Die #rp13 – ein Rückblick: Willkommen zum Schulfest!

Es gibt schon so viele Rückblicke und Einschätzungen der re:publica 2013, eloquent, differenziert und gut oder auch nicht. Ich empfehle euch den Rückblick von Thomas Knüwer, da ich dem nur zustimmen kann. Oder aber den Rückblick von Florian Blaschke auf t3n.de. Dort findet ihr alle wichtigen Informationen. Hier werdet ihr nämlich einen ganz eigenen, persönlichen Rückblick auf „meine“ re:publica 2013 finden. Keine ausführlichen Analysen der Sessions, oder Einordnung der #rp13 in die digitale und nicht-digitale Gesellschaft.

Was ich jedoch jedem ans Herz legen möchte, ist diese Übersicht aller Aufnahmen der re:publica nach Session sortiert:

republica 2013 session videos

Klassentreffen ist vorbei – Willkommen zum Schulfest

2013 war meine dritte re:publica, die ich mitgemacht habe und ich habe aus dem letzten Jahr für mich eine Lehre gezogen: Ich gehe nicht zur re:publica, um die Sessions zu sehen, sondern um die Leute zu treffen. Das ist die Folge von einigen eher mäßigen Sessions aus dem Jahr 2011 und noch mehr mäßigen Sessions aus dem Jahr 2012, die ich besucht hatte. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein schlechtes Händchen bei der Session-Auswahl… Ich wundere mich jedenfalls über so manchen Vortragenden, der anscheinend frisch von der Hochschule seine eigentlich spannenden Ergebnisse vorstellt – und einfach nicht weiß, wie er das machen soll.

Also freute ich mich sehr auf die vielen Leute, die man meistens nur einmal im Jahr sieht. Und auf Leute, die ich vorher noch nicht persönlich gesehen habe. Es heißt, die re:publica ist wie ein großes Klassentreffen – nur dass man dort gerne hingeht. So war es die letzten beiden Jahre für mich und mit genau dieser Erwartung bin ich auch dieses Jahr angereist. Doch dieses Jahr war anders. Es war nicht einfach „nur“ ein Klassentreffen. Nein, dieses Jahr war es mehr. Es war eher ein großes Schulfest, an dem viele, verschiedene Klassen teilgenommen haben.

Es gab viele kleine Veranstaltungen, Gruppen und Treffen. Die unterschiedlichen „Schulklassen“ konnten neue Leute aus den anderen Klassen kennenlernen und es war irgendwie einfach eine große, gute Veranstaltung.

Die Renaissance der Sessions?

Dieses Jahr war aber auch etwas anderes nicht so, wie im Jahr davor: Die Sessions wurden besser. Und vielseitiger. Vor allem aber gab es wieder mehr Sessions, die sich rund um das Thema Blogging drehten. Das soll bitte nicht falsch verstanden werden, ich mag die Vielfalt an Sessions und Workshops, die es auf der re:publica gibt. Aber mir fehlte letztes Jahr ein wenig der Blogging-Fokus. Dieser kam dieses Jahr zum Beispiel in Form Session zu Blognetzwerken (ähnlich wie bei YouTubern):

Oder aber auch etwas zum Thema Finanzblogs, die noch nischiger scheinen, als mein Football-Blog:

Leider gab es keine Aufzeichnung der Session zu Sportblogs, die ich natürlich verpasst habe!

Letztlich habe ich leider viele gute Sessions nicht besucht. Weil ich mich verquatscht habe, weil ich sie gar nicht auf dem Schirm hatte, weil ich morgens etwas länger brauchte, um überhaupt auf der #rp13 zu sein (doofe Erkältung!). Doch zum Glück habe ich einige besucht und mein persönlicher Favorit ist die Session „i palindrome i“ von Marcus J.H. Brown:

Die Menschen, die ich traf

So war es also. Ich verpasste viele Sessions, sah ein paar und traf eine Unmenge an Leuten. Es war einfach eine gute Zeit und ich freue mich jetzt schon auf die nächste re:publica.

Ich traf natürlich den guten Markus Sekulla, der mich nach Düsseldorf holt und mit dem ich ab Juni sehr viel zu tun haben werde. In den paar Tagen wurden wieder viele Ideen geboren und Projekte auf die Liste gesetzt. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit in Düsseldorf. Und der 2-Jahres-Plan steht!

Ich traf Thorsten Bruck von Pixoona, der nicht nur meine Leidenschaft für vietnamesisches Essen teilt, sondern jemand, mit dem man immer Spaß haben kann, auch wenn er richtig viel Stress hat und eigentlich keine Zeit hat.

Natürlich waren meine (noch) Arbeitskollegen Kathrin, Daniel, Florian und Birte dabei.

Ich traf auch Stefanie Bamberg wieder, der ich es zu verdanken habe, dass ich viele andere, interessante Menschen treffen konnte. Ohne sie, hätte ich den sehr unterhaltsamen Dienstagabend mit Meike Lobo, Marcus J.H. Brown, Johannes Mirus, Michael Bukowski, Anne Schüßler und vielen anderen nicht miterleben können.

Ich traf noch viele viele andere Menschen und freue mich sie alle nächstes Jahr (oder eher) wiederzusehen. Und noch mehr, neue Leute zu treffen. Und dann werde ich auch mehr Sessions besuchen. Versprochen!

Visuelle Eindrücke der re:publica 2013 findet ihr übrigens hier

Ein Gerät mich zu binden?

Seit einem Monat ist meine Probezeit vorbei und ich bin als unbefristeter Mitarbeiter ein nun fester Teil von achtung! geworden. Viel geändert hat sich nicht, aber es fühlt sich gut an.

Und vor ein paar Tagen war es dann so weit: Ich habe etwas erhalten, das stark polarisiert – ein Büro-Smartphone. Polarisieren kann so ein Gerät nicht, weil es ein Apfel-Gerät ist, sondern weil viele sagen, dass es gar nicht so toll ist, wenn man immer erreichbar ist. So ein Bürohandy ist nicht nur ein Spielzeug für den Mitarbeiter, es ist ein Arbeitsgerät.

Und gerade bei Menschen, die – wie ich – Spaß an ihrer Arbeit haben, kann es natürlich schnell sein, dass man auch in der Freizeit dann mal bei der Arbeit „reinschaut“. Da ich nun nicht mehr mein eigenes Highspeed-Kontingent aufbrauche, vielleicht noch eher als sonst. Das ist keine Kleinigkeit, Freizeit sollte nicht unterschätzt werden und ist gerade bei Jobs, die Spaß machen, sehr wichtig. Denn viel zu schnell vergisst man, sich wirklich eine Auszeit zu gönnen und abzuschalten. Die vielbenannten „Akkus“ aufzuladen, nicht nur bei den einzelnen Devices, sondern die des Körpers. Und das heißt sowohl körperlich, als auch mental mal abzuschalten und NICHT zu arbeiten.

Ich habe in den letzten Monaten, mit etwas Unterstützung, schon gut gelernt, auch mal die Mails vom Wochenende nicht unbedingt sofort zu beantworten, wenn es nicht dringend ist. Und merke, dass es vielleicht nicht viel ausmacht, aber in der Summe durchaus einen Unterschied macht. Und da ich leider kein Samsung Galaxy S 3 als Bürogerät bekommen habe, ist die Gefahr eh nicht ganz so groß, dass ich damit auch am Wochenende immer herumrenne oder spiele.

Dennoch: Ich kann sehr gut verstehen, warum manche lieber kein Bürogerät haben möchten, ebenso wie ich die verstehe, die gerne eines haben. Es hat eben alles Vor- und Nachteile. Im Moment überwiegen bei mir die Vorteile. Und „noch“ kann man solche Geräte ja auch einfach mal ausmachen. Also zur Not.

PS: Wir suchen noch nach netten Kollegen! Schaut also unbedingt einmal hier vorbei: achtung! Karriere

#bchh11 – Afterglow // Oder: Barcamps dienen auch der Fortbildung

Drive Home by chackie81

Das Barcamp Hamburg 2011 ist vorüber und die meisten Besucher sind mittlerweile wieder daheim angekommen. Zeit einen Blick zurück auf die letzten 4 Tagen zu werfen. Die ganzen Eindrücke und Begegnungen zu verarbeiten und etwas einzuordnen.

Nachdem Daniel bereits einen wunderbaren „Danke-Beitrag“ zum Barcamp Hamburg geschrieben hat, den ich nicht besser hätte formulieren können, schließe ich mich hier einfach seinem Dank an und gehe eher etwas mehr auf die eigenen Erfahrungen und Impressionen ein:

Die Sessions:

Barcamps leben von ihren Besuchern, die Sessions anbieten oder sie mit guten Diskussionen bereichern. Das #bchh11 hatte gute Besucher, die gute Sessions anboten und noch bessere Diskussionen führten. Hier ein paar Highlights für mich:

Die Sessions von Sven Wiesner: „Speed AppDating“ – Stelle deine liebste App in zwei Minuten vor, war das Motto dieser Session. Sehr interessante Apps, die hier zum Großteil erfasst sind. Weiterhin hat Sven noch die Session „Warum es völlig OK ist, Fans und Follower zu kaufen“ gehalten. Ein sehr provokanter Titel, der eine sehr interessante Session mit sich brachte. Ob man nun selbst Fans oder Follower kauft, sollte jeder für sich entscheiden.

Update: Es gibt nun auch die Session von Sven bei YouTube:

[youtube=http://youtu.be/1hU1k-LSejw]

 

Die Session von Philipp: „Social Media Monitoring Tools“ – Diese Session war so interessant, dass es sogar am zweiten Tag eine Fortführung gab. Hier konnten auch einige Agentur-Menschen noch neue Tools kennenlernen und ich werde mir einige noch einmal genauer ansehen. Sehr interessant!

Die Session von Romy: „Schmutzige Tricks beim Community Management“ – Erstes Fazit der Session war die Empörung, oder Verwunderung der Besucher über das Engagement von Romy, auch nach der „Öffnungszeit“ noch online zu sein und der Community zur Verfügung zu stehen. Zweites Fazit: Wenn man denkt, man weiß schon viel, kommt eine gute Session daher und zeigt, dass es immer neues zu entdecken gibt. Ein paar Tricks konnte ich mir noch abgucken, danke dafür!

Daniel und ich haben selbst am Freitag zwei Sessions abgehalten. In der ersten haben wir, beziehungsweise vor allem Daniel, die Idee des Barcamp Sport vorgestellt. Wir wollten Anregungen, Meinungen und Tipps bekommen, um das Barcamp möglichst optimal vorbereiten zu können. Hier einen großen Dank an all die guten Hinweise, Kontakte und spontanen Unterstützungen! In der zweiten Session haben wir in gemütlicher Runde die Beziehungen von Bloggern diskutiert. Hier gab es keinen Frontunterricht, sondern wir, dieses Mal vor allem ich, wollten wissen, wie es denn aussieht, das Verhältnis von Bloggern untereinander. Da wir auch ein paar Vertreter von Unternehmen dabei hatten, die sich auch für die Blogger-Ansprache interessierten, konnten wir in der Session über die Herausforderungen der Blogger-Ansprachen von PRlern sprechen. Einen großen Dank an alle Teilnehmer der Diskussion! Daniel und ich hatten übrigens letzten Montag schon mit einigen dazu „gesprochen“ in der monatlichen Montagsrunde!

Die Leute:

Barcamps sind auch immer die ideale Möglichkeit, Leute zu treffen. Sei es zum ersten Mal oder zum zweiten, dritten, zehnten Mal. Ob man sich vorher schon online kannte oder nicht. Bei jedem Barcamp habe ich interessante Menschen kennengelernt. Und daher verwundert es auch niemanden, dass auch in Hamburg wieder viele tolle neue Menschen in meinen Aufmerksamkeitsfokus getreten sind. Da ich so viele Leute getroffen habe und im Moment wahrscheinlich jemanden vergessen würde, werde ich keine Namen nennen, sondern mich bei allen bedanken. Ich habe tolle Gespräche geführt über die verschiedensten Themen, von Whisky und Genuss über Manifeste der Arbeitswelt von Morgen bis hin zu gutem Deutschrap. Alles war da, alles war toll. Eine Bitte an euch, sollte ich euch vergessen, oder nicht sofort zurückfolgen: Gebt mir kurz Bescheid. Added mich bei Facebook, Twitter, Google Plus und co. Ich freue mich auf euch.

Weitere Rückblicke zum #bchh11 findet ihr hier:

#DMWhh – Tag 1 von Taalke

#DMWhh – Tag 2 von Claudia

Ein Rückblick von Claudius

Ein Rückblick von Steve

Zu guter Letzt noch eines: Ich mag Hamburg. Diese Stadt hat es mir wirklich angetan. Und wir werden uns bald wieder sehen. Das ist klar.

Drive Home by chackie81

Bildquelle: Drive Home by Chackie81

Der 13. Krieger der Unternehmen

Wer von euch kennt den Film „Der 13. Krieger“ mit Antonio Banderas nicht? Bevor ihr weiterlest, schaut ihn euch erst einmal an.

Der Film spielt im Jahr 922. Ein arabischer Gelehrter (Banderas) wird auf Grund von… einer problematischen Situation in der Heimat beauftragt zu den Nordmännern zu reisen und dort als Botschafter zu fungieren. Doch es kommt anders und er muss sich als 13. Krieger einer Delegation anschließen, die einer benachbarten Siedlung bei einem Problem helfen sollen.

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=OY8nsY03voo]

Das faszinierende ist, dass bei der Auswahl der Krieger bestimmt wurde, dass der 13. Krieger kein Nordmann sein dürfe. Das Orakel fordert also einen Fremden. Warum? Die Nordmänner sind große Krieger, furchtlos und Kampferfahren. Banderas ist nur ein Gelehrter, der Gewalt scheut. Definitiv kein Krieger. Doch die Nordmänner denken alle mit dem gleichen Muster. Sie sehen und bewerten ihre Umwelt gleich. Der 13. Krieger bringt eine neue Perspektive – ein neues Denkmuster in die Runde. Und tatsächlich trägt diese andere Denkweise, die Unerfahrenheit, der neue Blick dazu bei, dass die Delegation ihre Aufgabe erfüllen kann.

Wer längere Zeit in einem Unternehmen arbeitet adaptiert ebenfalls bestimmte Denkmuster, das ist normal für Menschen und evolutionsbiologisch auch nur logisch. Der Mensch passt sich seiner Umwelt an. Die Routine ermöglicht eine schnelle und effiziente Bearbeitung von alltäglichen Aufgaben. Doch entwickelt er dadurch auch die oftgenannte Betriebsblindheit. Dies ist ein häufiger Grund für Unternehmen, eine Agentur oder einen externen Berater ins Haus zu holen. Nicht weil sie die Probleme nicht alleine lösen könnten, sondern weil sie eine neue Perspektive benötigen um ein besseres Ergebnis zu erhalten. Die Berater sind der 13. Krieger für Unternehmen. Sie bringen einen neuen Blick eine neue Denkweise in das Unternehmen. Und wie im Film können sie gemeinsam die Aufgaben bewältigen und das Übel abwehren…

Doch damit ist es nicht geschehen. Man darf das Ende des Films nicht vergessen. (Achtung Spoiler-Alert!)

Antonio Banderas Figur bleibt nämlich nicht bei den Nordmannen und verbringt seinen Lebensabend dort, lebt als Kriegsheld unter ihnen. Nein. Nachdem die Aufgabe erfüllt ist, macht er sich auf den Weg zurück in die Heimat. Mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen. Und genau hier liegt der Hund begraben: Er verlässt die Gruppe. Denn Menschen sind Gewohnheitstiere. Auch wenn er nicht sofort ihre Denkweise adaptieren würde – sie wahrscheinlich nie komplett übernehmen würde – er würde sich ihnen unweigerlich anpassen. Und das ist eine Zwickmühle für Agenturen und Berater. Denn nach langjähriger Zusammenarbeit funktioniert die Kooperation von Unternehmen und Agentur/Berater zwar super, aber die Agentur hat sich mitunter an das Unternehmen angepasst und verliert die Aussenperspektive. Der ursprüngliche Grund, warum sie erst zum Unternehmen dazukam.

Diese Problematik besteht nun einmal, daran kann nicht gerüttelt werden. Wichtig ist für Unternehmen, zu erkennen, wann die Agentur/der Berater seine Aussenperspektive verloren hat. Und für Agenturen ist es wichtig, möglichst immer daran zu denken, dass man eine externe Beratungsposition inne hat. Mit Personalvariationen können Agenturen versuchen möglichst lange ihre externe Sicht beizubehalten, aber sie müssen damit rechnen, dass es stets nur eine begrenzte gemeinsame Zeit bleiben wird. Letztlich trennen sich beide Parteien wieder, jede mit neuen Erfahrungen und Erkenntnissen.

Es gibt eine Menge Analogien von Kommunikationsberatung und allem Möglichen. Ich denke, hier kommt nur eine weitere hinzu.

Was bringt Social Media eigentlich?

Ich hätte auch einen anderen Titel wählen können: Haters gonna hate. Aber eins nach dem Anderen.

Vor etwas über zwei Jahren habe ich begonnen, mich gezielt mit diesem Social Media auseinander zu setzen. Mein Twitter-Account entstand aus einer Recherche zu Social Media heraus, damals in meinem ersten Praktikum in Berlin. Mein Xing-Account wurde reaktiviert, den hatte ich schon seit 2006, als ich noch dachte, Xing sei so etwas wie StudiVZ. Und natürlich war ich damals bei StudiVZ aktiv. Facebook kam erst Anfang 2010 dazu, ich wehrte mich lange gegen diesen unübersichtlichen Datenkraken.

Twitter habe ich zunächst einmal so genutzt, wie es das Klischee vorschreibt. Ich habe Arbeitskollegen aus dem Praktikum gesucht und folgte ihnen. Twitterte über die Hitze und das Chaos der berliner S-Bahn (2009, ihr erinnert euch?) und andere alltäglichen Banalitäten, die nur wenige interessiert. Nach einer kurzen Pause ging ich aber gezielter vor. Ich folgte interessanten Leuten, die interessante, vorwiegend Kommunikationsthemen in ihren Tweets behandelten. Ich baute mir ein eigenes Netzwerk auf und kam mit Menschen in Kontakt, die mir vieles zeigten. Johannes Lenz zum Beispiel habe ich sehr früh kennen gelernt und er gab mir viele wertvolle Tipps. Auch viele andere, denen ich noch immer gerne folge, waren dabei. Ich mischte mit, ich kommentierte bei Blogbeiträgen, Facebook Seiten und traute mich, bei Diskussionen teilzunehmen. Viel Zeit investierte ich in mein Engagement, auch wenn es mir nur selten so vor kam. Es machte Spaß. Ich lernte interessante Menschen kennen und viel über die Kommunikationsbranche. Profis teilten ihre Ansichten und Erfahrungen mit mir, zwar nicht gezielt – so egozentrisch bin ich nicht – aber ich war ein Teil dieser Welt.

Oft habe ich versucht, meine Kommilitonen von diesem spannenden Ding zu überzeugen, dieser Welt, in der man spannende Menschen trifft, sofort informiert ist, wenn etwas passiert und so viel lernen konnte. Manche waren interessiert, einzelne haben sich damit sogar beschäftigt, die meisten waren gelangweilt bis genervt. Nun, mir sollte es recht sein. Ich blieb im Social Web aktiv. Ich begann sogar zu bloggen. Mein Netzwerk wurde größer und es kam der Tag, an dem ich begann mich offline mit Menschen zu treffen, die ich zuvor nur über Twitter kannte. Damit war es um mich geschehen. Ich wollte immer mehr Menschen treffen, den Kontakt so auf eine andere Ebene ziehen und noch mehr Menschen kennenlernen. So kam zur zeitlichen auch die monetäre Investition, die mit der re:publica 2011 ihr Highlight erreichte – bis jetzt.

Und was hat mir das nun gebracht? All die Zeit die ich investiert habe, all das Geld für Fahrten, Hotel, etc.? Abgesehen von vereinzelten Aufträgen hier und dort? Ein Netzwerk von Kommunikationsprofis und anderen hilfsbereiten Menschen, die mich mit Informationen versorgen. Eine Vernetzung, die es mir erlaubt zu sagen: Die wichtigsten Informationen erhalte ich über meine Timeline(s) automatisch.

Nun bin ich am Ende meines Studiums angelangt. Die Bachelorarbeit wurde heute abgegeben. Und kurz vor Ende beschloss ich, mein über die letzten zwei Jahren gewachsenes Netzwerk um Anregungen und Hilfe zu bitten. Natürlich in einem Blogbeitrag. 10 Tage vor Abgabe der Bachelorarbeit stellte ich meine Grundstruktur und die bereits behandelten Themen kurz dar und bat um Anregungen und Tips. Und es kam auch hilfreiches Feedback! Danke allen dafür. Vor einer Woche dann war es soweit. Die Bachelorarbeit war im Grunde fertig und es galt nun, die Korrekturleser zu finden. Jeder kennt das, man fragt Bekannte, ob sie nicht die Arbeit gegenlesen möchten. So habe ich es auch gemacht:

Es entstand eine Diskussion ob meine Frage denn zulässig wäre und dass es ja irgendwo nicht fair sei, da ich Menschen fragen konnte, die ja viel mehr über die Materie wüssten als ich. Ich war beim ersten Lesen… Nunja ich war einfach erst einmal platt. Damit hatte ich absolut nicht gerechnet. Und ich fragte mich kurz, ob ich etwas falsch gemacht hätte. Doch schnell war klar, nein. Ich habe nichts anderes gemacht, als das, was meine Kommilitonen auch gemacht haben: Ich habe meine Bekannte um Hilfe gebeten. Sogar transparent und nachvollziehbar. Den Beitrag zum Crowdsourcing habe ich sogar in der Bachelorarbeit erwähnt.

Ich habe sehr gute Korrekturhinweise erhalten, für die ich mehr als dankbar bin. Dafür wird es noch einen gesonderten Beitrag geben. Aber ich habe mir keinen unlauteren Vorteil verschafft. Ich habe vielmehr die Früchte meiner Investition der letzten zwei Jahre geerntet: Hilfsbereite Menschen, die mir zur Seite stehen. Und genau das hat Social Media für mich gebracht: Kontakt zu tollen Menschen und Erfahrungen und Eindrücke, die ich in der Theorie nie und in Praktika nur selten so gewonnen hätte.

Also: Haters gonna hate. Don’t feed the trolls. I am done. 🙂

Übrigens ist das auch teilweise auf Unternehmen übertragbar. 😉

flinc – Mitfahrzentrale 2.0

Ich bin gerne unterwegs. Fahre durch Deutschland, sehe mir verschiedene Städte an und versuche möglichst viele Leute zu treffen. Doch als (noch) Student ist das Budget für solche Reisen klein, obwohl die Zeit da wäre. Daher versuche ich immer günstige Reisemöglichkeiten zu finden. Und doch war ich bisher nur ein Mal bei der Mitfahrzentrale.

Diejenigen, die meinen Tweets oder Facebook-Updates länger folgen, wissen vielleicht, dass ich oft versuche über Twitter oder Facebook eine Mitfahrgelegenheit zu bekommen. Sei es nach Hannover, um eine Aktion der PR-Studenten dort mitmachen zu können, nach Hamburg, um mir das BetaHaus und die Leute da anzusehen oder um nach Berlin zur re:publica zu kommen. Doch gehen diese Versuche meist unter, da sie in der Timeline hinabgespült werden und nur wenige Menschen darauf reagieren. Twitter ist für soetwas wohl der falsche Ort, Facebook bringt nur dann Ergebnisse, wenn jemand in der Nähe ist und zufällig auch dahin will.

Seit kurzem jedoch gibt es eine Plattform, die genau das ermöglicht, was ich bisher über Twitter und Facebook versucht habe: flinc. Flinc stellt ein soziales Netzwerk dar, dass nur darauf aus ist, Mitfahrgelegenheiten zu finden. Man erstellt sich, wie bei anderen Social Networks ein Profil mit Profilbild und einigen Angaben zur Person – man möchte ja wissen, wer da mitgenommen wird – und dann kann es los gehen. Entweder man stellt selbst eine Fahrt ein und sucht nach Mitfahrern, um die Benzinkosten zu senken, oder aber, man sucht eine Mitfahrt und gibt Abfahrts- und Zielort ein.

Das klingt bisher ganz unspektakulär, doch wartet flinc noch mit einer ansehnlichen Reihe an Features auf. So gibt es bereits eine iPhone-App, die also auch mobil schnell und einfach eine Mitfahrt ermöglichen kann. Ebenso arbeitet flinc in Deutschland mit dem Navigationssystemanbieter Navigon zusammen, das bedeutet: Potentielle Mitfahrer werden auf dem Navi angezeigt und man wird gefragt, ob man sie mitnehmen möchte. Der Weg zum Mitfahrer ist direkt im Navi verfügbar. Man muss sich nur auf den Preis einigen und dann kann es los gehen. Dieses Feature finde ich wirklich spannend, auch wenn ich selbst kein Navi in der Form besitze (Mein Android navigiert mich per App von Google), ist diese Idee dennoch gut. Aber auch die kleinen Dinge, wie gefahrene, vermittelte Kilometer oder vermittelte Fahrten und ein einfaches Bewertungssystem sind sehr ansprechend. Man kann wie bei anderen Networks natürlich auch Kontakte knüpfen und baut sich über die Kontakte ein „Mobilitäts-Netzwerk“ auf.

„Nicht noch ein Social Network, das ich befüttern muss!“ denken manche nun vielleicht. Doch so ist es nicht. Flinc ist primär auf die Vermittlung von Mitfahrten ausgerichtet, daher muss man nicht täglich nach neuen Updates suchen oder irgendwelche FarmVille einladungen ablehnen. Und weil es einen so spezifischen Zweck hat, ist die Wahrscheinlichkeit für mich, dort eine Mitfahrgelegenheit zu finden definitiv höher, als über Twitter und Facebook. Ich habe übrigens eine Mitfahrt eingetragen, wer mich also mitnehmen möchte…

Flinc ist übrigens nun offen für alle (ich hatte einen Beta-Testzugang), also meldet euch an, verbindet euch und nehmt Leute mit. Hier ein kleines Info-Video:

[vimeo http://vimeo.com/26381080]