Die #rp13 – ein Rückblick: Willkommen zum Schulfest!

Es gibt schon so viele Rückblicke und Einschätzungen der re:publica 2013, eloquent, differenziert und gut oder auch nicht. Ich empfehle euch den Rückblick von Thomas Knüwer, da ich dem nur zustimmen kann. Oder aber den Rückblick von Florian Blaschke auf t3n.de. Dort findet ihr alle wichtigen Informationen. Hier werdet ihr nämlich einen ganz eigenen, persönlichen Rückblick auf „meine“ re:publica 2013 finden. Keine ausführlichen Analysen der Sessions, oder Einordnung der #rp13 in die digitale und nicht-digitale Gesellschaft.

Was ich jedoch jedem ans Herz legen möchte, ist diese Übersicht aller Aufnahmen der re:publica nach Session sortiert:

republica 2013 session videos

Klassentreffen ist vorbei – Willkommen zum Schulfest

2013 war meine dritte re:publica, die ich mitgemacht habe und ich habe aus dem letzten Jahr für mich eine Lehre gezogen: Ich gehe nicht zur re:publica, um die Sessions zu sehen, sondern um die Leute zu treffen. Das ist die Folge von einigen eher mäßigen Sessions aus dem Jahr 2011 und noch mehr mäßigen Sessions aus dem Jahr 2012, die ich besucht hatte. Vielleicht habe ich aber auch einfach ein schlechtes Händchen bei der Session-Auswahl… Ich wundere mich jedenfalls über so manchen Vortragenden, der anscheinend frisch von der Hochschule seine eigentlich spannenden Ergebnisse vorstellt – und einfach nicht weiß, wie er das machen soll.

Also freute ich mich sehr auf die vielen Leute, die man meistens nur einmal im Jahr sieht. Und auf Leute, die ich vorher noch nicht persönlich gesehen habe. Es heißt, die re:publica ist wie ein großes Klassentreffen – nur dass man dort gerne hingeht. So war es die letzten beiden Jahre für mich und mit genau dieser Erwartung bin ich auch dieses Jahr angereist. Doch dieses Jahr war anders. Es war nicht einfach „nur“ ein Klassentreffen. Nein, dieses Jahr war es mehr. Es war eher ein großes Schulfest, an dem viele, verschiedene Klassen teilgenommen haben.

Es gab viele kleine Veranstaltungen, Gruppen und Treffen. Die unterschiedlichen „Schulklassen“ konnten neue Leute aus den anderen Klassen kennenlernen und es war irgendwie einfach eine große, gute Veranstaltung.

Die Renaissance der Sessions?

Dieses Jahr war aber auch etwas anderes nicht so, wie im Jahr davor: Die Sessions wurden besser. Und vielseitiger. Vor allem aber gab es wieder mehr Sessions, die sich rund um das Thema Blogging drehten. Das soll bitte nicht falsch verstanden werden, ich mag die Vielfalt an Sessions und Workshops, die es auf der re:publica gibt. Aber mir fehlte letztes Jahr ein wenig der Blogging-Fokus. Dieser kam dieses Jahr zum Beispiel in Form Session zu Blognetzwerken (ähnlich wie bei YouTubern):

Oder aber auch etwas zum Thema Finanzblogs, die noch nischiger scheinen, als mein Football-Blog:

Leider gab es keine Aufzeichnung der Session zu Sportblogs, die ich natürlich verpasst habe!

Letztlich habe ich leider viele gute Sessions nicht besucht. Weil ich mich verquatscht habe, weil ich sie gar nicht auf dem Schirm hatte, weil ich morgens etwas länger brauchte, um überhaupt auf der #rp13 zu sein (doofe Erkältung!). Doch zum Glück habe ich einige besucht und mein persönlicher Favorit ist die Session „i palindrome i“ von Marcus J.H. Brown:

Die Menschen, die ich traf

So war es also. Ich verpasste viele Sessions, sah ein paar und traf eine Unmenge an Leuten. Es war einfach eine gute Zeit und ich freue mich jetzt schon auf die nächste re:publica.

Ich traf natürlich den guten Markus Sekulla, der mich nach Düsseldorf holt und mit dem ich ab Juni sehr viel zu tun haben werde. In den paar Tagen wurden wieder viele Ideen geboren und Projekte auf die Liste gesetzt. Ich freue mich schon sehr auf die Zeit in Düsseldorf. Und der 2-Jahres-Plan steht!

Ich traf Thorsten Bruck von Pixoona, der nicht nur meine Leidenschaft für vietnamesisches Essen teilt, sondern jemand, mit dem man immer Spaß haben kann, auch wenn er richtig viel Stress hat und eigentlich keine Zeit hat.

Natürlich waren meine (noch) Arbeitskollegen Kathrin, Daniel, Florian und Birte dabei.

Ich traf auch Stefanie Bamberg wieder, der ich es zu verdanken habe, dass ich viele andere, interessante Menschen treffen konnte. Ohne sie, hätte ich den sehr unterhaltsamen Dienstagabend mit Meike Lobo, Marcus J.H. Brown, Johannes Mirus, Michael Bukowski, Anne Schüßler und vielen anderen nicht miterleben können.

Ich traf noch viele viele andere Menschen und freue mich sie alle nächstes Jahr (oder eher) wiederzusehen. Und noch mehr, neue Leute zu treffen. Und dann werde ich auch mehr Sessions besuchen. Versprochen!

Visuelle Eindrücke der re:publica 2013 findet ihr übrigens hier

Und wieder „Wir“ gegen „Die“?

Eigentlich hatte ich nicht vor, etwas zu diesem Thema zu schreiben. Es wurde schließlich schon so viel dazu geschrieben. Und irgendwie habe ich das Gefühl, wir haben das ganze schon zig mal durchgekaut, in der einen oder anderen Art.

Ich spreche von dieser Diskussion um „Generation Y“ und die Führungskräfte, die sich an die neuen Bedingungen anpassen müssen. Ja, ich habe diesen Welt Artikel gelesen, ebenso wie den Beitrag von Sue bei GründerSzene. Ich habe auch einige Reaktionen darauf gelesen. Beispielsweise der gar nicht so daneben liegende Text von Luebue, meinem (noch) Chef. Ihr seht, es wurde bereits sehr viel dazu gesagt. Und heute hat mein geschätzter Freund und Kollege Daniel auch noch was gutes dazu geschrieben. Allein der Titel „Von Schubladendenken un Etikettierungswahn“ verlockt zum lesen.

Ich habe mich bereits mit einigen dazu ausgetauscht, so offlinig von Angesicht zu Angesicht. Und doch glaube ich, dass ich hier meine Meinung auch mal wieder kund tun muss. Nicht damit ihr es lest, sondern damit ich es einfach mal los geworden bin. Und ich bitte immer zu bedenken: Ich kann nicht für alle reden, sondern nur für mich.

Ich werde Ende dieses Jahres 29 Jahre alt werden. Nachdem ich mein erstes Studium mit 23 Jahren abgebrochen habe, habe ich mit 26 Jahren mein zweites Studium als Bachelor beendet und direkt mit meiner Arbeit als Kommunikationsberater begonnen (ich zähle die 1,5 Jahre Selbstständigkeit neben dem Studium jetzt ausnahmsweise nicht mit). Mit 17 wollte ich die 13. Klasse wiederholen, weil ich dachte, meine Abiturnote wäre zu schlecht. Wirklich, fragt meine ehemaligen Mitschüler. Ich war eine Woche nicht in der Schule, bis ich mitbekam, dass ein Chemie-Studium keinen NC hat.

Ich scheiterte also schon fast das erste Mal, bevor ich volljährig war. Aber es war damals die einzig richtige Entscheidung für mich. Nach dem Abi habe ich mein Chemie-Studium in Göttingen begonnen. Doch trotz einer noch immer bleibenden Faszination für diese Wissenschaft, erkannte ich, dass dies nicht das ist, was mich für mein Leben erfüllen wird. Ich brach mein Studium der Chemie ab. Nach fünf Jahren. Doch ich hatte Glück, denn meine Familie stand hinter mir. Der einzige Kommentar war: OK, dann guck halt, was du sonst machen kannst. Und ich komme definitiv nicht aus einer reichen Familie!

Ich fand etwas anderes. Und dieses Mal hatte ich eine gute Wahl getroffen. Ich studierte Kommunikationsmanagement. Also PR. Ich machte mein erstes Praktikum bei Hill & Knowlton 2009 und kam dort mit „diesem Web 2.0“, wie es damals hieß, in Berührung. Ich lernte diese Welt kennen und lieben. Und ich wusste, das ist etwas, was mir gefällt. Was mich erfüllt. Mein zweites Pflichtpraktikum im Studium leistete ich daher anders ab, als meine Kommilitonen: Ich hatte mich mit einem Kollegen selbstständig gemacht und eine kleine Agentur gegründet. Social Media Beratung. Warum? Weil ich keine Lust hatte, noch ein Praktikum zu machen, womöglich eines, das mir nicht so viel beigebracht hätte, wie mein erstes. Und weil ich Geld verdienen musste. Es war eine Mischung aus Notwendigkeit und Ergreifung einer Chance. Die Entscheidung fiel damals in knapp 3 Tagen.

Und ich habe mir von vorne herein gesagt, dass es nur auf Zeit sein würde. Ich wollte lernen. Lernen von Menschen, die mehr Erfahrung haben als ich. Lernen von Menschen, die mehr wissen als ich. So wie ich in der Schule von meinen Lehrern lernen wollte, im Studium von meinen Professoren, wollte ich im Job von Vorgesetzten lernen. Und so wie ich es von meiner Mutter lernte, war ich ein selbstständiger Mensch, der kritisch hinterfragte, was ihm vorgesetzt wurde. So wie ich es von meinen Lehrern lernte, betrachte ich Informationen aus möglichst vielen Perspektiven, um möglichst alle Aspekte eines Problems zu betrachten. Und so, wie ich es von meinen Professoren lernte, versuche ich das Problem stets in den größeren Kontext zu setzen. Ich wurde von je her dazu erzogen, kritisch zu hinterfragen und auf eigenen Beinen zu stehen. Warum also wundern sich dann einige Menschen, wenn ich genau das mache, was man früher von mir forderte? 

Ich lernte sehr viel in meinem Praktikum. Ich lernte sehr viel in meiner Zeit als Selbstständiger. Ich lernte sehr viel in meiner Zeit bei achtung!, die Ende Mai vorbei sein wird. Ich lernte von verschiedenen Menschen. Aber das waren nicht „die Älteren“, oder „die Erfahreneren“. Nicht immer. Es waren alle um mich herum. Die Jüngeren, die Gleichaltrigen, die Älteren. Von allen lernte ich etwas, oder lernte ich eben doch nichts. Ich glaube nicht, dass es eine Generationenfrage ist. Es ist eine Persönlichkeitsfrage. Ich habe junge Höherstehende kennengelernt, die einfach viel auf dem Kasten haben und mir glücklicherweise etwas vermitteln können. Ich habe aber auch Praktikanten und Volontäre kennengelernt, die mir noch vieles beibringen konnten. Ich lernte von „Alten Hasen“ und habe auch viele getroffen, die mir persönlich nichts vermitteln konnten. Aber so wie ich von ihnen lernen konnte, konnten (hoffentlich) viele auch von mir lernen. Jüngere Kollegen von meiner Erfahrung, oder aber von meinen Fragen. Ebenso ältere, erfahrenere Kollegen. Wichtig ist es doch, einfach offen zu sein für Neues. Lernbereit zu sein. Wer denkt, er würde nichts mehr lernen können, hat meiner Meinung nach ein sehr großes Problem.

Nur, weil etwas immer schon funktionierte, muss es nicht immer die beste Variante sein. Nur weil etwas neu ist, muss es nicht immer besser sein. Ich versuche, den besten Weg zu finden, ein Problem zu lösen. Dieser muss aber nicht immer meinem Kopf entspringen, oder revolutionär neu sein. Oft ist es der simple, unspektakuläre Weg, der mich am ehesten ans Ziel führt. Manchmal aber auch nicht. Sollten wir nicht alle versuchen, den optimalen Weg zu finden, anstatt krampfhaft am eigenen festzuhalten?

Doch das ist alles auf einer sehr subjektiven Ebene. Was ist mit dem Vorwurf, „Wir“ würden zu viel verlangen? Also wenn ich mir anschaue, was „Wir“ im Durchschnitt in der Branche verdienen, in der ich arbeite… zu viel würde ich das nicht bezeichnen. Wenn ich an meinen kleinen Bruder denke, der als Maschinenbauingenieur mit einem Gehalt anfängt, bei dem selbst Kollegen mit 6 Jahren Berufstätigkeit die Ohren schlackern… Aber das ist eine Branchenfrage. Wie sieht es mit der Arbeit aus?

Was erwarte ich von einem Arbeitgeber, beziehungsweise von meiner Arbeit?

Als erstes erwarte ich, dass meine Arbeit wertgeschätzt wird. Das sollte etwas sein, das jeder von uns erwarten darf, oder? Egal wie alt, egal wie viel Erfahrung. Die geleistete Arbeit sollte wertgeschätzt werden. Natürlich gerne auch auf dem Konto. Aber ich bin nicht in die Branche gegangen, weil ich reich werden wollte, sondern weil es mir Spaß macht. Und das erhoffe ich mir von meiner Arbeit: Das sie im Großen und Ganzen Spaß macht.

Ich möchte ein Gleichgewicht von Arbeit und Freizeit haben. Wobei das hier etwas problematisch werden kann, weil für mich die Arbeit und die Freizeitbeschäftigung häufig sehr ähnlich ist. Aber ich sehe es nicht ein, 10-12 Stunden am Tag in einem Büro zu sitzen, nur weil es heißt, dass ich damit Fleiß zeigen würde. Ich kann auch 10 Stunden im Büro sitzen und mir Katzenbilder auf reddit ansehen. Oder aber ich kann meine 8 Stunden so nutzen, dass mein Arbeitspensum geschafft ist.

Ich möchte eine flexible Einteilung meiner Arbeitszeit. Warum muss ich bis 9 Uhr warten, bis ich im Büro anfangen kann zu arbeiten und dann bis mindestens 18 Uhr da sitzen? Mittags eine Stunde Pause. Warum kann ich nicht anfangen zu arbeiten, wenn ich wach und bereit dafür bin? Als Frühaufsteher wäre das bei mir ca. 7:45 Uhr. Mittags habe ich immer ein Tief, warum kann ich da nicht 2-3 Stunden Pause machen? Ich bin abends wiederum wieder relativ fit und bin auch noch irgendwie ein Nachtmensch (Früher habe ich meine Hausarbeiten und auch manche Kundenarbeiten erst um 2 Uhr nachts geschrieben. Dafür habe ich dann mal bis 10 Uhr ausgeschlafen). Diese Arbeitszeiten sind mit einem Büro nicht vereinbar, zumindest heute nicht.

Aber: Wenn es wirklich gar nicht mehr geht, wie es ist. Wenn ich wirklich etwas anders haben will. Dann kann ich doch nicht erwarten, dass die Welt sich ändert, damit ich habe, was ich möchte! Ich muss selbst die Schritte einleiten. Selbst den Weg gehen. Bei mir ist es die Selbstständigkeit. Bei anderen ist es eventuell ein Jobwechsel. Wieder andere brauchen vielleicht auch nur ein Hobby. Ich kann nicht alles verlangen und erwarten, es zu bekommen. Und noch weniger kann ich erwarten, dass es dafür einen Lieferservice gibt. Jeder ist seines eigenen Glückes Schmied. Es gibt immer doofe Vorgesetzte, die einen blockieren, sabotieren, hindern oder sonst was. Es gibt immer vorwitzige Frischlinge, die denken, sie könnten die Welt verändern, ohne sie zu kennen. Aber es geht nicht um „Wir“ gegen „Die“. Es geht letztlich um „Dich“ und „Mich“. Um deinen Platz in der (Arbeits)Welt und was du damit machen willst.

Ich gehe meinen Weg. Und was macht ihr?

Amazon und die Facebook Nutzer

Mittlerweile haben es sicher fast alle mitbekommen. Auf der Facebook Seite von amazon.de  gibt es gerade ein wenig Unruhe (könnt ihr hier selber sehen). Naja, also es regen sich viele Leute über einen Beitrag der ARD namens „Ausgeliefert! Leiharbeiter bei Amazon“ auf. Der Beitrag lässt Amazon wirklich nicht gut dastehen. Wie genau der Beitrag ist, kann ich nicht einschätzen. Aber er sorgte auf jeden Fall dafür, dass sich nun viele Facebook Nutzer über Amazon und die Behandlung und Handhabe von Mitarbeitern aufregen.

Amazon reagiert nicht auf Facebook – sind die blöd?

Bisher habe ich keine Reaktion auf Facebook gesehen. Wie können die blos nicht reagieren, alle fordern es doch! Sind die blöd? Nein, sind sie nicht. Amazon hat mittlerweile bei chip eine Stellungname abgegeben, in der sie manche Fakten aus dem Bericht korrigieren. Doch auf der Facebook Seite geschieht nichts. Und ich sage: Warum auch? In ein paar Tagen werden sich die Leute ihren Frust ausgeschrieben haben und wieder beruhigen. Einige ent-liken die Facebook Seite und manche werden sogar eventuell die letzte Konsequenz ziehen und nicht mehr bei Amazon einkaufen. Aber ehrlich: Diese Konsequenzen sind meiner Meinung nach so sehr für Amazon zu spüren, wie ein Lufthauch – im Nebenraum.

Plötzlich tauchen Screenshots von „Amazon Mitarbeitern“ auf, die Beiträge faken

Und das wird jetzt wirklich interessant. Bereits heute morgen habe ich vereinzelte Screenshots gesehen, bei denen Leute auf der Amazon Pinnwand positive Beiträge gepostet haben. Leute, die in ihrer eigenen Facebook Info stehen hatten, dass sie Mitarbeiter von Amazon seien. So offensichtlich dumm sollte kaum einer sein, oder?

Amazon "mitarbeiter" fake Postings

 

Eine etwas genauere Betrachtung und Suche bei Facebook und Google nach den Namen der angeblichen Mitarbeiter von Amazon zeigt jedoch: Es lässt sich nichts finden. Nun kann man die Accounts natürlich schnell löschen, umbenennen oder aber für die Suche sperren, aber auch bei Google nicht einen Eintrag zum Namen zu finden und auch bei Telefonbüchern keine Einträge zu haben? Das deutet für mich sehr stark auf einen Fake hin.

Ob Fake oder nicht, hier kann man zwei Dinge sehr gut erkennen:

Erstens: Es ist sehr wichtig, Social Media Guidelines für die Mitarbeiter zu haben, die auch jedem Mitarbeiter klar sind. Zu schnell könnten Mitarbeiter tatsächlich darauf kommen, ihr Unternehmen zu verteidigen und dabei auch auf ähnliche Mittel zurückgreifen, wie „Fake-Postings“. Dies sollte unbedingt vermieden werden.

Zweitens: Auch wenn ich glaube, dass es sich hier um eine Aktion von „einfachen“ Usern geht, die nicht gezielt von einem Konkurrenten stammen, müssen Unternehmen heutzutage damit rechnen, dass sich jeder bei Facebook einen Account erstellen kann, einen falschen Namen eintragen und ein falsches Bild einfügen kann. Und schon kann man im Namen einer Person oder eines Unternehmens wahllos posten. Sehr kritisch wird es dann wirklich in Situationen wie diesen.

Ähnlich erging es beispielsweise der Rechtsanwältin Nina Diercks, die Opfer eines Identitätsdiebstahls wurde. Diese Gefahr besteht schon länger, aber soweit ich es finden konnte, war dies das erste Mal, dass es während einer solch erhitzen Situation gezielt eingesetzt wurde. Gefährlich wird es, wenn die Fake-Accounts mit großer Mühe angelegt wurden (beispielsweise echte Namen von Mitarbeitern) und dies gezielt eingesetzt wird. Denn so können auch die klassischen Medien nicht mehr so schnell unterscheiden, ob es sich um echte Dummköpfe oder falsche Dummköpfe handelt.

In dieser Hinsicht ist der heutige Tag interessant gewesen. Aber einen „Shitstorm“ würde ich das nicht nennen. Ich habe bis jetzt immer noch keine Situation gesehen, die den Namen verdienen würde…

Smartopia – ein wundervolles Theaterstück über unsere Abhängigkeit

Ich habe Urlaub. Eine Woche lang. Das schreibe ich nicht, weil ich jemanden eifersüchtig machen möchte, sondern weil es eine gewisse Relevanz hat.

Mein Name ist David und ich habe zwei Smartphones.

Aber von vorne: Ich war gestern Abend, dank meines guten Freundes Niklas, im Theater. Gespielt wurde das Stück „Smartopia“ vom Echtzeit Theater im kleinen Burg Theater in Lingen. Ja, ich mache Urlaub in Lingen. Jedenfalls meinte Niklas, dass es dieses Stück gäbe, es ginge wohl um Smartphones und so, genau wisse er es auch nicht und ich könnte doch mitkommen. Das Echtzeit Theater ist ein Ensemble von Theaterpädagogen, die in Lingen studierten.

Damit ihr einen Eindruck bekommt, hier ein kurzer Trailer zum Stück, der dem Stück aber nicht gerecht wird:

Mit einem reduzierten Bühnenbild haben die 4 Darsteller es geschafft, mir derart klar vor Augen zu führen, wie abhängig ich (und sicher viele von euch) von den Geräten sind, dass es ich einfach nicht anders kann, als begeistert zu sein. Mit Musik, Gesang und manchmal Monologen wurden alle Themen, Symptome, Vorteile und Nachteile um Smartphones angesprochen.

Und nach einem kurzen Intro begann es mit einer Vorstellungsrunde: „Hallo, ich bin … und ich habe ein iPhone 4“ oder „Hallo, ich bin … und ich habe ein Samsung Galaxy Note“ und zuletzt hieß es: „Hallo, ich bin … und habe ein Handy.“ Und die Reaktion von jedem von uns Zuschauern war ein: Oh. Oh, sie hat kein Smartphone. Oh, sie muss mit diesem Handy klarkommen. Oh, die arme. Aber warum eigentlich? Ehrlich gesagt, bin ich nach dem Stück rausgegangen und dachte bei mir: Hey, eigentlich hätte sie „Oh.“ sagen müssen, als die anderen sich vorstellten.

Es gab auch kurze Passagen, in denen das Publikum involviert wurde. Etwa, als erst einmal gefragt wurde, wer ein Smartphone hat (gefühlte 85%), wer denn ein Handy ODER Smartphone habe (99%) und wer kein Gerät besitze (genau eine Person). Viel eindrucksvoller fand ich, als es zu den Hypes kam. Ich weiß nicht, wer von euch sich in Android, WP oder Apple Foren herumtreibt, aber habt ihr da mal Diskussionen verfolgt? Wenn neue Geräte auf den Markt kommen? „Ich habe gehört dass… “ und dann geht die Diskussion los. „Wann ist das denn vorbestellbar?! Muss ich dafür extra nach Hamburg zu dem großen Shop?“ Diese ganzen Diskussionen auf der Bühne nachgestellt zu sehen, führen einem wunderbar vor Augen, wie viel verrückter Wirbel um ein kleines Gerät gemacht wird.

Meine zwei Highlights des Stückes waren aber ganz klar einmal die Passage, in dem ein Arbeitsalltag von Herrn Wong in einer chinesischen Smartphone-Fabrik dargestellt wurde. Mit einer schönen Präsentation und schönen Details (Das Auffangnetz für die Mitarbeiter, die sich selbst umbringen wollen), werden auch die tatsächlichen Schattenseiten der Smartphone-Industrie angerissen. Das zweite Highlight war für mich der Part zu den Apps. „Gratis-Apps“ gab es. Die Verwirrung der „Kunden“, warum die nette Dame ihnen denn die „Gratis-Apps“ verkaufen wollte, wurde deutlich, als für die eine App verlangt wurde, dass man doch einem Zuschauer die letzten Urlaubsbilder zeigen sollte, oder etwa seinen Kalender, bevor man die App nutzen durfte. Denn ja, wir zahlen auch für „Gratis-Apps“. Das ist so ähnlich wie bei Facebook. A propos Facebook, als einer der Darsteller diese App „kaufen“ wollte, hieß es nur „dass könnte etwas dauern, am besten fangen wir bei deiner Kindheit an…“

Leider wird das Stück so nur noch einmal aufgeführt. Doch Niklas und ich haben versucht, das Ensemble zu überzeugen ihr tolles 120 Minuten Stück doch einmal auf 45 Minuten zu kondensieren und damit auf BarCamps oder anderen Social Media Conventions aufzutreten. Denn ganz ehrlich, jeder von uns, der sich hier herumtreibt, wird sich in diesem Stück wiedererkennen. Und sollte Spaß haben. Ich habe sehr viel gelacht und muss gestehen, fast alles, was sie zeigten, stimmt und fast alles traf auch auf mich zu…

Und da ich in meinem Urlaub gerade eh viel Zeit eher offline und ohne Smartphone, dafür mit Büchern verbringe, wurde mir all das nur um so bewusster. Ich bin abhängig. Ich habe die Phantom-Vibrationen und warte auf Notifications, wenn ich was poste oder teile. Wie geht es euch?

Ach ja, man kann das Ensemble auch buchen! Glaubt mir, es lohnt sich!

Facebook ist …

Facebook ist …

böse, schlecht, nervig, langweilig, und und und. Ich habe es satt. Überall hört man, wie schlecht oder nervig oder doof Facebook ist. Was mal als Social Network für Studenten begonnen hat, ist nun zu etwas geworden, über das sich gefühlt jeder aufregt. Der Datenkrake, der einen nur ausspionieren will und auch noch dazu zwingt Klarnamen zu verwenden!

Und dann, eigentlich schon seit dem Börsengang, kommt diese unverschämte künstliche Verknappung der Reichweite, die im Oktober 2012 in vielen Blogs thematisiert wurde. Zu dem Thema hat Thomas Hutter auch etwas geschrieben, und zwar etwas gutes und richtiges, wie ich finde. Der Edge Rank ist notwendig und gar nicht so böse, wie wir glauben. Nun habe ich mit meinen Arbeitskollegen im Dezember einen weiteren drastischen Einbruch der Reichweite für viele Facebook Seiten bemerkt. Mein „digitaler Chef“ Luebue hat das einmal auf der Agentur-Seite zusammengefasst und dann im eigenen Blog noch einmal genauer erläutert, da es anscheinend viel Diskussionsbedarf dazu gab. Dazu könnt ihr euch aber auch noch ein Interview bei LEAD digital durchlesen.

Ich denke, das meiste ist hierzu gesagt und ich muss das nicht alles wiederholen. Darum nur in Kürze, meine Meinung: Ja, der Algorithmus von Facebook funktioniert. Ja, dadurch wird die Reichweite reduziert. Ja, da gibt es für viele Community Manager und Admins spätestens jetzt Handlungsbedarf. Nein, dies geschieht nicht nur, weil Facebook mehr Geld via Werbung einnehmen möchte. Nein, das ist nicht grundsätzlich neu, allein die Deutlichkeit der Konsequenzen ist gestiegen.

Also, anstatt gegen den Algorithmus und Facebook zu wettern, hört lieber auf, Katzenbildchen zu posten und bringt Beiträge, die für eure Community relevant sind und sie womöglich dazu animieren, zu diskutieren!

Graph Search ist…

Der zweite Punkt, der spätestens im Laufe des Tages durchdiskutiert wird, ist die auf der gestrigen Pressekonferenz von Facebook präsentierte „Graph Search“. Facebook hat eine ganz neue Suche vorgestellt, hier findet ihr die Pressemitteilung von Facebook dazu. In dem wirklich lesenswerten Beitrag von Martin (ich verlinke ihn gerne nochmal, für die, die ihn zwei Sätze vorher nicht bemerkt haben) empfiehlt er allen, die keine Zeit haben, sich die Vielfalt an Beiträgen zu dem Thema durchzulesen, diese eine Analyse und Meinung dazu durchzulesen: Die von John Batelle.

Was ich in Deutschland erwarte ist, wie immer, eine typische „Zurückhaltung der Begeisterung“, was dieses neue Angebot angeht. Weiterhin wird es eine Privatsphäre- und Datenschutzdiskussion dazu geben. Ob berechtigt oder nicht, sei dahingestellt. Fakt ist aber, dass Facebook selbst immer wieder betonte, dass die Graph Search nur die Daten aufgreift, die dem einzelnen Nutzer sowieso zugänglich sind. Und in diesem Satz verbirgt sich weit mehr, als nur der Hinweis auf Datenschutz!

Die Graph Search ist nämlich in sofern interessant, als dass das Suchergebnis für jeden Nutzer anders sein wird! Wenn ich nach Restaurants in Paris suche, die meine Freunde gut finden, erhalte ich ein ganz anderes Ergebnis, als mein Kollege, der ja ganz andere Freunde hat. Klar, es wird immer Schnittmengen geben, aber hier werden die Suchergebnisse auf Basis meine Social Graphs herausgegeben! Ich finde das sehr sehr spannend und freue mich schon darauf, das zu testen!

Aber zurück zum eigentlichen: Als ich gestern die Präsentation via Liveblog verfolgte, war ich bereits ziemlich beeindruckt, was da passiert. Aber leider gibt es bereits Beispiele, die auch die Schattenseiten Folgen des Graph Search aufzeigt. Die Leute werden auf die eine, oder andere Art merken, was sie mit der Welt, oder ihren „Freunden“ teilen. Es ist nicht neu, dass jeder mal seine Privatsphäre-Einstellungen checken sollte. Und keiner wird automatisch Fan von dubiosen Seiten. Wir alle posten selbst unsere Beiträge (also in den meisten Fällen). Also bitte, bitte, tut mir zwei Gefallen: Jammert nicht schon wieder rum! Und denkt verdammtnochmal nach, was ihr macht! Im Netz und auch jenseits davon.

Schreibfehler und Inkonsistenzen in meinem Denken schreibe ich der Uhrzeit und dem Mangel an Kaffee zu!

Warum ich Nokia mag

Ich steh auf Technik-Spielzeuge. Smartphones, Tablets, Rechner. Das war früher als kleines Kind schon so und das ist auch heute noch so. Ich musste nicht immer das neueste, oder beste Gerät haben, aber es sollte schon nah dran sein, oder einfach gut sein. So war es auch mit meinem Samsung Galaxy S 2, das ich sehr gern genutzt habe. Am 22. November jedoch, dachte sich mein SGS2, es wäre Zeit zu gehen. Oder besser, auszugehen und nicht mehr zu starten. Also Online-Mensch ohne Smartphone, das ist gar nicht so leicht! Und so schrub ich natürlich auf Facebook von meinem Leid:

Facebook Status David Philippe Samsung Galaxy S 2 defekt
Tja, das Nexus 4, das ich mir eigentlich im Januar oder Februar holen wollte, war zu dem Zeitpunkt noch ausverkauft und ich sah, vom Budget her, keine Möglichkeit mir ein aktuelles Smartphone als Ersatz zu kaufen. Somit war ich also auf mein Firmen-Smartphone angewiesen – ein iPhone 4S. Bis ich einen Kommentar eines Nokia-Menschen unter meinem Beitrag lesen konnte:
Kommentar Nokia
Ich war von dem Angebot überrascht, da ich damit nicht gerechnet hatte. Noch besser wurde es, als dann ein paar Tage später tatsächlich das Nokia Lumia 820 als Testgerät für 2 Wochen bei mir eintraf.
Nokia Lumia 820
Ich musste mir nur noch eine Micro-SIM besorgen und schon war ich wieder erreichbar!
Was war denn jetzt so toll daran?
Man könnte jetzt fragen, warum ich jetzt so begeistert von Nokia bin. Ich bekam ein Gerät zum testen, ich kann es ja nicht einmal behalten. Aber darum geht es hier doch gar nicht! Nokia, bzw. Ben, hatte erkannt, dass ich gerade nach einem neuen Gerät suche, weil mein altes Gerät defekt ist. Ich habe sogar meinen Favoriten (Das Nexus 4) genannt und in dieser Situation, in der ich mich nach einem neuen Smartphone umsehe, bietet man mir ein Nokia Gerät zum Test an.
Nun bekomme ich hin und wieder mal Testgeräte für den Tech-Blog, den ich für eBay schreibe, und bin es daher gewohnt, Geräte mal zu testen. Dabei spielt man meistens einige Apps drauf, legt evtl. seine SIM einmal ein, testet alle Funktionen und verwendet das Gerät ein paar Tage. Hier aber habe ich ein Gerät für meine tägliche Nutzung gebraucht. Ich brauchte einen kompletten Ersatz für mein SGS2 und habe daher das Lumia 820 wirklich komplett als „mein“ Gerät genutzt. Es an meine Wünsche und Nutzungsart angepasst und konfiguriert. Ich habe es täglich genutzt, für alle möglichen Zwecke, für die ich mein Smartphone halt nutze. Und somit habe ich es viel intensiver getestet, als ich es sonst je gemacht habe. Diese Chance wird man erkannt haben, als man mir das Gerät angeboten hat und genau wegen solch offener Augen und dem Erkennen von Chancen finde ich Nokia gut.
Moment, hast du jetzt nicht ein Nexus 4? Dann hat sich das für Nokia gar nicht gelohnt!
Ja, ich habe seit Freitag nun ein Nexus 4. Gekauft. Aber nur, weil ich mir jetzt nicht sofort ein Nokia Lumia 820 oder Lumia 920 gekauft habe, muss das für Nokia doch nicht bedeuten, dass es sich nicht gelohnt hat. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass ich mit einem Nokia Lumia Gerät vollkommen zurechtkommen kann, es mein Smartphone sein kann und (fast) alle Funktionen hat, die ich brauche. Ich habe eine sehr positive Erfahrung mit Nokia gemacht und ich schreibe jetzt diesen Beitrag darüber. Ich mag Nokia! Und das ist ja wohl etwas, das Unternehmen / Marken sich immer wünschen: Kunden / Verbraucher, die eine Marke mögen.
Und zum Lumia 820: Die einzige Funktion, die mir fehlte, war Instagram. Wobei ich stattdessen Eyeem oder die Nokia Funktion nutzen konnte.
Danke Nokia, für das Gerät. Ich hoffe, ihr könnt in Zukunft noch bessere und noch spannendere Geräte bauen, die ich gerne wieder testen würde.

Ingress – wie Google mit einem Spiel User freiwillig Daten sammeln lässt

Gerade eben bekam ich meine Freischaltung für das neue Spiel von Google: Ingress. Für alle, die nicht wissen, was das ist, schaut euch diesen Trailer an:

Der Anfang des Spiels, nach der Installation hat mich schon begeistert, aber dann wurde mir klar, wie genial Google eigentlich ist. Lasst es mich erklären:

Google hat ein kleines Problem: Nokia hat vor kurzem eine „Turn-by-turn“ Navigation für Fußgänger angekündigt und es ist wahr, Nokias Navigationsprogramm auf den Lumia-Geräten ist sehr sehr gut. Doch Google möchte nachziehen, eine Navigation für Fußgänger ist wirklich interessant und ein Markt, den Google nicht unbeachtet lassen kann.

Doch um eine solche Navigation zu ermöglichen, benötigt Google Daten. Viele Daten. GPS-Daten, Bilder, Videos, und und und. Daten sind für Google immens wichtig. Und gerade jetzt, wo Google solche Daten benötigt, kommt dieses Spiel heraus: Ingress. Ziel des Spiels ist es, dass die Spieler mit ihrem (GPS aktiven!) Smartphone virtuelle „Energie“ einsammelt und sogenannte „Portale“ besuchen, die hauptsächlich an öffentlich Kunststätten, Büchereien oder anderen Sehenswürdigkeiten, die draussen sind, befinden. Kurzum: Eine Aktivität draussen ist eines der Hauptziele dieses Spiels!

Man trägt also ein Smartphone mit aktivem GPS, einer Kamera und einem Beschleunigungssensor bei sich und folgt den Anweisungen des Spiels. Die Daten, die für das Spiel benötigt werden, werden natürlich gespeichert. Der Spieler bewegt sich meist zu Fuß durch die Stadt (oder Städte) und sammelt Energie und besucht Portale… Merkt ihr was?

Ich habe das Spiel gerade erst angetestet, aber es würde mich nicht wundern, wenn man später auch geo-getaggte Bilder machen muss, um Missionen zu erzielen. Von sogenannten Portalen. Und ich würde es machen. Denn das Spieldesign gefällt mir nach 10 Minuten schon so gut und ich finde es spannend, dass ich es machen wollen würde.

Google schafft es also, eine Unmenge an Menschen freiwillig dazu zu bringen, eine Art GPS Fußgänger-Armee zu sein und Daten zu sammeln, ohne dass sie es als Arbeit ansehen. Sie MÖCHTEN es machen. Weil es Spaß macht. Es ist ein Spiel. Und wie es mir im Moment erscheint, ein gutes Spiel, dass Google benutzt, um Daten zu sammeln.

Das ist noch besser als das SETI Projekt. Und dafür muss ich sagen: Respekt Google. Ich finde das gut. Jetzt müsste ich nur noch einmal die Terms & Conditions ins kleinste Detail lesen, um zu erfahren, ob ihr das auch alles kommuniziert, was ihr machen könntet mit den Daten 🙂

Ich habe keinen Bock mehr auf euern Schwanzvergleich!

Ok, das klingt jetzt etwas arg vulgär, aber nur so bekommt man ja Aufmerksamkeit, Interaktion, Likes und Reichweite – scheinbare Relevanz. Nein, ernsthaft: Ich habe keinen Bock mehr auf den ewigen Statistik-Vergleich.

Ätschie Bätsch, ich habe mehr Fans als du!

Wie oft muss man sich das anhören, Facebook Seite X hat so viele Fans und Facebook Seite Y nur so viele. Ebenso bei Twitter, nur das es da Follower heißt. Leute, merkt ihr denn nicht, es geht hier nicht um Fans und Follower als einfache Zahlen! Was bringen mir 10 Millionen Fans, wenn ich da nur Zombie-Accounts habe, die irgendwann mal wegen eines tollen Gewinnspiels oder einer guten Facebook Werbekampagne auf „like“ geklickt haben und dann vergaßen wieder zu ent-liken? Zombie-Fans, die nie kommentieren, teilen oder liken. Die einfach nur da sind, weil sie vergaßen oder zu faul sind zu gehen. Die nicht einmal auf Links klicken, weil sie diese auf Grund des EdgeRanks gar nicht erst angezeigt bekommen. Mit diesen Fans kann niemand etwas anfangen. Ebenso sieht es bei Twitter aus.

Leider braucht es aber, bis das in den Köpfen einiger Leute ankommt. Hauptsache viele Fans! Da werden Fanzahlen als KPI vereinbart, ohne dabei zu sagen, ob sie aus der eigenen Zielgruppe stammen sollen oder nicht. Nein, hauptsache mit dem Wettbewerber möglichst gleichziehen! Da können es auch die 14 jährigen Mädchen sein, die auf Ponies und Beauty-Blogs stehen, wenn man selbst eher die Zielgruppe Männlich ab 28 Jahren ansprechen will. Der Wettbewerber hat ja auch so viele Fans. Das muss doch gehen!

Erst einmal Fans sammeln, möglichst viele! Die Zielgruppe erreichen wir dann automatisch später

Klar, so kann man es auch versuchen, aber wisst ihr eigentlich was das für eine Verschwendung von Ressourcen ist? Zeit und Geld muss investiert werden, um Fans zu sammeln und wenn da das Ziel lautet: Viele Fans! dann kann man sich das meistens gleich aus dem Kopf schlagen. Was wollt ihr denn mit den Fans machen? Denkt da doch bitte einmal drüber nach, bevor ihr da viel Geld investiert! Es ist sinnvoller, beim Fanaufbau gleich auf die Zielgruppe zu achten. Dann ist man vielleicht nicht so schnell wie der Wettbewerber, dafür hat man aber die richtigen Leute, die womöglich auch echte „Fans“ sind und nicht einfach irgendwelche Like-Zombies.

Man schaltet doch auch nicht TV Werbung auf allen Sendern, weil man denkt: Ich erreiche dann möglichst viele Leute, da wird die Zielgruppe schon mit drin sein! Also bitte!

PTAT PTAT! Bleibt mir mit dem PTAT fern!

Einer der wohl verdammt noch einmal nervigsten Werte, neben der Fanzahl, ist für mich der PTAT Wert. „People talking about this“ nennt er sich, dieser komische Wert, über den ich schon vor langer Zeit einmal geschrieben habe. Wie kommt diese Zahl tatsächlich zustande? Auf der Arbeit haben wir uns das mal angesehen und mit Verlaub: Die tatsächliche „Interaktion“ also das Liken, Kommentieren und Teilen von Beiträgen einer Facebook Seite haben damit kaum etwas zu tun.

Weg von PTAT und Fanzahlen hin zu „echter Interaktion“ und nachvollziehbaren Zahlen

Ich habe keine Lust mehr auf Zahlen, die ich nicht nachvollziehen kann. Zumal so Algorithmen von Facebook, Google und Co. ja gerne einfach mal geändert werden. Darum haben wir uns in der Agentur mal Gedanken zu einer neuen Formel gemacht, die versucht, die Interaktion mit Seiten aus Perspektive der User zu bewerten. Diese Formel stellt einen gewichteten Interaktionsindex dar.

Dabei ist der Part mit den „Klicks auf den Link“ eine Option, die nur gilt, wenn man die Links mit beispw. bit.ly tracken kann und das überhaupt eine wichtige KPI ist.

Die Zahlen sind so allesamt nachvollziehbar und vor allem kann man sie auch für „fremde“ Facebook Seiten anwenden. Dabei ist es dann irrelevant, wie viele neue Fans dazu kommen, da anders als im PTAT Wert, diese Zahl nicht direkt auftaucht. So spiegelt diese Zahl also die tatsächliche Interaktion wider, ohne dass man sie mit Fan Akquise Aktionen beeinflussen kann. Hier geht es um gutes Community Management, nicht um viel Geld für Facebook Werbung. Daher haben wir auch bewusst darauf verzichtet, die Zahl der „neuen Fans“ mit in diese Formel aufzunehmen.

 

Unerwünschte Werbung auf Facebook? Wie kommt die dahin und wie werde ich sie los?

Ihr kennt es, man ist unschuldig auf Facebook unterwegs und schaut, was durch den Newsstream läuft (das ist die Startseite!) und plötzlich ist da ein Beitrag von einer Seite, die man gar nicht „geliked“ hat! Wie kann das sein? Wie können die mir einfach ihre Werbung auf meine Facebook Seite bringen?

Ok, spätestens jetzt muss ich sagen: Dieser Beitrag ist nicht primär für PRler und Social Media Leute gedacht, sondern für alle ganz normalen Facebook Nutzer, die sich über unerwünschte Facebook Werbung auf „ihrem Facebook“ aufregen. Naja, vielleicht auch für PRler und Social Media Leute, aber definitiv nicht primär.

1.) Hallo Facebook Nutzer, tut mir einen Gefallen: VERSTEHT wie Facebook funktioniert!

Ich versuche es mal etwas zu erklären: Ihr seid da auf einer Plattform, die einem Unternehmen gehört unterwegs. Und dieses Unternehmen ist seit einiger Zeit sogar an der Börse notiert, das bedeutet, es ist definitiv und 100% sicher daran interessiert, GEWINN zu machen. Jetzt fragt ihr euch vielleicht, wie Facebook denn Geld macht? Ihr zahlt schließlich nicht für die Nutzung von Facebook, oder? Das ist richtig, ihr bezahlt keinen (finanziellen) Beitrag für die Nutzung von Facebook. Gleichzeitig ist es aber auch falsch. Ihr bezahlt mit Informationen. Warum Informationen eine sehr interessante Währung im Internet ist, werde ich jetzt nicht groß erklären, aber glaubt mir, Google, Apple, Facebook, Amazon und viele viele weitere Unternehmen investieren sehr viel Kosten und Mühe, um an Informationen zu kommen.

Nein, Facebook, Google und Co. verkaufen diese Informationen NICHT einfach weiter an andere Unternehmen. Warum nicht? Ganz einfach! Die Informationen für sich zu behalten, ermöglicht es allen Plattformen, mehr Geld damit zu verdienen. Wie verdienen sie Geld mit Informationen? Dürfen die das?

2.) Hallo Facebook Nutzer: So funktioniert das mit der Facebook Werbung!

Facebook (und Google und viele andere) verdient einen Großteil des Geldes mit dem Verkauf von Werbeplätzen. Facebook macht also mit Werbung Geld. Übrigens ist das mit ein großer Grund, warum ihr keinen Geldbetrag für die Nutzung von Facebook zahlen müsst! Wie funktioniert Facebook Werbung denn?

Nun, Unternehmen (oder aber auch private Nutzer) können für ihre Facebook Seite oder eine Webseite bei Facebook Werbung machen. Dazu gibt es verschiedene Werbeformate (ein paar weitere Informationen gibt es hier), die man bei Facebook buchen kann. Die meisten Werbeformate werden rechts bei Facebook angezeigt, ihr wisst schon, unter den Events und Spielebenachrichtungen. Manche Werbeformate aber können auch im Newsstream der Facebook Nutzer auftauchen. Der Newsstream ist die Übersicht über alle Aktivitäten, die ihr seht, wenn ihr euch bei Facebook eingeloggt habt und hier klickt.

Aber wie können die Unternehmen nun genau mich auswählen für ihre Werbung? Wie kommen sie an meine Daten? Hat Facebook sie ihnen verkauft? Und hier sollten alle ganz genau aufpassen: NEIN! Facebook hat eure Daten NICHT verkauft und das Unternehmen hat die Werbung NICHT genau an euch oder mich geschickt! Ganz im Gegenteil, Facebook versucht alles mögliche, damit ein Unternehmen NICHT erfährt, welche Person genau die Werbung angezeigt bekommt.

Die Facebook Werbung funktioniert ein bisschen so, wie die Werbung in euerm Briefkasten. Die Unternehmen, die euch Werbung in den Briefkasten einwerfen lassen – und ich spreche hier von den unadressierten Briefkasteneinwürfen, die einfach jedem Haushalt in einer Strasse/Stadtteil/Stadt ungefragt in den Briefkasten geworfen wird – wissen nicht, wer in dem Haushalt wohnt! Sie wissen nur, in der Strasse sind X Haushalte und vielleicht wissen sie noch, dass das Durchschnittsalter in der Strasse Y Jahre beträgt. Wenn das ungefähr für die Werbung des Unternehmens passt, bekommen es die Haushalte. Fertig. Kein Name, keine gezielte Ansprache. Da steht nirgends „Hallo David, wir haben hier tolle Werbung für dich!“

Und genau so ist das bei Facebook Werbung. Die Unternehmen bestimmen eine Zielgruppe, dazu können Alter, Geschlecht, Wohnort und Interessen (die geben wir alle schließlich bei Facebook an) auswählen. Aber am Ende erhalten sie nur eine Zahl. Eine einzige Zahl, die dann sagt, wie viele Facebook Nutzer in diese Auswahl fallen. Und wenn das Unternehmen sich denkt: „Hey, die Zahl ist OK, diese Auswahl buchen wir!“, dann bekommen alle Facebook Nutzer, die in dieser „Informations-Strasse“ wohnen, die Werbung. Ohne Namen, ohne gezielte Ansprache.

Also noch einmal Klartext: DIE UNTERNEHMEN HABEN KEINE PERSÖNLICHEN INFORMATIONEN VON UNS! Sie verfolgen uns also nicht auf Facebook. Wir sollten uns daher vielleicht nicht für so wichtig nehmen und immer denken, das jeder es auf uns abgesehen hat.

Ach ja, noch etwas: Wenn ihr am Desktop auf Facebook seid, könnt ihr sogar etwas gegen die Werbung machen, die euch nervt.

3.) Hallo Facebeook Nutzer, so könnt ihr unerwünschte Werbung in Zukunft ausstellen!

Ihr seht Werbung, die ihr absolut nicht ertragen könnt? So werdet ihr unerwünschte Facebook Werbung wieder los: Geht mit dem Mauszeiger über die Werbung

Und wenn ihr mit dem Mauszeiger dort seid, erscheint oben rechts ein kleines „X“, wie man es schont kennt, wenn man Dinge schließen möchte. Da klickt ihr einfach drauf. Dann erscheint ein kleines Menü.

Jetzt müsst ihr nur noch sagen, dass ihr diese Werbung verbergen wollt. Ihr könnt sogar alles von der jeweiligen Facebook Werbung verbergen! Ist das nicht toll? Dann werdet ihr nicht mehr von Meldungen dieser Seite belästigt!

Das ganze funktioniert natürlich ebenso mit Werbung im Newsstream:

Und wenn ihr hier mit der Maus über die Werbung geht, seht ihr nicht das kleine „X“, sondern einen kleinen weißen Pfeil ebenfalls oben rechts in der Ecke. Klickt auf diesen Pfeil!

Hier müsst ihr nur auf „Verbergen“ klicken und schon wird die Werbung verborgen. Ja mehr noch, Facebook fragt sofort nach, warum ihr das verborgen habt.

Und danach wird euch die Werbung nicht mehr angezeigt! So einfach könnt ihr unerwünschte und nervige Facebook Werbung los werden! Das funktioniert jedoch nur, wenn ihr am PC / Laptop auf Facebook seid. Bei Mobilgeräten gibt es noch keine Option zum Verbergen von Facebook Werbung.

Noch einmal in Kürze: 1.) VERSTEHT wie Facebook funktioniert! 2.) Facebook Werbung braucht KEINE privaten Daten von euch! 3.) Ihr könnt unerwünschte Werbung ausblenden!

Woher weiß ich eigentlich, wovon ich rede? Ich bin einer von „denen“! Einer, der Werbung auf Facebook schaltet. Ich bin einer, der es auf euch abgesehen zu haben scheint! Dabei bin ich nur einer, der nicht einmal weiß, wer ihr seid? Ich kenne nur eine Zahl. Und diese Zahl ist eigentlich auch alles, was mich interessiert. Ich möchte euch nicht extra nerven, ich möchte nicht eure privaten Daten klauen. Ich buche nur Werbung. Facebook zeigt sie euch an, weil ihr ein Teil einer Zahl seid. Einer Zahl, die Facebook bestimmt.