Personalised Product Placement – Der „next step“ in der Werbung?

Letzte Woche habe ich ein Show Reel für eine neue Werbe-Art gesehen, die mich ein wenig verstört hat. Ich nenne es einfach mal „personalised prodcut placement“, denn im Prinzip ist es genau das.

Hier das Video zu Mirriad:

Mirriad Reel 2min from mirriad on Vimeo.

Was geschieht hier? 

Wir alle kennen die Pre-Roll Ads bei YouTube, die mich unsäglich stören. Unterbrecherwerbung aus dem Fernsehen aufs Web übertragen. Mittlerweile kann man ja sogar die Werbung im TV überspringen, wenn man die richtige Hardware hat und die Werbepause nicht für ein Wiederauffüllen des Getränkes oder das Wegtragen des vorherigen Getränkes nutzen möchte.

Das blöde für die Werbetreibenden: Die Werbung erreicht die Zuschauer nicht mehr. Product Placement hat sich hier als Alternative schon sehr lange durchgesetzt. Doch nun wird anscheinend das nächste Kapitel der Werbegeschichte begonnen: Was MirriAd hier vorführt, richtet sich nicht nur an die Werbetreibenden, sondern auch an die Produzenten von Bewegtbildern. Denn mit der Technologie muss man sich nicht mehr zwingend an einen Product Placement Partner binden.

Man kann sowohl Ford, als auch Toyota „ins Boot“ holen. Denn mit MirriAd kann ich für die Zuschauer aus der Ford Zielgruppe den Ford zeigen und den Zuschauern der Toyota Zielgruppe den Toyota. Oder Pepsi und Coca Cola, um eine alte Rivalität zu nehmen.

Was bedeutet das langfristig?

Die technische Umsetzung finde ich spannend, doch was dies langfristig bedeutet, verstört mich etwas. Nehmen wir den sonntäglichen Tatort als Beispiel:

Viele Menschen schauen den Tatort am Sonntagabend und tauschen sich dazu fleissig auf Twitter, Facebook  und Co. aus. Eine häufig vorkommende Szene: Man sieht den Mörder (natürlich von hinten) vom Tatort fliehen, in einem Auto. Der Mord erfolgte eventuell im Affekt und die Tatwaffe war eine Bierflasche.

Nun sehen die Zuschauer aber plötzlich nicht mehr alle die Bierflasche der Marke X, sondern ein Teil der Zuschauer sieht die Marke Y und ein anderer Teil vielleicht sogar die Marke Z? Und das Auto ist nicht für alle ein Audi, andere sehen den Mercedes vielleicht und wieder andere sind vielleicht für Seat interessant?

Ihr merkt, worauf ich hinaus will. Was bedeutet diese Entwicklung langfristig? Personalised product placement? Ich finde es – wie Thomas Koch es so schön sagte – etwas „creepy“. Und ihr?