Die Montagsrunde – Immer besser organisiert

Manch einer von euch kennt das Format der „Montagsrunde“ bereits:

An jedem zweiten Montag eines Monats treffen sich einige Leute online, bei der einer via Video-Stream zu einem Thema spricht und die anderen Teilnehmer ihm Fragen stellen können. Nach diesem Prinzip entstanden bereits viele interessante Diskussionen, die meisten wurden leider nicht archiviert.

Vor einem Jahr wurde via Twitter abgemacht, wer wann zu welchem Thema streamt und höchstens im eigenen Blog noch ein Hinweis-Beitrag veröffentlicht. Es war eine lockere Runde mit einem festen Kern an Teilnehmern. Schnell wurde klar, dass an diesem Format durchaus großes Interesse  bestand und um auch anderen als den ersten Teilnehmern einen Zugang zur Montagsrunde zu ermöglichen, entstanden Mitte 2010 die Facebook-Seite und der Twitter-Account der Montagsrunde.

Hier konnte über anstehende Montagsrunden und ihre Themen informiert, sowie auf die Blogbeiträge, die das Thema erläuterten verlinkt werden. Die Folge war ein größeres Publikum und bessere Kommunikation der einzelnen Montagsrunden.

Nun freue ich mich sehr, dass nun auch das Montagsrunden-Blog seit April 2011 existiert. Mit mehreren Autoren können hier verschiedene Themen auch abseits der einzelnen Streaming-Events diskutiert werden, aber auch die Blog-Beiträge der Hosts der einzelnen Runden noch einmal gespiegelt werden, wenn sie nicht originär auf dem Blog veröffentlicht werden. Kurz: Es gibt nun eine zentrale Anlaufstelle für alle Interessenten. Für die Einrichtung danke ich Daniel Rehn noch einmal herzlich.

Meine Empfehlung also an alle Interessenten: Schaut öfters mal auf dem Blog vorbei, liked die Facebook-Seite und folgt der Montagsrunde auf Twitter!

re:publica 2011 – Tag 1

Der zweite Tag der re:publica hat bereits begonnen, aber da ich kein kostenfreies WLAN auf dem Zimmer habe und meine mobile Netzverbindung bereits gedrosselt ist, komme ich erst jetzt dazu, meine ersten Eindrücke zu veröffentlichen.

Meine erste re:publica hatte ich mit viel Spannung erwartet und habe mich vor allem auf viele Treffen der Leute aus meiner Timeline gefreut. Mir waren die Sessions ehrlich gesagt eher unwichtig. Aus dieser Perspektive betrachtet war der erste Tag ein voller Erfolg und ich freue mich schon auf den heutigen Tag. Da kann auch das schechte Wetter nichts daran ändern. Ich konnte gestern bereits viele interessante Menschen treffen, die vorher nur per Avatar oder höchstens Skype-Kontakt bekannt waren. Und wieder einmal bestätigte sich, was wir (Daniel, Hauke und ich) bereits in der letzten Montagsrunde thematisiert hatten: Wenn der Kontakt bereits längere Zeit online besteht, ist das erste Treffen offline so, als würde man einen alten Bekannten Wiedersehen.

So könnte ich hier jetzt eine lange Reihe an Leuten auflisten, die ich bereits getroffen habe, doch erspare ich euch das. Alle die ich getroffen habe, ebenso wie diejenigen, die ich erneut getroffen habe, haben die Reise hierher mehr als bezahlt gemacht. Es ist einfach etwas anderes, jemanden in Fleisch und Blut gegenüber zu stehen und sich mit ihm/ihr zu unterhalten, als „nur“ via Twitter/Facebook zu kommunizieren.

Die Sessions die ich bisher besucht habe, haben bereits ein breites Spektrum abgedeckt, was die Qualität angeht. Die erste Keynote fand ich interessant – die ersten 15 Minuten – danach habe ich irgendwie nicht mehr so genau zugehört. Das mag auch an dem lustigen Twitter-Spiel gelegen haben, in dem sich die drei Farben auf Twitter in ihrer Aktivität übertreffen möchten.

Die Session zu Augmented Reality von Keiichi Matsuda war sehr spannend. Er hat sich sehr interessante Überlegungen zu AR aus der Perspektive eines Designers/Architekten gemacht und diese teilweise in Videos oder Bildern verarbeitet. Die Einbindung eines 3D-Films (mit den Retro-Brillen in Rot/Blau) mag am Erfolg des Vortrages nicht ganz unbeteiligt gewesen sein. Was ich vorher gar nicht wusste ist, dass Matsuda der Macher dieses Videos ist:

Leider gab es auch schlechtere Vorträge. Die „Studie“ zu Blogs in Deutschland basierte leider auf einem eher wackeligem empirischen Forschungsdesign und konnte die Anwesenden nicht wirklich begeistern. Eine qualitative Umfrage unter 20 Bloggern als Grundlage für Aussagen über die Blogosphäre in Deutschland zu nehmen, ist auch etwas sehr riskant, dies aber auf der re:publica zu präsentieren ist mehr als blauäugig. Die Referentin sah sich daher im Anschluss an ihren Vortrag einem kleinen aber heftigen Real-Life-Shitstorm ausgesetzt. Hätte sie die Studie auf der #rp11 durchgeführt, hätte sie wahrscheinlich unter den Anwesenden mehr Samples für ihre Studie gefunden, als sie bereits hatte.

Auch der Vortrag die Vorlesung zu Twitter konnte nicht begeistern. Die Vorstellung einer Diplomarbeit zu Twitter hatte durchaus interessante Inhalte, doch in einer abgelesenen Präsentation zunächst ausführlich die Funktion und Nutzung Twitters zu erläutern ist auf der #rp11 eher unangebracht. Da die Referrentin Vorleserin den Vortrag ihrer Vorrednerin inklusive anschließenden Shitstorm miterlebt hat, war sie auch noch mehr als nur ein wenig nervös. Die ersten Vorträge in der Kalkscheune waren also, gelinde gesagt, eine Enttäuschung, die durch studieren der Timeline und sonstige Ablenkungen überstanden wurde…

Der Vortrag von Tim Pritlove zu PodCasts in der Öffentlichkeitsarbeit war zum Glück besser. Gut, nach den beiden Vorrednerinnen war es ein leichtes, das Publikum für sich zu gewinnen, doch war sowohl inhaltlich wie formal die Präsentation interessant und ansprechend.

Am Ende habe ich mir Sascha Lobo mal live angesehen. Auch wenn ich nicht alle seine Aktionen gut finde, muss man ihm einfach lassen, dass er weiß, wie man redet und ein Publikum begeistert. Die neuesten Erkenntnisse in der Trollforschung waren wirklich ein großes Vergnügen und dabei sogar lehrreich. Seinem Eingangs-Rant, in dem er die versammelte Online-Szene beschuldigte an seinem Erfolg Schuld zu sein, weil sie es nicht schaffen würden mit den „Normalos“ so zu kommunizieren, dass diese uns verstehen und sich daher immer alle an ihn wenden würden, kann ich in den wenigstens Punkten widersprechen. Er hat also irgendwo recht.

Die Lobby füllt sich mit frühstückenden Menschen, die offensichtlich nicht die #rp11 besuchen, da sie mich mit einer Mischung aus Argwohn und Mitleid betrachten, ob es daran liegt, dass ich hier mit Laptop sitze und blogge oder dass ich nicht wie sie frühstücke, vermag ich nicht auszumachen. Gut das ich gleich wieder unter Gleichgesinnten bin, da muss ich mich nicht mehr rechtfertigen, dass ich immer auf mein Smartphone gucke, obwohl ich am Laptop sitze. Vielleicht möchte ich manchmal gar nicht mit den „Normalos“ kommunizieren?

Tag 2 auf der #rp11 ->

Tag 3 auf der #rp11 ->

BarCamp Ems – Der Tag danach

Gestern war es soweit, das erste Barcamp im Emsland, das BarCamp Ems, empfing über 50 Interessierte im IT-Zentrum Lingen. Das grobe Thema war „Social Media in KMU“ und schien auf großen Anklang nicht nur bei Menschen aus der unmittelbaren Umgebung zu treffen.

Den wohl weitesten Weg hatte Daniel Rehn aus München, der mit einer interessanten Präsentation zum Thema „Location based services für KMUs“ aufwartete (die übrigens gestern noch „hot“ auf Slideshare war). Sehr gefreut habe ich mich auch über die Anreise von Markus Sekulla der die komplizierte Zugverbindung nach Lingen in Kauf genommen hat.

Aber auch aus Düsseldorf, Oldenburg und Co kamen die Interessenten. Vorträge wie „Braucht man Social Media Berater?“ von Michael Waning oder aber „Über die Unerträglichkeit der virtuellen Anonymität“ von einem Referenten, der lieber ungenannt bleiben möchte, waren spannend und informativ. Vor allem fand ich die kritische Auseinandersetzung Michaels mit dem Thema „Social Media Berater“ gut.

Sehr interessant, aber da in Osnabrück etwas weiter weg, fand ich die Session zum Coworking in Osnabrück von Wolf Goertz. Nachdem ich bereits das Betahaus in Hamburg kennen und schätzen gelernt habe (Dank an Jörn), finde ich das Prinzip von Coworking-Spaces sehr ansprechend und würde mich freuen, wenn es auch hier in der Umgebung etabliert werden könnte.

Generell war es eine sehr entspannte und interessante Veranstaltung, bei der ich viele Leute wiedertreffen oder kennenlernen konnte. Ein guter Auftakt, von dem ich mir erhoffe, dass es nicht bei einer einmaligen Aktion verbleibt. Übrigens sollen die Präsentationen und Sessionmitschnitte bald veröffentlicht werden, wie in dem ersten kurzen Afterglow angekündigt wurde!

Bleibt jetzt nur noch das gute Wetter zu genießen und zu hoffen, dass es nächste Woche ebenso sonnig ist, wenn wir uns in Berlin treffen!

Steffen Seibert twittert – Und die Journalisten stehen kopf?

Es hat sehr viel von einer Satire, das Protokoll der Diskussion in der Bundespressekonferenz vom vergangenen Freitag (25.03.2011).

Da fühlen sich die Berlin-Korrespondenten benachteiligt, weil der Sprecher der Bundesregierung und Chef des Bundespresseamtes Steffen Seibert bei Twitter Informationen zur US-Reise der Kanzlerin verbreitet hat und die Korrespondenten aber nicht noch einmal extra darauf hingewiesen hat.

Das gesamte Protokoll kann sowohl bei Thomas Wiegold als auch bei Carta gelesen werden. Eine Bewertung der ganzen Situation hat Thomas Knüwer bereits vorgenommen.

Es ist doch faszinierend und erschütternd zugleich, wenn man erkennt, wie wenig sich die Korrespondenten in der Hauptstadt mit den aktuellen Kommunikationsformen auseinandersetzen. Allein schon Sätze wie „Ich habe vorhin im Internet nachgeschaut“ sollten heutzutage von Journalisten nicht mehr kommen. Die erwarte ich dann eher von Politikern…

Auch ist es sehr bedenkenswert, wenn eine Mediaagentur folgendes sagt:

Denn wenn man diese Kommunikationswege geht ‑ da schließe ich mich sicherlich den anderen Agenturkollegen an ‑, dann greift das tief in unsere Arbeitsabläufe ein. Wenn es da ein Sicherheitsproblem gibt, dann hilft der Hinweis „wenn Sie Zweifel haben, können Sie ja anrufen“ uns als Agenturen nicht weiter. Denn wenn das eine autorisierte Verbreitungsquelle des Bundespresseamtes ist, dann werden wir „zuschlagen“, und dann werden wir im Zweifelsfall auch mit einer falschen Meldung „zuschlagen“. Das kann nicht im Interesse Ihres Ministeriums sein.

Wie bereits hier angemerkt sollte doch der Unterschied zwischen professionellen Journalisten und diesen „unseriösen“ Bloggern doch der sein, dass Journalisten ihrer Sorgfaltspflicht nachkommen und nachhaken, bevor sie Meldungen von sich geben, oder nicht?

Ich finde diese ganze Diskussion belustigend und etwas ernüchternd. Eine derartige Anpassungsresistenz an aktuelle Entwicklungen der Kommunikation habe ich von Politikern und manchen CEOs erwartet, aber nicht bei Journalisten, die doch auch Kommunikationsprofis sind… Zum Glück folge ich bei Twitter vielen Journalisten, die da viel weiter sind als ihre Kollegen aus der Hauptstadt.

Und der Rest ist Schweigen?

Gestern ereignete sich eines der schlimmsten Erdbeben, das je gemessen wurde vor der Küste Japans. Eine Stärke von 8,8 auf der Richter-Skala, mit dem Epizentrum kurz vor Sendai. Die Auswirkungen sind dramatisch, da zu dem Erdbeben auch noch Tsunami-Wellen kamen.

Japan ist wohl eines der bestvorbereitetesten Länder für derartige Katastrophen, sofern man sich auf soetwas vorbereiten kann. Dennoch gab es viele Todesopfer und noch mehr Verletzte. Stromausfälle, unterbrochene Wasserversorgung und die Zerstörung sind große Probleme für die Bevölkerung Japans. Doch viel bedrohlicher sind die Probleme bei Öl-Raffinerien und vor allem Atomkraftwerken.

Gestern morgen habe ich kurz nach dem Beben die Berichterstattung auf NTV verfolgt, kurz weil ich schnell auf CNN wechselte, die von NHK World ihre Bilder und Infos bekamen. Simultan habe ich noch den Livestream von Al Jazeera beobachtet, die ebenfalls die Bilder von NHK zeigten. Zusätzlich folgte ich natürlich der Informationsquelle Nr. 1: Twitter. Was mir auffiel war, dass die Berichterstattung auf CNN und Al Jazeera deutlich besser war als auf NTV/N24. Wieder einmal…

Seit einiger Zeit ist Al Jazeera für internationale Ereignisse eine wichtige Quelle der Informationen geworden. Vor kurzem fragte ich mich, was guter Journalismus sei und wer das bestimme. Dort habe ich auch schon angemerkt, dass die deutsche Berichterstattung zu internationalen Themen eher dürftig im Vergleich zu ausländischen Sendern ist. Nun gab es gestern beispielsweise auf ZDF ein Special zu dem Thema. Doch wundere ich mich immer noch: Woran liegt dieser Unterschied in der Berichterstattung? Kann mir das jemand erklären?

Marie Christine Schindler hat sich auf eine sehr interessante Art geholfen: Sie hat bei Twitter eine Liste erstellt, in der sie alle Journalisten gesammelt hat, die zu Japan berichten. Eine sehr spannende Lösung finde ich, vor allem für die deutschen Nachrichten-Sender. Warum erstellen die Betreuer der Twitter-Accounts von NTV, Tagesschau, ZDFonline und Co. nicht ebenfalls passende Listen? Sie müssten auf Journalisten zurückgreifen, die nicht für sie arbeiten, aber ist das schlimm? Wäre das nicht eine Service-Leistung für uns Nachrichten „Konsumenten“, die wenigstens über die bedingte TV-Berichterstattung etwas hinwegtrösten könnte?

Mehr Politik im Social Web? – Politikalarm.de

Das Tolle am Social Web ist, dass man immer wieder neue und interessante Dinge entdecken kann. Natürlich kann man das auch in der wirklichen Welt, ist dort aber räumlich oft eingeschränkter. Vor kurzem wurde ich auf ein interessantes neues Projekt aufmerksam gemacht: Politikalarm.de.

„Politikalarm.de will die Meinung der Internetgemeinde zu aktuellen und heiß diskutierten Themen wissen: Stimme einfach ab und poste einen Link (Blogeintrag, Meinungsartikel, Pressemitteilung, Video etc.), der Deine Position vertritt. Alle Links, die klare Kante zeigen, werden veröffentlicht. Bewerte die Links mit dem grünen Daumen, um sie unter die Top Einträge zu bringen und so Debatte und Abstimmung zu beeinflussen.“

So heißt es auf der Seite über das Politikalarm-Blog.

Die Idee finde ich gut, vor allem die einfache Gegenüberstellung von Pro und Contra mit Links zu Blogbeiträgen, etc. erscheint mir als interessantes Vorgehen. Damit stehe ich natürlich nicht alleine. Politikalarm.de wurde sogar auf Carta als Blog-Glanzlicht ausgezeichnet. Und selbstverständlich findet sich auch eine passende Facebookseite.

Der Zufall will es, dass ich den Initiator und Träger dieses Projektes, Gregor Lütjens, aus meiner Zeit als Praktikant kenne. Da liegt es natürlich nahe, dass ich die Gelegenheit nutze und ihm ein paar Fragen zu Politikalarm stelle. Zum Glück hatte er Zeit, mir 3 kurze Fragen beantworten zu können.

Wie bist du auf dieses Projekt gekommen? Hat das etwas mit deinem Beruf als PR-Berater zu tun?

Während der WM 2010 gab es beim ZDF einen „Online-Reporter“, der vor den Spielen immer über die Meinungen der Netzgemeinde auf Basis von Umfragen auf der ZDF-Website berichtet hat. Dabei habe ich mich gefragt, warum es keine zentrale Plattform für politische Umfragen gibt, die gleichzeitig umfassend über die entsprechende Frage informiert.

Mein Job als PR-Berater mit dem Schwerpunkt Online-Kommunikation hat mir die Realisierung des Projekts natürlich einfacher gemacht. Schließlich ist es meine tägliche Aufgabe, mich mit neuen Entwicklungen im Netz (technisch und inhaltlich) auseinanderzusetzen.

Welche Idee steckt hinter Politikalarm.de? Mit welcher Absicht hast du das Projekt gestartet?

Klaus Kocks hat Social Media vor einigen Jahren als „Geschwätz-Medien“ bezeichnet. Diese Einschätzung teilt nach meiner Erfahrung immer noch ein Großteil der Menschen in Deutschland. Darunter sind auch viele Politiker, für die immer noch vor allem Bild und Glotze zählen. Mit politikalarm.de wollen wir zeigen, dass es eine große Zahl interessanter und hochaktueller politischer Analysen im Netz gibt. Gleichzeitig wollen wir unsere Besucher animieren, zu kontroversen Themen klar Stellung zu beziehen und zwar auf der Basis von „Pro“ und „Contra“ Meinungen. Das ist auch der Unterschied zu Umfragen bei Bild, SZ etc. Dort wird die Abstimmung von der Meinung des Journalisten beeinflusst.

Was hast du mit Politikalarm vor? Wohin soll die Reise gehen?

Erst einmal sind wir mit dem Start von politikalarm.de sehr zufrieden. Wir haben bereits viele positive Rückmeldungen und konstruktives Feedback erhalten. Die unterschiedlichen Ideen werden wir nach der Etablierung von Politikalarm auf unserer Facebook-Seite mit unseren Freunden diskutieren. Gleichzeitig denken wir darüber nach unser Team zu vergrößern, um noch besser zu werden.

Ihr könntet also noch Unterstützung gebrauchen?

Unbedingt! Wer Interesse an Politik und Social Media hat, viel Begeisterung und ein wenig Zeit mitbringt, kann sich gerne bei uns melden.

Vielen Dank für deine Zeit und weiterhin viel Erfolg mit Politikalarm.de!

Social Media Berater – Vom Laien zum Profi?

Immer wieder hört man, wie wichtig es sich aktiv mit dem Social Web auseinanderzusetzen, wenn man dort (beratend) beruflich tätig ist. Die Theorie kann einem die Dynamik und Eigenschaften des Social Webs nicht so vermitteln wie die Erfahrungen aus erster Hand. Dies kann man auch in dem sehr lesenswerten Beitrag von Martin Weigert nachlesen.

Vor allem wer zu Social Media beraten möchte, muss aus eigener Erfahrung wissen, wie das Social Web funktioniert. Es reicht nicht aus, gelesen zu haben, worauf es in einem Corporate Blog ankommt und wie man effizient twittert. Es schadet sicher nicht, aber es reicht eben nicht aus. Da dürften wir uns alle einig sein.

Was bei all dieser Argumentation aber auch nicht vergessen werden darf, ist die Tatsache, dass vor allem bei Kommunikationsberatung im Social Web auch die Kenntnisse und Fähigkeiten auf dem kommunikationstheoretischen Feld nicht vernachlässigt werden darf. Es kann durchaus sein, dass ein guter Blogger und sogenannter Influencer bei Twitter auch beratend tätig sein kann, aber mit einer grundlegenden Ausbildung/ Bildung in der Kommunikationsberatung hat die Beratung eine andere Qualität.

Reine Social Media Erfahrung befähigt nicht automatisch zu einer strategischen Kommunikationsberatung, in der die verschiedenen Aspekte des Kommunikationsmanagements einbezogen werden. So einfach ist der Weg vom Laien zum Profi dann doch nicht. Ich empfehle Kommunikationsmanagern, sich mit dem Social Web zu befassen, auch wenn sie primär noch nicht damit arbeiten müssen, gewinnt es doch immer mehr an Relevanz und Gewicht. Ebenso empfehle ich aber den Social Media Enthusiasten, die sich sehr damit befassen und überlegen, dort beratend tätig zu werden, sich mit dem Kommunikationsmanagement zu befassen. Es muss nicht gleich ein Studium sein, obwohl das sicher nicht schadet, aber einige Grundlagen sollte man sich aneignen.

Ich bin mir noch immer nicht sicher ob ein reiner Social Media Berater sinnvoll ist, oder ob ein Kommunikationsmanager mit entsprechenden Fähigkeiten im Social Media Bereich nicht sinnvoller ist. Social Media, gerade für Unternehmen, sollte nicht nur von einem einzelnen kommen, sondern im Unternehmen gelebt werden. Es muss in der Führungsebene und auch auf der Mitarbeiterebene kommuniziert und verbreitet werden. Mitarbeiter befähigt und ermuntert werden, selbst im Social Web aktiv zu werden. All die Aufgaben, die ein Social Media Manager im Unternehmen übernehmen muss, erfordern mehr, als „nur“ die Kenntnisse über Social Media. Als externer Berater kommen noch andere Aufgaben hinzu, die ebenfalls mehr Anforderungen an den Berater stellen, als „nur“ die eigenen Erfahrungen im Social Web.

Gerade Studenten und Young Professionals  aus der Kommunikationsbranche können hier punkten und eigene Erfahrungen im Social Web sammeln. Kommunikationsberatung wird auch weiterhin gesucht werden, das Arbeitsfeld kann sich jedoch jederzeit ändern und im Moment wird der Aspekt Social Media immer relevanter. Darauf sollte man sich einstellen, ob Student oder nicht.

 

Das Social Web – Spiegel der Gesellschaft

Die These ist nicht neu: Das Internet, und als Teil dessen auch das Social Web, spiegelt die Welt in der wir leben wieder. Nicht immer eins zu eins, sondern oft verzerrt.

Doch gerade in dieser Woche wird es wieder sehr deutlich, dass der Spiegel der Gesellschaft ein Spiegel ist, der häufig die dunklen Seiten der Gesellschaft zeigt, die man im realen Leben am liebsten vergessen oder ignorieren möchte. Nur selten wird es akzeptiert wenn man Äusserungen über andere kundtut, die vor böser Häme nur so triefen. Leider ist es im Social Web anders. Da sich die eigene Meinung im Schwarm der Meinungen anderer verstecken kann und es leicht ist, sich der Masse anzuschließen, entstehen schnell sogenannte Shitstorms, die über Unternehmen, Prominente oder Politiker hinwegfegen. Ob gerechtfertigt oder nicht, ist dabei eigentlich irrelevant.

Der Wutbürger 2.0 sozusagen trifft sich nicht nur vor einem Bahnhof, sondern auch im Social Web und skandiert gegen großes Unrecht. Sei es ein „ergaunerter Doktortitel“ oder eine Sendung mit irgendwelchen Kandidaten in einem Dschungel. Was wir alle so gut am Social Web finden, dass nämlich jeder seine eigene Meinung kundtun kann, ohne die Gatekeeper, diese Journalisten, die für uns entscheiden, was einen Nachrichtenwert hat oder nicht, dieser Vorteil, diese Macht verführt natürlich auch dazu, sie zu missbrauchen. Versteht mich nicht falsch, ich bin ein großer Social Web Enthusiast, ich finde die Möglichkeiten faszinierend und wer mich kennt, weiß wie wohl ich mich dort fühle, aber manche Auswüchse die Social Media mit sich bringen, stoßen mir mehr als nur bitter auf.

Um mal zur aktuellen Sau zu kommen, die man gerade durchs Dorf prügelt: KTzG, seines Zeichens Verteidigungsminister, hat in seiner Dissertation scheinbar Quellen nicht genau benannt. Oder um es einfacher zu sagen: Copy & Paste waren auch bei ihm im Einsatz. Gut, andere Politiker haben aus geringeren Gründen ihr Amt aufgegeben, aber nimmt ihm dieser akademischer, oder wie er es sagt, wissenschaftlicher, Fehler die Kompetenz, die er haben mag oder nicht, die ihn in sein momentanes Amt brachte? Und wer bitte erdreistet sich, zu behaupten es sei Usus eine wissenschaftliche Abschlussarbeit mit Copy & Paste anzufertigen? Entschuldigung, ich bin auch kurz davor so eine Arbeit zu verfassen (Bachelorthesis) und möchte mir das nicht vorwerfen lassen.

Nur all zu leicht fällt es, Beiträge zu retweeten, die andere Personen schlecht machen und ehe man sich versieht, ist man Teil eines Shitstorms. Ich möchte kein Teil eines Shitstorms werden, ebenso wie ich kein Opfer ebendieses sein möchte. Ich lebe nach der Devise „Wer austeilt muss auch einstecken können.“. Vielleicht sollten sich die „Hater“ und Neider mal an die eigene Nase fassen. Ich vertraue in großen Teilen in Prüfungskommissionen die solche Angelegenheiten mit dem nötigen Fachwissen prüfen und bewerten werden. Ich als Laie werde wohl nur durch einen Glücksfall eine bessere Bewertung treffen können. Vielleicht sollten auch manche Journalisten lieber erst einmal abwarten und sich nicht auch für einen Shitstorm instrumentalisieren lassen. Denn nicht nur im Social Web gibt es solche Stürme, ich finde die auch immer öfter in den klassischen (manche sagen auch „seriösen“) Medien.

 

Update: Richard Gutjahr hat in seinem Blog einige der Tweets zu #Guttenberg gesammelt. Dort wird veranschaulicht, was ich meine.

Was ist guter Journalismus und wer bestimmt das?

Seit dem 25. Januar wehrt sich die ägyptische Bevölkerung gegen das Regime von Hosni Mubarak. Mit Aufständen im Jemen folgt Ägypten den Aufständen in Tunesien. Ein Ereignis, dass nicht nur die arabische Welt, sondern überall für gravierende Veränderungen sorgen wird. BBC, CNN und Al Jazeera berichten umfassend darüber. Al Jazeera seit dem 25. Januar fast ununterbrochen, auch dann noch, als ihr Büro in Kairo gesperrt wurde und allen Journalisten in Ägypten ihre Akkreditierung entzogen wurde.

Und was ist in Deutschland derweil im Fernsehen? Kurze Meldungen hier und dort weisen auf Unruhen in Kairo hin. Die Printmedien berichten auf Titelseiten, wenn auch nicht immer als Titelstory (Da musste teilweise der Dschungelkönig hin). Immerhin. Woher erhalten Menschen in Deutschland ihre Informationen über das Vorgehen in Ägypten? Aus dem Internet. Livestreams von BBC und Al Jazeera sind lange Zeit die einzige Informationsquelle mit Bewegtbildern, neben Videos von YouTube.

Woran das liegt weiß ich auch nicht. Es ist ja nicht so als wären keine Korrespondenten deutscher Nachrichtensender in Ägypten vor Ort. Aber neben einem Dschungelkönig und einer Lena für Deutschland scheint einfach keine Zeit oder kein Bedarf an umfassenden Berichterstattungen im deutschen Fernsehen vorhanden zu sein. Sehr zum Missfallen der Online-Community. Das deutsche Fernsehen versagt kläglich.

Nun gibt es da einen aus der Online-Community, Richard Gutjahr, der zufällig auch Journalist ist und spontan beschlossen hat aus Tel Aviv ins 150km entfernte Kairo zu fliegen. Warum? Auch er war von der Berichterstattung im deutschen TV enttäuscht und er wollte direkt vor Ort sein und von dort berichten. Genauer wird das in dem Meedia Interview beschrieben. Seine Berichte aus Kairo zeigen ein anderes Bild als die Fernsehberichte, weil er die Zeit hat sich mit den Menschen dort zu unterhalten und keine Kamera auf sie richtet. Dafür erhält Gutjahr viel Unterstützung von verschiedenen Seiten, die ich nur unterstreichen kann. Aber auch Kritik wird geübt. Als Selbstdarsteller wird Gutjahr bezeichnet und bei Twitter werden seine Tweets als inhaltslos und sinnlos bezeichnet. Manche beschimpfen ihn sogar als Abschaum und Kriegstouristen. Ich denke er macht seinen Job und den macht er gut. Kein Grund ihn zu beschimpfen oder niederzumachen, aber ebenso kein Grund ihn jetzt auf ein Podest zu stellen.

Was die Aktion von Gutjahr aber auf jeden Fall, neben der Berichte, Bilder und Videos aus Kairo, bewirkt haben ist eine Diskussion über den neuen Journalisten. Viele merkten plötzlich, das „der Blogger“ Gutjahr nicht nur Apple-Fanboy ist, sondern ein „echter Journalist“ ist. Was ist ein „guter“ Journalist eigentlich? Und wer bestimmt wer ein guter Journalist ist? Dürfen Blogger sich auch Journalisten nennen? Dürfen Journalisten bloggen oder sind sie dann keine „guten Journalisten“ mehr?

Viele Fragen halte ich für ziemlich unsinnig. Viele vermissen seit längerem den „guten Journalismus“ oder auch Qualitätsjournalismus nicht nur in Deutschland. Die Gesellschaft ist immer stärker Online und sucht dort auch ihre Informationen. Ich glaube nicht das der klassische Journalismus ersetzt wird oder werden sollte, aber man darf sich der neuen Form des Journalismus nicht versperren. Eine begrüßenswerte Entwicklung ist da die Forderung der Menschenrechtsorganisation Article 19 , die fordern, dass Blogger, die sich dem Codex der Journalisten verschreiben auch den Schutz der Journalisten genießen sollen. Ich sage nicht, dass die Online-Journalisten besser oder schlechter sind als die „klassischen“ Journalisten, oder umgedreht. Es gibt in jedem Medium bessere und schlechtere, sorgfältigere und weniger sorgfältige Journalisten. Ich bin in keiner Position das zu bewerten. Ich hoffe hier nur ein paar Fragen anzustoßen.

Was ist guter Journalismus? Und wer bestimmt das?

Was ist los mit den deutschen Medien? – Ein Antwortpost auf Jormason

Dies ist ein Antwortbeitrag auf den lesenswerten Beitrag von Jörn Hendrik (@Jormason) zum 25. Januar und den Geschehnissen in Ägypten. Auf Grund der Länge hier als eigener Blogbeitrag.

Jörn, ich finde dein Beitrag sehr gut. Und ich bin mir sicher er spiegelt das wieder, was viele Online-Menschen in Deutschland spüren. Irgend etwas stimmt gerade nicht mit der deutschen (klassischen) Medienwelt. Ich habe mir heute 3h lang NTV/N24 angesehen und simultan den Live-Stream von Al Jazeera (engl.) laufen lassen. Der Unterschied ist einfach zu krass um es wirklich zu beschreiben.Al Jazeera und auch BBC berichten fast durchgehend über Ägypten. Al Jazeera sogar fast ohne Werbeunterbrechungen. Sie schalten zu Korrespondenten, die zu ihrem eigenen Schutz nicht namentlich genannt werden, weil alle Al Jazeera Journalisten ihren Status als Journalist verloren haben! Währenddessen wird auf N24 eine Doku über Rommel, den Wüstenfuchs gezeigt und NTV bringt eine Doku über „Wir Deutschen 1945 bis heute“. Ab und an läuft etwas durch den Ticker. That’s it.

 
Was dort in der arabischen Welt passiert ist etwas unglaubliches. Tunesien, Jemen und Agypten durchleben gerade eine Veränderung von der die Welt noch lange etwas spüren wird, da bin ich mir sicher. Die Printmedien machen das in ihren Grenzen schon viel besser. Ich finde den Beitrag der taz hier sehr lesenswert.

 
Was dort passiert, geht die ganze Welt etwas an. Ich erinnere mich noch sehr gut an den 11. September 2001 und welche Bilder dort tagelang (!) im deutschen Fernsehen zu sehen waren. Und ich denke mir nur, wo sind jetzt die Bilder des Geschehens? Warum wird jetzt nicht darüber berichtet? Richard Gutjahr und viele andere Korrespondenten befinden sich in Ägypten, wie du auch geschrieben hast. Aber sie benötigen auch Sendezeit. Ich fordere die Nachrichtensender auf: Informiert Deutschland über die Geschehnisse und vergeudet die Sendezeit nicht mit der x-ten Wiederholung einer langweiligen Dokumentation!

Zuletzt ein Video, dass mir sehr gezeigt hat, was es für die Menschen bedeutet sich von dem Regime zu befreien:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=7hBV0ApIh_4]