YouTube Netzwerke und Unternehmen

Zwei YouTube Netzwerke haben diese Woche für Neuigkeiten gesorgt. Das deutsche YouTube Netzwerk Mediakraft und das US Netzwerk Maker Studios. Die Neuigkeiten der YouTube Netzwerke könnten unterschiedlicher aber nicht sein: In den USA wurden die Maker Studios von Disney aufgekauft – immerhin für 500 Millionen US Dollar. In Deutschland hingegen werden zwei YouTube Channels des Netzwerkes Mediakraft – Y-TITTY und Daruum – wegen des Vorwurfs der Schleichwerbung nun von der Bezirksregierung Mittelfranken überprüft.

Was sind YouTube Netzwerke überhaupt?

YouTube als Videohosting Plattform ist den meisten ein Begriff und auch, dass die Nutzer der Plattform meist als „YouTuber“ bezeichnet werden. Mit den steigenden Nutzerzahlen und vor allem auch einer stärkeren Professionalisierung der YouTuber haben sich nach und nach YouTuber gefunden, die meist thematisch ähnliche Videos machen. Sie haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam schneller erfolgreich zu werden.

In den USA haben YouTube Netzwerke wie Machinima oder eben Maker Studios sogar Venture Capital im zweistelligen Millionen Bereich für sich sichern können. Aber auch in Deutschland konnten sich manche Netzwerke bereits siebenstellige Beträge sichern. Dabei übernehmen die Netzwerke für die Youtuber wichtige Aufgaben, wie das Entdecken und Fördern von neuen Talenten auf YouTube. Die Bündelung der Reichweite mehrerer Kanäle und vor allem, die Vermarktung dieser Reichweite. Aber auch die Promotion und Pressearbeit für die YouTuber wird häufig von den Netzwerken übernommen.

Unternehmen erkennen YouTuber und YouTube Netzwerke für sich

Doch beide News, ob der Kauf der Maker Studios oder die Prüfung des Mediakraft Netzwerkes, zeigen sehr deutlich, dass die Unternehmen YouTuber und YouTube Netzwerke für sich und ihre Produkte entdeckt haben.

Maker Studios Logo

Der Kauf der Maker Studios durch Disney ist größtenteils der Tatsache geschuldet, dass Disney in den letzten Jahren sehr starke Probleme hatte, einen erfolgreichen Weg in das Online Business zu finden. Währenddessen haben sich YouTube Netzwerke wie Maker Studios – zu denen auch der sehr erfolgreiche YouTuber PewDiePie  gehört – eine sehr große Zuschauerschaft aufbauen können. Vor allem in der jüngeren Zielgruppe.

Laut comScore haben in den USA im Januar 25,79 Millionen User durchschnittlich 63,4 Minuten Videos des YouTube Netzwerkes Maker Studios gesehen. Im Vergleich dazu hat der Musikvideo Dienst Vevo 36,08 Millionen User im Januar begeistern können. Diese sahen aber durchschnittlich nur 48,8 Minuten Videos.

Doch müssen wir für den Erfolg von YouTubern schon lange nicht mehr über den Atlantik lunzen, denn auch in Deutschland haben sich immer mehr YouTuber erfolgreich positionieren können. Mit verschiedenen Genres haben sich mehrere Netzwerke auch in Deutschland gebildet. Ein paar Netzwerke sind:

  • IDG Germany
  • MediakraftNetworks
  • AggroTV
  • kbshowTV

Ob Musik, Comedy oder Gaming, die meisten Netzwerke haben Schwerpunkte in einem Bereich und bestehen aus vielen einzelnen YouTubern und YouTube Channels. Und die YouTube Netzwerke in Deutschland haben ein professionelles Niveau erreicht, was die Vermarktung der YouTuber angeht, das sich sehen lassen kann – eigentlich.

Nach Anfragen bei Netzwerken wird man häufig mit umfassendem Informationsmaterial zu den einzelnen YouTube Channels versorgt, die für die Anfrage relevant sein könnten. Die Zahlen sind für einige YouTube Channels sehr beeindruckend und lassen selbst Sendungen wie Wetten Dass…? manchmal alt aussehen (in mehr als einer Art).

Reichweite hat ihren Preis

Laut SWR Report ruft Mediakraft für Kooperationen mit den YouTube Channels Y-TITTY oder Daruum beispielsweise einen TKP von 80,00 Euro auf. Bei einer garantierten Reichweite eines Videos von Y-TITTY von 650.000 Views kommt da ein Betrag von 52.000€ Brutto für ein Video zusammen. Dafür erhält man aber auch ein Konzept von den YouTubern, wie das Produkt in einem Video präsentiert werden kann und die anschließende Umsetzung der Idee.

Dass von YouTubern mittlerweile solche Preise aufgerufen werden, zeigt auch, dass mittlerweile Unternehmen erkannt haben, welche Reichweite sich YouTube Channels aufgebaut haben. Es müssen nicht immer so große Budgets wie bei Y-TITTY sein, es geht natürlich auch schon kleiner, aber auch junge YouTuber mit einer Reichweite die weit unter den garantierten 650.000 Views liegt, rufen bereits Preise auf, die sich eher im 4-stelligen Bereich bewegen. Dafür erhalten Unternehmen meistens eine für die Zuschauer natürlich wirkende Präsentation ihres Produktes in den Videos der YouTuber.

Die Bezirksregierung Mittelfranken wird nun prüfen, ob diese Art der Produktpräsentation auch in einer Form stattgefunden hat, die der Schleichwerbung gleichzusetzen ist, was gegen §3 und §4 UWG verstoßen würde.