin zeigte mir alle wichtigen Dinge in der Agentur, also die drei Kaffeemaschinen und Küchen, Drucker und Toiletten… Und alles weitere. Nach einer kurzen Unterbrechung (ein schnelles Fotoshooting war angesagt), ging es dann weiter: Ich wurde allen, also wirklich allen Mitarbeitern, die in der Agentur herumstreunten vorgestellt.

Das waren natürlich viel zu viele Namen für mich, aber zum Glück gibt es Bilder im Intranet mit den Namen, da kann ich üben. Nach der Tour wurde ich noch in die Tiefen des Intranets, und allen nötigen Büro-Anwendungen eingeweiht und bekam anschließend Zeit, mein gestelltes Laptop, natürlich ein MacBook Pro, zu konfigurieren, so wie ich es mag. Ich konnte mir installieren, was ich wollte/brauchte ohne erst die Jungs der IT (im Nebenbüro) nerven zu müssen. Ein fehlendes Telefon wurde schnell nachinstalliert und die drei Tastaturen und zwei Mäuse aus den Schubladen verschwanden dann als Ausgleich. 🙂

Und damit war ich startklar. Ich wusste, wo ich die nötigen, sehr kurzen, Leitfäden liegen und habe mich eingelesen. Ruhig in den ersten Tag starten, dachte ich. Aber nichts da! Der Kollege, der mir die meisten Projekte und Aufgaben zeigen durfte, Markus, ist zur Zeit im Krankenhaus… Doch seine Aufgaben mussten ja erledigt werden. Und ich übernehme schließlich die meisten Aufgaben, also lag es nahe, das ich der Ansprechpartner war. Und so schnell war ich mittendrin! Und nicht als der Neue, der erst einmal argwöhnisch beäugt wird, sondern als der Neue, der vollwertiges Mitglied ist.

Ich könnte noch ewig weiter schwärmen, aber das erspare ich euch. Kurz gesagt: Es war ein traumhafter erster Tag, wie ich ihn jedem Arbeitnehmer nur wünsche. Vor einigen Tagen hat Christian im Gefahrgut-Blog bereits über die Aussenwirkung von Achtung berichtet und ich muss sagen, der erste Tag hat seine Einschätzung soweit bestätigt! 🙂

Be different by Rainer

Bildquelle: Be different von Rainer

Luxury Liqueur – Wie man Facebook-Fans begeistern kann

Das Luxury Set

Vor über zwei Wochen (am 13. Oktober um genau zu sein) sagte mir Daniel ganz aufgeregt, dass ich eine Seite „liken“ sollte. Der 300. Fan würde etwas besonderes bekommen. Was wusste ich nicht, bis ich auf die Seite klickte. Eine Einladung zu einer „Luxury Party“ meiner Wahl. Klingt gut, dachte ich mir. Luxury Liqueur sagte mir bis dahin nichts, hab ich nie getrunken, aber Daniel meinte, der schmecke ganz gut. Zu diesem Zeitpunkt hatte die Seite 298 Fans. Also klickte ich auf „Like“…

Ich hatte tatsächlich Glück und wurde Fan Nummer 300. Doch ich hatte ein Problem: Keine „Luxury Party“ in München! Das war jetzt ja etwas suboptimal. Doch die Luxury Leute waren auf Zack und haben mir gleich Angeboten, alternativ eine Flasche zu schicken, damit ich angefixt werden kann den Likör probieren kann. Das ganze Paket kam, sicher verpackt, inklusive eines „Drinking books“ mit Rezeptvorschlägen (sehr cool!) und noch einer Karte vom Geschäftsführer, sowie einer Nachricht, sollte mal eine Luxury Party in München stattfinden (oder ich in der Nähe einer Party sein), sei ich selbstverständlich eingeladen.

Nun kann man natürlich argumentieren, dass Luxury günstig dabei weggekommen sei und das alles ja gar nicht so cool ist. Aber Tatsache ist doch: Sie haben mich als Fan nachhaltig begeistert (und der Likör schmeckt tatsächlich! Habe die Ananasvariante aus der Booklet probiert) und zwar ganz einfach, indem sie auf mich eingegangen sind und unkompliziert auf mein kleines Problem reagiert haben. Übrigens schreibe ich diesen Beitrag nicht als Gegenleistung, sondern weil ich finde, dass man auch mal gute Beispiele zeigen soll. 🙂

Follow the leader… Denn wir haben keine Ahnung mehr

Follow the Leader

Jeder war schon einmal in dieser Situation: Man weiß selbst nicht mehr weiter und ist mit der Situation etwas überfordert. Was macht man in diesen Momenten? Richtig! Wir machen das, was der Typ neben uns auch macht. Der scheint ja Ahnung zu haben, sonst würde er ja auch erstmal gucken, was man machen sollte, nicht?

Das ist in ungewohnten Situationen eine durchaus probable Taktik. Problematisch wird es jedoch, wenn dieses Verhalten zur Normalität wird und man quasi planlos durch die Gegend rennt und sich nur noch an den anderen orientiert. In letzter Zeit habe ich jedoch immer öfter den Eindruck, dass genau dies geschehen ist. Wir haben alle keine genaue Ahnung mehr, was um uns passiert, die Systeme sind für das menschliche Fassungsvermögen viel zu komplex geworden.

Nun können wir natürlich nicht immer und überall den Durchblick haben und wissen was zu tun ist, das ist logisch. Dafür gibt es schließlich die Experten. Doch was, wenn die „Experten“ selbst auch nicht mehr verstehen, was da geschieht? Haben die Experten gewusst, was geschah als 2008/2009 die weltweite Finanzkrise über sie hereinbrach? Wie sieht es bei der „Euro-Krise“ aus? Wissen die Experten genau was zu tun ist? Die Lager sind gespalten: Die einen fordern Schuldennachlass und Unterstützung, während andere meinen, es wäre besser wenn Griechenland den Bankrott erklären würde. Ich habe keine Ahnung wer recht haben könnte.

Und was ist mit den „Experten“ die die Regierung in Technologie-Fragen beraten? Was haben sie denn zum „Staatstrojaner“ beigetragen? Entweder weiß die Regierung nicht mehr, wie sie ihre „Experten“ aussuchen soll, oder aber auch die Experten haben keine Ahnung mehr. Und in Folge dessen wissen die Leute, die uns „regieren“ sollen nicht mehr genau, was sie eigentlich sagen sollen…

Seien wir doch mal ehrlich: Wir alle blicken schon lange nicht mehr durch. Wir machen das, was sich bewährt hat und damit hat es sich meistens. Da wir die Systeme nicht mehr verstehen, verstehen wir auch nicht mehr, wie man sie ordentlich einsetzt. Das gilt nicht nur für Trojaner, Finanzen und Politik, sondern auch für die Kommunikation. Im Moment wollen alle Facebook Seiten haben. Das ist toll, das machen alle, das ist angesagt. Ob es Sinn macht? Erstmal sekundär. Verstehen wir das System der Kommunikation heutzutage noch? Warum geht ein Video viral ab, das sich kaum von einem anderen Unterscheidet, dass jedoch bei unter 1000 Klicks vor sich hindümpelt? Wo sind die kreativen, anderen, neuen Ideen? Das fragen sich auch die Gründer von The Third Club!

Ich merke es aktuell auch direkt im Arbeitsalltag. Ich bin seit etwas über einem Monat bei talkabout und  bin teilweise mit Aufgaben konfrontiert, die ich so noch nicht kannte oder bisher anders gelöst habe. Was mache ich? Ich schaue also, wie es bisher gemacht wurde. Zumindest habe ich dies am Anfang gemacht. Es war einfach, es gab Vorlagen und ich musste meine Ideen und Texte nur daran anpassen. Anpassen? Merkt ihr etwas? Agenturen erhoffen sich von neuen Mitarbeitern doch auch immer eine neue Perspektive und neue Ideen, da bin ich mir ziemlich sicher. Und was mache ich? Ich orientiere mich an den bisherigen Abläufen. Seit Anfang Oktober versuche ich, zunächst nicht mit den Vorlagen zu arbeiten, sondern mit leeren Blättern, auf denen ich meine Ideen sammle und dann später in die Vorlagen übertrage. Ob das sinnvoll ist, weiß ich nicht, aber es grenzt mich im kreativen Entstehungsprozess jedenfalls nicht ein. 😉

Also, folgt nicht einfach den anderen, versucht selbst nachzudenken. Es ist doch sehr wahrscheinlich, dass die anderen gar nicht so viel mehr Ahnung haben, sondern einfach irgendetwas machen! Hinterfragt doch mal bestehende Prozesse und versucht euch von Vorlagen zu lösen. Ein leeres Blatt hat nur eine Grenze: Eure Fantasie.

Update: Der Postillon hat eine „Umfrage“ zur Eurokrise und dem Vergleich mit Godzilla durchgeführt, die schön veranschaulicht (natürlich in Postillon-Manier), was es bedeutet, wenn man die Systeme und Abläufe nicht mehr begreifen kann.

 

Einer, der nicht das gemacht hat, was alle anderen machen, sondern sich selbst überlegt hat, wie er mit dem ihm gestellten Problem klar kommt, war Dick Fosbury:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=Id4W6VA0uLc]

 

 

 

Follow the Leader

Bildquelle: Follow the Leader (Danke dir Rainer)

Occupy Germany – Risiko, Chance oder was?

Occupy wird wohl das englische Wort sein, das zum Ende des Jahres bei allen Leuten bekannt sein wird… Ebenso wie die 99 Prozent.

Nachdem in Manhattan an der Wall Street seit dem 17. September protestiert und demonstriert wird und die Polizeikräfte sehr rabiat gegen die Demonstranten vorgehen, haben seit kurzem auch in Deutschland (und in vielen anderen Ländern) die Occupy-Demonstrationen begonnen.

Dass sich diese Demonstrationen jedoch nicht nur auf die Strassen begrenzen würden, war abzusehen. Anders als Regierungen besitzen viele Banken Social Media-Präsenzen, vor allem bei Facebook sind die Banken zu finden (Wie hier die Deutsche Bank). Und daher wunderte es mich zumindest nur wenig, als auch zum Angriff auf die Facebook-Seiten von Banken geblasen wurde.

Handelt es sich hier um einen Shitstorm? Können die Social Media Berater sich über einen neuen Case freuen? Ich glaube ehrlich gesagt: Nein. Der Sturm ist da draussen, auf den Strassen (wobei es in Deutschland verhältnismäßig noch ein laues Lüftchen ist) und was bisher auf den Social Web Plattformen der Banken so zu sehen war… Nun sagen wir, adequate Formulierungen von Anschuldigungen sehen definitiv anders aus.

Das Problem ist doch, dass es sich um ein reales Fehlverhalten in der realen Welt handelt, dass die Banken jedoch nicht eingestehen möchten. Das dies durchaus mit Zustimmung der Politik geschah vergessen die meisten Politiker sehr schnell und schlagen sich auf die Seite der „99 Prozent“. Die Banken haben spätestens seit der weltweiten Finanz-Krise 2009 ein Image-Problem, wobei ihr Image vorher nicht viel besser war. Daher ist es leicht sich gegen die Banken zu stellen.

Doch was bedeuten diese Proteste gesellschaftspolitisch für Deutschland und den Rest der Welt? Werden es die Bürger schaffen, sich von den Banken zu emanzipieren und einen Systemwandel herbeiführen? Manche möchten die Proteste gerne als ein kurzes Aufflammen der Empörung abtun, etwas „unsäglich albernes„, doch andere erkennen das Risiko – oder die Chance – für die Gesellschaft in diesen Protesten. Dass das System an sich nicht funktioniert und die Gesellschaft immer weiter in eine Schieflage bringt, aus der sie so nicht wieder herauskommt, dürfte den meisten klar sein. Doch wo die einen die gesellschaftliche Stabilität gefährdet sehen, erkennen die andere die Chance, den Ausweg aus dem System. Sie fordern ganz neue Regelungen für die Banken, für das Bankensystem, für die Finanzwelt. Ob sie sich durchsetzen können und wenn ja, zu welchem Grade, wird sich zeigen. Ich persönlich bin jedenfalls der Meinung, dass dies kein Social Media Shitstorm ist und auch kein kurzes Auflehnen. Ich verstehe es als ein globalen Hilfeschrei der Menschen, die das System schon lange nicht mehr verstehen und die ihrer Frustration nun gemeinsam, global Luft machen.

In diesem lesenswerten Stern-Artikel wird nicht zu unrecht der Artikel 20 des Grundgesetzes zitiert: „Alle Staatsgewalt geht vom Volke aus“. Subjektiv gesehen ist dies schon lange nicht mehr der Fall. Großkonzerne und Banken bestimmen scheinbar. Die Macht des Volkes hat stark nachgelassen. Ich bin gespannt, ob das Volk sich seine Macht zurückerkämpfen kann…

Bildquelle: „rewoT knabzremmoC“ (Danke Rainer!)