Videocamp und Web Video Preis 2013 – Ein Rückblick auf meine ersten Tage in Düsseldorf

Es ist nun schon 4 Tage her, dass ich in Düsseldorf angekommen bin und ich frage mich ein wenig, wo denn die Zeit geblieben ist. In den 4 Tagen ist bereits sehr viel geschehen. Nicht zuletzt dank Markus und Thorsten, meinen beiden neuen Mitbewohner und Kollaborateure bei verschiedenen neuen Projekten.

Ein Barcamp zu Bewegtbild – Das Videocamp

Es begann mit dem Videocamp am Freitag, zu dem ich relativ spontan gegangen bin. Wie mir dieses Barcamp bisher entgehen konnte, frage ich mich rückblickend ja schon. Hier ging es um bewegte Bilder, aber nicht in der klassischen Glotze, sondern vor allem im Netz. YouTube, Vimeo, MyVideo und wie die Videoplattformen alle heißen mögen. Ein Barcamp für Web-Videos – für mich als unglaublicher YouTube und Vimeo Konsument (ich könnte echt Stunden da verbringen) – einfach perfekt.

Und weil es um Webvideos ging, verwunderte es auch nicht, dass gleich drei Vertreter von YouTube vor Ort waren. Naja, sicherlich auch deshalb, weil sie das Barcamp mit gesponsort haben, aber eben auch, um Sessions zu halten und über Möglichkeiten zu informieren, erfolgreich(er) mit den eigenen Videos zu werden. Hannes Jakobsen von YouTube habe ich bereits bei einem Workshop von YouTube in Hamburg kennengelernt. Er zeigte in einer Session recht einfach, wie man mit 10 simplen Regeln (von denen viele logisch und fast selbstverständlich sein sollten, es aber irgendwie meist doch nicht sind), den eigenen Erfolg auf YouTube und vor allem die Reichweite, steigern könnte. Anna-Lena wurde in ihrer Session zu Neuerungen von YouTube und Integration von Google Plus leider oft als Troubleshooter für Probleme angesprochen. So kamen mir ihre eigenen Inhalte leider etwas zu kurz. Dafür konnte ich ein Blick auf ihr Pixel Chromebook werfen: Schickes Gerät! Und auch die Pressesprecherin von YouTube war vor Ort.

Es gab einige interessante Sessions, zum Erzählsatz und der Dramaturgie aus klassischen, journalistischen Videobeiträgen und ob und wie sich das auf Webvideos überträgen lässt. Oder aber auch einfach eine Session, wie man Projekte und Teams besser managen kann. Vor allem bei Videoprojekten mit einem größeren Team sicher wichtig.

Kaum Agenturen oder Unternehmen da gewesen

Insgesamt war es ein sehr interessantes Camp, von dem ich viele sehr interessante Sessions leider verpasst habe. Was mir aber sehr stark aufgefallen ist, war eine Tatsache: Es waren nur sehr wenige Vertreter der üblichen Barcamps zu Social Media vertreten: Agenturmenschen und Unternehmensmitarbeiter. Ich bin persönlich schon länger der Meinung, dass YouTube und Co. nicht erst in der Zukunft, sondern eigentlich jetzt schon sehr groß und relevant sind, also vor allem die aktiven User. Aber das ist bei Unternehmen nur vereinzelt und auch bei vielen Agenturen anscheinend noch nicht so angekommen. Denn sonst hätten sie sich, wie ich (jetzt als Freelancer), eigentlich auf diesem Barcamp tummeln sollen.

Denn es waren nicht nur Journalisten, die sich ins Netz wagten, oder doch ein paar Berater, Vertreter der Sponsoren und YouTube vor Ort. Es waren auch viele aktive YouTuber vor Ort. Oder aber junge Menschen, die etwas mit Video machten. So zum Beispiel Clemens, der 15 jährige Schüler, der mit seiner Klasse ein klassisches Theater-Stück als Kurzfilm umgesetzt haben und sehr souverän einfach mal eine Session startete, in der er diesen Spot vorstellte und zur Diskussion freigab.

Viele Agenturen sagen, dass Bewegtbild immer wichtiger wird, aber dann fehlten doch deren Vertreter auf diesem Barcamp, bei dem man wirklich viel lernen konnte. Etwas, das für die üblichen Barcamps zum groben Thema „Social Media“ für mich nicht immer gilt.

YouTuber vs. Social Media Veteranen 

Generell scheint für die YouTuber vieles anders zu sein, als für Leute wie mich, der ich mich jetzt einfach mal zu dem Begriff „Social Media Veteran“ rechne. Ich bin einer von euch, der Facebook, Twitter und Blog zur professionellen Kommunikation für mich oder für Kunden einsetzt. Für mich ist es normal, mit Klarnamen zu arbeiten und fremde Menschen bei Twitter, Facebook, LinkedIn und co. anzusprechen und als Kontakt hinzuzufügen. Es geht ja schließlich ums Netzwerken und Leute kennenlernen! Alles irgendwie beruflich. Meistens.

Ich zähle mich nicht einmal zu den Digital Natives, von denen man ja immer gerne sagt, sie würden ganz selbstverständlich die Technik und die Plattformen nutzen, die ihnen zur Verfügung stehen. Darum werden doch gerne junge Praktikanten mit der Betreuung der Firmen-Facebook-Seite betreut, denn die sind ja auch selbst bei Facebook aktiv, nicht wahr?

Und wie ist das bei den YouTubern? Den jungen Menschen, die klar als Digital Native zu bezeichnen sind? Sie sollten doch wie selbstverständlich Facebook, Blog und Co. nutzen, so wie sie die digitale Spiegelreflexkamera und Videoschnittprogramme nutzen, um wirklich hochwertige Videos zu erstellen, oder? In einer sehr interessanten Session von Katja und Steffi, die eigentlich nur mal diese beiden Parteien – die YouTuber und Social Media Veteranen – zusammenbrachte, wurde klar: Was wir für die „Offliner“ sind, sind die YouTuber irgendwie für uns!

Da kamen dann auch mal so Äußerungen, die etwa besagten, dass man jetzt auch mal Facebook nutzen will, um die Videos zu verbreiten. Oder um die Fans zu sammeln. Die YouTuber sind – was Social Media angeht – deutlich zurückhaltender als wird. Da wird sich bei Facebook auch nur mit Menschen vernetzt, die man mindestens 2-3 Mal zuvor im realen Leben getroffen hat!

Anonymität vs. Klarnamen

Während wir uns über die Klarnamenpflicht bei Facebook und Google Plus keine Gedanken mehr machen, würde es den YouTubern anscheinend nicht einfallen, ihren Channel mit einem Klarnamen zu führen. Sie freuen sich über die Anonymität, die sie haben, auch wenn sie vor der Kamera stehen und danach frei für fast alle sichtbar ihre Werke ins Netz stellen. Und doch, bei all der Anonymität, sind die YouTuber in einer sehr lebendigen und offenen Community unterwegs. Da gibt es regelmäßige Treffen (quasi das Nebenprogramm der re:publica für Social Media Veteranen?) der YouTuber. Es wird sich (auf YouTube) vernetzt und ausgetauscht.

Also leben wir Social Media Veteranen in unserer aktiven und tollen Community und die YouTuber in ihrer eigenen aktiven und ebenfalls tollen Community. Spannend, denn wir leben ziemlich aneinander vorbei.

Neuer Trend? YouTube ist schon sehr alt und YouTuber lernen – schnell!

Kein Wunder, dass also die Agenturen und Unternehmen diese Community kaum für sich erschlossen haben. Während dies gerade nach und nach aufgeholt wird, werden die YouTuber immer professioneller und wenn die breite Masse der Unternehmen und Agenturen auf den Zug „Webvideo“ aufgesprungen sind, werden sie sich wahrscheinlich einem hochprofessionalisiertem Partner gegenüber sehen, der nicht so leicht mit sich herumspringen lassen wird, wie aktuell noch manche Blogger!

Der Web Video Preis 2013 – Eine tolle Show

Nachdem ich nun so viel in den zwei Tagen Videocamp gelernt hatte und mich wunderte, warum ich so vieles bisher verpasst habe, endete dieses interessante Barcamp mit dem Web Video Preis 2013. Ich erinnere mich noch an die Show vom letzten Jahr, die ich teilweise mitverfolgte – vor dem Rechner. Der Unterschied zu diesem Jahr könnte größer nicht sein.

War es letztes Jahr alles noch sehr … hm … „handgemacht“ und etwas holprig, gab es dieses Jahr eine hochprofessionelle Show. Dieses Jahr im Capitol in Düsseldorf fanden sich etwas über 1.000 Zuschauer zur Verleihung des Web Video Preises ein. Eine Unmenge an Fans der YouTuber und die YouTuber selbst. Dazu einige Social Media Bekanntheiten, Unternehmensvertreter und wer noch bei solchen Shows halt dabei ist.

Auf Grund des Zeitdrucks bis zu diesem Finalspiel vom Rundball zog Moderatorin Miriam Pielhau auch sehr straff ihr Programm durch und auch wenn genau zu Anfang einmal kurz der Einspieler hängen blieb, fühlte man sich den Abend über in einem sehr professionellen und vor allem angenehmen Umfeld.

Es gab sogar einen Eröffnungsakt: Die Aussenseiter zeigten ihren Song „Müze“ auf der Bühne.

Alles in allem habe ich den Abend als Abschluss des Videocamps sehr genossen. Unter anderem auch, weil ich – tatsächlich ich! – von zwei Besucherinnen erkannt worden bin! „Hey, dich kenn ich irgendwoher!“ hieß es plötzlich, als ich ein paar Bilder machte. „Ich weiß gerade nur nicht, woher… Wie heißt dein Channel?“ Tja, da muss sie mich wohl verwechseln, dachte ich. Aber nein, es waren zwei Fans meines Football Projektes! Wahnsinn! Tja, so kann es laufen. Ich werde auf jeden Fall versuchen, nächstes Jahr wieder beim Videocamp und beim Web Video Preis dabei zu sein!

Und wenn ihr etwas mit Video und Webvideo zu tun habt, solltet ihr das auch!

Das neue Rockmelt – eine Reader-Alternative?

Gestern Abend sah ich es zum ersten Mal. Heute morgen habe ich es mir etwas genauer angesehen: Das neue Rockmelt.

Update: Rockmelt hat hier einen interessanten Beitrag mit Anleitung zum Import der Google Reader Quellen in Rockmelt.

Das neue Rockmelt

Beim öffnen eines neuen Tabs wird mir dieser Screen angezeigt. Also über den „Most visited Sites“ steht prominent: Teste den neuen Rockmelt! Und das habe ich dann mal gemacht. Wie schon früher, muss man sich mit Facebook anmelden – nicht umsonst wurde Rockmelt auch als Facebook Browser bezeichnet. Anschließend kann man noch eigene Interessen angeben und schon geht es los. Ein paar Sekunden Ladezeit und es erscheint Pinterest eine Pinterest-artige Darstellung meines Newsfeeds:

Rockmelt Start - David Philippe

Dabei zieht sich Rockmelt die Infos aus unterschiedlichen Quellen. Wenn ich auf den Reiter „Freunde“ gehe, sehe ich beispielsweise nur, was meine Facebook Freunde, Facebook Seiten und die von mir verfolgten Twitterer gepostet haben. Im „Home“ Bereich wird dies noch um weitere Quellen ergänzt, die meinen zuvor angegebenen Interessen entsprechen. Klicke ich auf einen Link, öffnet sich eine Vorschau des Beitrages, ich mache das mal am Beispiel von Richard Gutjahrs Artikel zu Facebook Home, der mir gerade im Feed angezeigt wurde:

Beitragsvorschau Rockmelt - David Philippe

Ich weiß nicht, ob das als Klick auf Richards Artikel gewertet wird, aber ich kann mir den Beitrag komplett durchlesen, teilen, liken, etc. Wenn ich ganz nach unten scrolle, kann ich den Artikel auch auf der Originalseite ansehen. Gerade hatte ich dann das Problem, im Nachhinein den Beitrag von Richard wieder zu finden. Muss ich jetzt komplett herunterscrollen, bis ich ihn zufällig wieder finde? Nicht ganz, wenn ich die Quelle kenne, kann ich einfach mal die Suche bemühen:

Rockmelt Suche - David Philippe

Und wenn ich hier die Quelle „G! gutjahrs blog“ auswähle, wird mir eine Übersicht der Quelle angezeigt, mit den letzten Beiträgen. Sehr hilfreich!

Rockmelt Quellenansicht - David Philippe

Natürlich möchte ich mir nicht immer die Quelle merken. Wenn ich einen interessanten Beitrag gefunden habe, kann ich mir aber auch die „Kachel“ (so bezeichnet Rockmelt die einzelnen Feedelemente) bookmarken.

Rockmelt Kachel Interaktion - david Philippe

Diese taucht dann unter meinen gebookmarkten Kacheln auf:

Gebookmarkte Kacheln - David Philippe

Also auf den ersten Blick wirkt das ganze sehr cool. Die Frage ist nur, wie es sein wird, wenn ich es auf dem zweiten Bildschirm permanent offen habe: Kann ich die ganzen Infos genau so mitverfolgen wie auf Hootsuite meinen Twitterfeed? Das ganze gibt es übrigens auch als iOS App. Ich hoffe nur, dass es auch bald als Android App erscheint, denn die iOS App ist ziemlich sexy.

Facebook Werbe Manager – Ein Update

Connected FB

Wie wundervoll ist es eigentlich, nach einem langen, erholsamen Wochenende ins Büro zu kommen und dann zu sehen, dass Facebook ein Update beim Ads Manager ausgerollt hat. Also teilweise.

Aber fangen wir von vorne an. Seit ich hier in Hamburg arbeite befasse ich mich schon mit Facebook Ads (auf deutsch: Facebook Werbung) und habe bereites früher schon festgestellt, dass Facebook Ads durchaus relevant und nützlich sind. Nicht, weil ich sie schalte, sondern weil ich die Statistiken sehe und Einblick gewinnen konnte, was man mit den Ads alles machen kann.

Doch wie erstellt ein normaler Nutzer eigentlich Facebook Ads? Na ganz einfach: Über den Facebook Ad Manager! Hier kann man seine laufenden Kampagnen im Überblick haben und neue Werbeanzeigen und -Kampagnen erstellen.

Bei der Erstellung einer Werbeanzeige muss man 3 Schritte befolgen. Zunächst wird gesagt, was man bewerben möchte und welches Werbeformat genutzt werden soll. Hier seht ihr die alte Ansicht:

Facebook Ads Manager Schritt 1

Dabei kann man grundlegend zwischen mehreren Formaten unterscheiden, die ihr euch gern mal genauer ansehen könnt. Ganz allgemein reicht es glaube ich aus, zwischen „Sponsored Story“, „Page Post Ad“ und ich nenne es mal „normale Ad“ zu unterscheiden. Und ob man eine Anzeige für eine Facebook Seite oder eine Webseite erstellen möchte.

Im neuen System unterscheidet sich nicht viel, ausser das die Suchfunktion einfacher ist. Hier nun die neue Ansicht (Aus Datenschutzgründen mal die Seiten geweißt):

Facebook Ads Manager Schritt 1 neu

Anschließend werdet ihr nun gefragt, wofür genau ihr die Werbung schalten möchtet. Was auffällt, ist die neue Anordnung der Vorschau und (im Moment zumindest noch) die Vorauswahl der United States of America, die einem so viele potenzielle Nutzer als Zielgruppe ausspuckt:

Facebook Ads Manager neu Schritt 1,5

Habt ihr euch erst einmal für ein Werbeformat entscheiden, geht es im zweiten Schritt um die Zielgruppe:

Facebook Ads Manager klassisch Zielgruppe

Hier unterscheidet sich die klassische Ansicht nur unwesentlich von der neuen Ansicht:

Facebook Ads Manager neu Zielgruppenbestimmung

Was jetzt jedoch sehr sehr wichtig ist und warum ich hier alles so ausführlich bebildere: Es gibt in der alten Auswahl für Ads am Ende den Punkt „Campaign, Pricing und Schedule“, ebenso wie in der neuen Auswahl. Aber dort, wo man in der alten Auswahl CPM, CPC oder (neu) „Action optimized CPM“ als Preisbestimmung auswählen kann …

Facebook Ads Manager klassisch Pricing

… Kann man beim neuen Facebook Ads Manager nun vorher festlegen, was man mit der Anzeige erreichen möchte! Und das ist eine ganz tolle Sache, so rein theoretisch:

Facebook Ads Manager neu Pricing

Denn hier wird es wirklich spannend, denn Facebook behauptet zumindest folgendes:

„Set your objective so that your ad or sponsored story will automatically show to the people who are most likely to take the action you want. If you choose „clicks“, you will pay for clicks (CPC), and if you choose any other objective, you will pay for impressions (CPM) in the pricing section below.“

Im Prinzip ist es immer noch die Wahl zwischen CPC und CPM, aber hier wirkt Facebook anscheinend noch einmal zusätzlich auf die Werbeverteilung ein. Ich werde dies mal im Auge behalten und die Unterschiede testen.

Ein weiteres Update sind die „Aktionen“, die den Begriff „Verbindungen“ ersetzen. Facebook beschreibt es selbst so:

„Verbindungen aktualisiert auf Handlungen

„Handlungen“ umfasst alle vorher unter dem Begriff „Verbindungen“ zusammengefassten Informationen plus aller von den Nutzer innerhalb von 24 Stunden nach dem Aufrufen deiner Werbeanzeige oder gesponserten Meldung bzw. 28 Tagen nach dem Klicken darauf erfolgten Handlungen. Handlungen werden nur gezählt, wenn du für eine Seite, einen Seitenbeitrag, eine Veranstaltung oder Anwendung wirbst.“

Das ist nicht so trivial, wie es zunächst klingt, da die Verbindungen früher der Zahl Fans gleichgesetzt werden konnte. Das wird mit den „Aktionen“ nun erweitert. Somit kann man nicht mehr so einfach aus den Statistiken der Ads ableiten, wie viele neue Fans gewonnen wurden. Dies muss nun über die „Insights“ der Facebook Seite erfolgen.

Hilfreich in dem Zusammenhang ist aber auch die neue Anzeige der „erreichten Fans“ unterhalb der Beiträge von Facebook Seiten. Hier wird nämlich direkt aufgeschlüsselt, wie viele Nutzer über Werbung erreicht wurden und wie viele organisch erreicht wurden:

Facebook erreichte Nutzer eines Seitenbeitrages

Zusätzlich hat Facebook für Seitenadmins auch noch etwas eingeführt: „Promoted Posts“

Facebook Promoted Posts

Hier kann man ein festes Budget eingeben um den Beitrag möglichst vielen Fans anzuzeigen. Dies funktioniert sehr wahrscheinlich wie eine etwas abgespeckte Page Post Ad, die nur bestehenden Fans angezeigt wird, aber auch da fehlen im Moment noch die Erfahrungswerte.

Wie sieht es mit euch aus? Welche Erfahrungen habt ihr gemacht? Wie oft schaltet ihr eigentlich Facebook Werbung?

Drei Tage Berlin – Drei Tage #rp12 – Drei Tage Klassentreffen?

Letztes Jahr war ich das erste Mal auf der re:publica in Berlin. Da ich schon einigermaßen in der „Social Media Szene“ aktiv war, kannte ich die meisten und hatte eine wunderbare Zeit. Es war wie ein Klassentreffen, ganz so, wie man es mir versprochen hatte. Aus diesem Grund habe ich mich auch schon seit langem auf die diesjährige re:publica gefreut. Vor allem darauf, die Leute wiederzusehen.

Republica 2012 Eröffnungsansprache

Es hat sich einiges geändert, im Vergleich zum letzten Jahr. Die Location beispielsweise ist eine ganz Neue – Und sie ist eine sehr gute! Größere Räume, die sogar etwas mehr Rücksicht auf Barrierefreiheit nehmen. Dank an die ganzen Organisatoren und vor allem den Helfern, die dies ermöglicht haben! Man merkt, dass viel aus dem letzten Jahr gelernt wurde. Auch wenn es wieder Probleme mit dem Internet gab, es wurde versucht, auch dort etwas zu verbessern.

Neu war unter anderem auch, dass viele Sessions live gestreamt wurden – auf Spiegel online. Dadurch konnten nicht nur die etwa 4.000 Besucher vor Ort den Rednern lauschen, sondern auch viele aus dem Büro oder von zu hause aus.

Republica 2012 Livestreamed

Aber wie war es eigentlich? Drei Tage war ich in Berlin, drei Tage durfte ich mich mit vielen interessanten Menschen unterhalten und sie kennenlernen, oder wiedertreffen. An dieser Stelle ein großes Dankeschön an meinen Arbeitgeber: achtung!  hat mir nämlich 2 der 3 Tage freigestellt. Ist ja leider nicht immer selbstverständlich!

Doch zurück zum Thema: Es war großartig! Bei zumeist gutem Wetter habe ich persönlich den Großteil der Zeit damit verbracht, die Menschen zu treffen, die ich schon kannte oder noch offline kennenlernen wollte. Und noch ganz viele neue Leute kamen hinzu. Es entstanden wieder einmal interessante Gespräche, tolle Bekanntschaften und ich hoffe, dass dies noch ausgebaut werden kann.

Ein paar Sessions jedoch waren fast verpflichtend. Natürlich Sascha Lobos Session zum Stand des Internets. In einem Vortrag, der länger war, als es sich anfühlte, schaffte Sasche es erneut, gar nicht so unwichtige Fakten und Hinweise in eine unterhaltsam, nur vermeintlich oberflächliche Verpackung zu stecken. Angelehnt daran hat Daniel hier einen wunderbaren Beitrag verfasst, warum wir die Renaissance der Blogs selbst in der Hand haben.

Aber noch ein Sascha verstand es, eine super Session zu halten: Sascha Pallenberg hielt einen sehr tollen Vortrag über „Rockstars und Mimosen“ – Ein Vergleich von US Bloggern und deutschen Bloggern.

Republica 2012 - Sascha Pallenberg /by David Philippe

Dort zeigte Sascha einige Faktoren auf, die das Verhältnis der Blogger und Medien in Deutschland deutlich anders beeinflussen, als in den USA. Aber auch um den Umgang untereinander ging es. Wenn ihr die Chance habt, einmal den Vortrag von Sascha live zu sehen, nehmt sie wahr! Am besten fand ich aber wieder Saschas üblichen Einführungsslides mit den lautesten Fröschen/Kröten der Welt, dem Dschungel und dem Taipeh 101.

Ich sah mir auch einen Vortrag zur Frage, wie die EU eigentlich mit Cybersecurity umgeht an. Dort standen zwei IT-Spezialisten (mit super coolen Nerd-Shirts!) und zeigten, dass die Politik nicht nur in Deutschland oft noch weit von dem aktuellen Stand der Technik entfernt ist.

Republica 2012 - EU Cybersecurity

Sehr gut fand ich auch den Vortrag der Sprecherin von Twitter. Zum einen, weil man merkte, das dort ein kompetenter Sprecher war, der sich auf sein Publikum vorbereitet hatte, zum anderen, weil sehr interessante Cases gezeigt wurden, wie Twitter eingesetzt werden kann.

Republica 2012 - twitter session / by David Philippe

Aber letztlich war von den Vorträgen/Sessions doch der Auftritt von Steffen Seibert (dem @regsprecher) das Highlight der #rp12. Sympathisch, ernst, locker, offen und irgendwie „echt“ war er. Da kann man der Bundesregierung gegenüberstehen, wie man möchte, ihn finde ich ganz gut. Er hatte Lacher, Applaus verdient. Dass er nicht auf jede Frage genau antworten kann, sollten die Menschen, die sich mit PR und/oder Politik auskennen, nachvollziehen können.

Republica 2012 - Steffen Seibert (@RegSprecher) // by David Philippe

Mein Fazit:

Ja, es war ein drei Tage währendes Klassentreffen. Ich habe viele alte Bekannte getroffen und viele neue Leute getroffen. Ich habe durchaus einiges gelernt (unter anderem, wie sehr ich doch auf das Internet angewiesen bin) und hoffe, wieder mehr Zeit für mein(e) Blog(s) zu finden.

Ich freue mich jetzt schon sehr aufs nächste Jahr, werde da aber ein wenig besser vorbereitet hinfahren. 😉

Zu guter Letzt findet ihr hier noch ein kleines Album mit Bildern von der #rp12, die ich gemacht habe.

Aller (Neu-)Anfang ist schwer?

Super Bowl XLVI

Der Super Bowl XLVI (46) wurde gestern Nacht zwischen den New York Giants und den New England Patriots ausgetragen. Das Ergebnis könnt ihr hier erfahren, da ich nicht spoilern möchte. Übertragen wurde der Super Bowl im deutschen Free TV seit langer Zeit wieder von Sat.1 anstatt von der ARD. Fernsehzuschauer mit einem Sportpaket konnten weiterhin auf Sport 1+ (HD) zugreifen oder den Super Bowl auf Englisch sehen, wenn sie ESPN America empfangen.

Nun ist in Deutschland American Football leider nicht so beliebt wie Fußball oder Handball und daher eher selten im deutschen Fernsehen zu sehen, so dass auch nur selten Bedarf an Football-Kommentatoren besteht. Diesen Umstand bekamen Footballfans in Deutschland schon früher zu spüren, denn auch die ARD hatte da kein Ass im Ärmel. Doch wenn bei Sat.1 ein Rückblick auf vorherige Super Bowl Highlights als Rückblick auf die Saison 2011/2012 bezeichnet wird, zweifle ich doch schon sehr arg an der Vorbereitung der Kommentatoren.

Ich habe den Super Bowl mit Kollegen vorwiegend auf ESPN America gesehen, da wir ja wissen, dass die deutschen Kommentatoren nicht so gut sind. Aber hin und wieder mussten wir einfach auf Sat.1 und Sport 1+ wechseln, um zu sehen, ob sie wirklich so schlecht sind. Leider ja. Da kann man nur hoffen, dass es bald einen Sportreporter geben wird, der als Kommentator eingestellt wird UND sich mit American Football auch wirklich auskennt, oder dass American Football (Wunschtraum) einen deutlichen Schub an öffentlichem Interesse erfährt und somit der Bedarf an einem guten Kommentator… Ach nee, das wird wohl auch nicht viel bringen.

ESPN America zeigt leider keine Werbung, so dass wir nicht in den Genuss der Super Bowl Werbespots aus den USA kommen konnten. Doch mussten wir uns so auch nicht mit den gefühlten 3 Spots von Sat.1 herumärgern, die im Wechsel gezeigt wurden. Stattdessen bekamen wir Rückblicke auf frühere Super Bowls, Erinnerungen ehemaliger Spieler und derartige Clips in den Werbepausen präsentiert. Auch die kann man zwar irgendwann auswendig, doch sind sie lange nicht so nervig wie Werbespots.

Ich versuche weiter mehr Football im deutschen Fernsehen zu bekommen und für alle, die gern die Super Bowl Werbespots sehen möchte: Die NFL hat eine eigene Seite für alle Spots eingerichtet, die während des Super Bowls liefen. Da kann man mal sehen, welchen Stellenwert die Werbung während des Super Bowls hat.

Wenn die User kreativ werden…

Seit einem Jahr gibt es den Panorama-Dienst Google Street View in Deutschland nun und ich erinnere mich noch an so manche Hysterie und Panik vor „modernen Einbrechern“ und an Ideen wie virtuelle Streifenfahrten…

Wie man den Dienst nun selbst bewertet, ob gut oder schlecht, nützlich oder nicht, manche Menschen kümmern sich darum nicht. Sie sehen ein Instrument, mit dem sie ihre Kreativität ausdrücken können und heraus kommt dann etwas wundervolles, wie dieses hier:

[vimeo http://www.vimeo.com/32397612 w=600&h=337]

Address Is Approximate from The Theory on Vimeo.

Bildquelle: „The only people who know“ by Rainer

Google + Brand Pages – Der ideale Reader?

Brückenperspektive

Die „Brand Pages“, also die Seiten für Unternehmen auf Google Plus wurden überraschend vor zwei Tagen freigeschaltet. Die meisten wurden beim Bauer sucht Frau gucken überrumpelt. Es gibt bereits einige Meinungen und Vergleiche zu Facebook Seiten, die ich hier einfach mal für sich stehen lasse.

Denn hier geht es gar nicht um den Vergleich von Google und Facebook, oder warum Google viele Aspekte, die bei Facebook bereits erfolgreich waren nicht sofort eingefügt hat. Mir geht es heute um die Möglichkeiten der Brand Pages und wie man sie einsetzen kann. Aber gar nicht mal aus der Unternehmens-Perspektive heraus, sondern vielmehr aus der Verbraucher-Perspektive. Denn letztlich müssen wir uns alle (nicht nur bei Google+) immer die Frage stellen: Was bringt es dem User? Warum sollte ein Unternehmen, eine Organisation, eine Person eine Page (FB oder Google) haben und warum sollte ein User dieser Seite folgen?

Gestern habe ich, dank Christian HennesGoogle Page für Henne.digital  habe ich einen schönen Circle für „Newsmedien“ aus Deutschland anlegen können. Jetzt kommt es natürlich auf die Admins der Pages an, aber wenn sie ihren Content ausgewählt (also den qualitativ hochwertigen) auf ihrer Brand Page bei Google Plus verbreiten, dann bekomme ich als Nutzer von allen Pages in meinem Circle die News. Ich kann mir also einen wunderbaren Reader zusammenstellen, mit den News meiner Wahl. Das bringt den Pages als solche nicht direkt etwas, aber ich als User habe einen Mehrwert. Nun gibt es glücklicherweise schon eine Vielzahl an Pages zu den verschiedensten Themen und dadurch können User sich ihre ganz eigenen Circles zu den eigenen Interessen zusammenstellen. Ich habe das beispielsweise für interessante Blogs, Newsmedien, Technikmedien und so weiter gemacht.

Ihr habt euch über den modifizierten Google Reader aufgeregt? Ich denke das man sich einen ganz wunderbaren und „schöneren“ Reader direkt bei Google Plus zusammenstellen kann. Und das ist für mich ein Grund, morgens bei Google Plus reinzusehen! Wäre es für euch ein Anreiz? Hier kommt es aber, wie bereits gesagt, darauf an, dass die Pages gut gepflegt werden und wertvolle Inhalte dort eingestellt werden. Sonst fliegen sie wieder aus meinen Circles und wenn dann nichts überbleibt… muss ich auch nicht mehr bei Google Plus reinschauen.

Brückenperspektive

Bildquelle: Brückenperspektive by Rainer

Ein Blick in die Zukunft? Shaping Mobile Life #blogwettbewerb

Ausblick

Einen Blick in die Zukunft zu werfen ist gar nicht so leicht. Vor allem nicht für einen Laien wie mich. Ich versuche es im Rahmen des Wettbewerbes von CODE_n dennoch einmal. Sie haben gefragt, wie man sich die mobile Zukunft in 20 Jahren vorstellt. Hier meine Überlegungen zur (mobilen) Welt 2031:

Die Technik:

Inspiriert durch die Videos von Microsoft und Corning, die sich mit der Zukunft 2020 beschäftigen, denke ich, dass sich die technische Entwicklung bis 2031 zu einer verstärkten Integration der Technik in alltägliche Lebensabläufe gewandt hat. Nicht nur stationär im morgendlichen Spiegel, oder dem Touchscreen-Schreibtisch, sondern auch mobil. Jederzeit, ohne weitere Handgeräte, können wir überall auf dem Laufenden gehalten werden. Ermöglicht wird das durch die Entwicklung der LED-Kontaktlinsen, vor allem die grünen LEDs, wodurch die RGB-Projektion, quasi direkt auf die Netzhaut, ermöglicht wird. Mit der LED-Kontaktlinse wurde der Durchbruch für Augmented Reality geschaffen. Wir können, nach Bedarf, die reale Welt um eine nahezu unendliche Vielfalt an Informationen aus dem Netz erweitern, ohne dabei auf ein weiteres Gerät angewiesen zu sein.

Die Weiterentwicklung der RFID-Chips, vor allem was Datenschutz angeht, ermöglicht es, auch im technikskeptischen Deutschland, auf Portemonaies zu verzichten. Das Google Wallet macht es jetzt schon vor, 2031 wird nur noch mobil bezahlt, mit dem persönlichen RFID (2.0) Chip, der gleichzeitig auch als Personalausweis, Versicherungskarte, Telefon und vieles mehr fungiert.

Telefoniert wird über ein, dem Koch Lear Implantat ähnlichem, Implantat. Verbunden mit dem RFID Chip und den LED-Kontaktlinsen ist es möglich, nicht nur normal zu telefonieren. Auch Bildtelefonie oder Textnachrichten (werden diktiert) ist damit kein Problem. Soziale Netzwerke wie Google Plus oder Facebook sind keine große Frage mehr, alle sind, via RFID Chip im großen Netzwerk namens „World Online“ (Name kann abweichen) verbunden.

Auswirkungen:

Welche Folgen haben die von mir gesponnenen Entwicklungen wohl? Auch hier lehne ich mich erneut weit aus dem Fenster und wage meine Prognose:

Wir werden alle mit der Zeit lernen, mit der Informationsvielfalt umzugehen. Die Filter, sowohl die technischen, als auch die mentalen, werden immer besser und passen sich an. Gerade durch den Durchbruch der Augmented Reality verändert sich vieles. Wir werden keine Probleme mehr haben, uns in fremden Städten zurecht zu finden, da uns der Weg einfach auf den Bürgersteig oder die Straße projiziert wird. Durch die Verfügbarkeit aller Informationen zu den Produkten verändert sich nicht nur das Kaufverhalten, auch die Produzenten sind gezwungen, ihre Herstellungsmethoden zu überarbeiten.  Durch das „World Online“ Netzwerk ist es möglich, nicht nur die Menschen, die geographisch um einen herum leben kennen zu lernen, sondern Menschen global zu finden, die zum Beispiel die gleichen Themen interessant finden oder der gleichen Organisation angehören. Die Vor- und Nachteile dieser Möglichkeiten auszuformulieren, überlasse ich jedem selbst. Was den Datenschutz angeht, kann man bei „World Online“ einstellen, wieviele Informationen man mit wem teilen möchte, ähnlich der momentanen Entwicklung in sozialen Netzwerken.

Es wird weiterhin die Menschen geben, die fast alles aus ihrem Leben und Alltag mit der Welt teilen möchten und es wird auch die geben, die nur das Nötigste teilen. Wichtig ist, das beides möglich sein wird und beides vor allem akzeptiert wird.

Eine interessante Entwicklung wird das alles auf das Arbeitsleben haben. Man kann zum Beispiel bei sich im Wohnzimmer am Schreibtisch sitzen und frühstücken und im nächsten Moment wird, über Augmented Reality, der Arbeitsplatz über den Schreibtisch gelegt. Man sieht Mitarbeiter virtuell neben sich und kann bei Bedarf mit ihnen reden, als wären sie da (Holo-Deck lässt grüßen). Auch Konferenzen sind virtuell kein Problem. Grafiken werden direkt jedem Teilnehmer auf die eine freie Fläche im Sichtfeld projiziert. Per Handbewegung könnte man die Grafiken noch heranzoomen, drehen oder was auch immer. Das Home-Office ist jederzeit möglich, doch weil wir Menschen soziale Tiere sind, wird es immer noch Büros geben, für die, denen die virtuelle Büro-Atmosphäre nicht genügt.

Eine Entwicklung, die wir bereits jetzt bemerken und die von Gunter Dueck sehr schön auf der #rp11  umrissen wurde, ist die Notwendigkeit des Könnens. Wir müssen, um in der Arbeitswelt erfolgreich zu sein, nicht mehr nur Dinge wissen, sondern wir müssen sie können. Die Informationen sind schließlich überall und jederzeit verfügbar, schon heute informieren wir uns genau bevor wir ein Smartphone, Fernseher, Auto, sonstwas kaufen und bringen so manchen Kundenbetreuer im Laden damit in die Bredouille. 2031 sind wir keine Wissenden mehr, wir sind Könner. Und ich persönlich finde das gut so.

Zuletzt noch ein sehr interessantes Video von Keiichi Matsuda: Augmented City (3D)

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=_KnSzefUtHc]

Bildquelle: „Ausblick“ von Rainer

Ausblick


Social Learning – Was ist das eigentlich? Meine Idee davon

Imagine

Julian hat einmal wieder zu einer Blogparade aufgerufen: #solea11 – Social Learning. Und weil ich Julians Ideen oft sehr spannend finde und mich Daniel wieder einmal mit reingezogen hat (und jetzt seinen eigenen Beitrag auch online hat), stehe ich wohl unter Zugzwang. Wobei mich das Thema auch interessiert, selbst wenn ich persönlich keine genaue Ahnung habe, sondern hier mal meine ganz eigenen Ideen zu dem Thema niederschreiben und zur Diskussion stellen werde.

First things first: Was ist Social Learning?

Oder eher, was verstehe ich darunter? Wenn ich mich zurück an die Zeit erinnere, in der ich gelernt habe, muss ich gestehen, dass ich eher selten mit anderen gelernt habe. Während der Schulzeit waren die „Last-Minute-Lerngruppen“ in der Woche vor der Klausur wohl das, was ans Lernen am ehesten herankommt. Im Studium gab es manchmal Lerngruppen. Online-Tools kamen erst spät zum Einsatz und das meist auch nur sehr eingeschränkt. Damals, bei StudiVZ, hatten wir Lerngruppen, die auch Daniel bereits erwähnte, nur das wir uns damals zu Themen der Chemie austauschten…

Genug mit der Vergangenheit, wir halten einfach fest: Ich selbst habe wohl kaum Tools die man Social Learning zuordnen könnte verwendet. Aber mit meinem heutigen Wissen und Erfahrungen über die bestehenden Web-Tools würde ich Social Learning folgendermaßen definieren:

Social Learning ergänzt das traditionelle „Offline“-Lernen um die Online-Komponente. Die Lerngruppen müssen sich nicht mehr bei jemandem zu Hause oder in der Bibliothek treffen. Die Lehrmittel sind in der Cloud für die Klassen/Kurse/Seminare jederzeit online verfügbar. In Anlehnung an den Begriff „Social Web“ oder „Social Media“ verstehe ich Social Learning als die Ermöglichung der Vernetzung von Menschen mit dem Ziel, zu lernen oder zu lehren. Dazu werden auf verschiedenen Plattformen Tools angeboten, die einem die Chance geben, theoretisch alles online zu machen.

Welche Tools ich mir da vorstellen könnte?

Da gäbe es viele verschiedene Tools. Je nachdem was man machen möchte, kann man sich da welche rauspicken. Schulen und andere Lehranstalten bieten idealerweise auf ihrer Website einen guten Überblickt mit einem kurzen Tutorial über die wichtigsten Tools.

Über GoogleDocs können Gruppen gemeinsam an Referaten und Vorträgen arbeiten, sowie eine Wissensammlung aufbauen. Bilder, Videos, Präsentationen können in einem gemeinsamen Dropbox-Ordner abgespeichert werden, so dass jeder aus der Gruppe Zugriff auf die Daten hat. So arbeitet man stets auf der aktuellen Datei. Via Skype oder Google Hangouts können sich die Gruppenmitglieder auch direkt austauschen. Vor allem bei Hangouts kann über die Funktion des „Bildschirm teilens“ auch direkt eine Problemstelle gezeigt und besprochen werden. Die Tools sind alle vorhanden und noch viele mehr. Es kommt darauf an, sie einzusetzen.

Wie würde ich für eine Lehrinstitution Social Learning einführen?

Ich würde auf der Website eine eigene Rubrik haben, auf der alle wichtigen Informationen zu Social Learning vorhanden sind. Darunter verstehe ich eine kurze Einführung in die Idee hinter Social Learning und eine Sammlung der 10 wichtigsten Tools inkl. kurzer Erläuterung. Weiterhin würde ich für jeden Schüler bei den wichtigen Tools einen „Schüler-Account“ anlegen, also einen Account mit einer Schul-Emailadresse, die die Schüler haben sollten, über den sich die Kinder/Studenten/Lernenden anmelden können, so dass eine Anmelde-Hürde schonmal genommen wird.

Die Lehrenden müssen natürlich auch für die neuen Tools geschult werden und es sollten Möglichkeiten diese Tools in den Unterricht zu integrieren an die Hand gegeben werden. Und dann kommt es auf die Lehrer an. Für die Schüler empfehle ich eine Schulung in der 3. Klasse (wahllos ein Schuljahr ausgesucht), so dass sie möglichst früh schon an diese neue Art der Lehre herangeführt werden.

Doch hier sehe ich noch viel Aufklärungsarbeit. Vielleicht gar nicht mal so sehr an Schulen, wo die Referendare das Szepter für den Wandel (hoffentlich) selbst in die Hand nehmen, sondern viel eher an Hochschulen. Es gibt zwar schon lange diese Learning-Plattformen wie Stud.IP und Co. doch ist das eher so, wie die Foren im Vergleich zu den heutigen Social Networks und Co. Ich bin jedoch überzeugt, wenn man den Lehrenden und Lernenden den direkten Nutzen des Social Learnings aufzeigt, wie sie Zeit sparen können, multimedialer ihre Inhalte vermitteln können und somit letztlich die Schüler mehr lernen und die Lehrer direkter die Probleme der einzelnen Schüler nachvollziehen können.

Social Learning und Medienkompetenz gehören direkt zusammen

Es zeigt sich, dass vieles mit einer adequaten Medienkompetenz machbar ist. Da eine entsprechende Medienkompetenz jedoch bisher noch oft fehlt, ist es logisch, dass es noch einige Zeit bedarf, bis wir ein ähnliches Modell wie von mir beschrieben an vielen Lehranstalten antreffen werden. Ich biete mich hiermit (erneut) an, Lehrern eine kleine Schulung in diversen Tools und möglichen Einsatzmöglichkeiten zu geben. Und allen interessierten Lehrern empfehle ich Barcamps zum Thema Bildung/Ausbildung (EduCamps).

 

 

Bildquelle: Imagine (Danke dir Rainer!)

Der Netzofant ist da – Medienkompetenz für die Grundschule, nicht nur für Kinder!

 

 

 

 

 

 

„Medienkompetenz für Pänz“ – unter diesem Motto haben sich ein paar Engagierte Menschen zusammen getan und sich das Ziel gesetzt, Kindern im Grundschulalter ein grundlegendes Verständnis für Medien zu vermitteln: Der Netzofant war geboren. Doch nicht nur den Kindern, sondern vor allem auch deren Eltern und Lehrern! Und das finde ich sehr gut.

Wer öfters mein Blog liest (ich habe gehört, das soll vorkommen), weiß, dass ich mich immer wieder für eine bessere Vermittlung von Medienkompetenz einsetze. Daher war ich sehr begeistert, als ich Anfang der Woche auf den Netzofanten und seine Facebook-Seite gestoßen bin. Auch den Ansatz, zunächst an einer Schule zu starten und somit in einem Pilotprojekt Erfahrungen zu sammeln, sowohl auf Eltern/Lehrer Seite, als auch auf der Seite der Trainer und des gesamten Teams, erscheint mir sinnvoll.

In der heutigen Zeit kommen Kinder immer eher mit Medien in Berührung und verbringen auch einen immer größeren Teil ihres Tages damit, sie zu konsumieren. Meiner Meinung nach können auch Schulkinder deswegen nicht früh genug darauf vorbereitet werden, mit diesen Medien umzugehen. Ich erwarte jetzt keine twitternden oder facebookenden Kinder, auf keinen Fall! Das wäre irgendwie beängstigend. Ich hoffe einfach, dass die Kinder einordnen können, was sie da im Fernsehen gezeigt bekommen, wie man mit dem Internet umgehen kann, wie verlässlich das Internet ist und warum manche Sachen dort (und in anderen Medien) nicht so gut sind. Es geht hier ja zunächst um Grundlagen, vor allem in Bezug auf das Internet.

Ich hoffe, viele Eltern und Lehrer nehmen an diesem Projekt teil und lernen selbst noch viel. Ich wünsche dem Team des Netzofanten viele aufgeschlossene, interessierte und kompetente Ansprechpartner bei anderen Schulen, damit dieses Projekt vielleicht für die Region um Köln eine feste Institution wird und den glücklichen Grundschulkindern helfen kann, in unserer immer stärker vernetzten und medial begleiteten Welt zurecht zu kommen!

An alle anderen eine kleine Bitte: Klickt doch auf „Gefällt mir“ bei der Netzofanten-Seite und vielleicht startet ihr euer eigenes Medienkompetenz-Projekt bei euch in der Stadt?

 

Bildquelle: Mit freundlichem Einverständnis der Netzofanten! Danke 🙂