Ingress – wie Google mit einem Spiel User freiwillig Daten sammeln lässt

Gerade eben bekam ich meine Freischaltung für das neue Spiel von Google: Ingress. Für alle, die nicht wissen, was das ist, schaut euch diesen Trailer an:

Der Anfang des Spiels, nach der Installation hat mich schon begeistert, aber dann wurde mir klar, wie genial Google eigentlich ist. Lasst es mich erklären:

Google hat ein kleines Problem: Nokia hat vor kurzem eine „Turn-by-turn“ Navigation für Fußgänger angekündigt und es ist wahr, Nokias Navigationsprogramm auf den Lumia-Geräten ist sehr sehr gut. Doch Google möchte nachziehen, eine Navigation für Fußgänger ist wirklich interessant und ein Markt, den Google nicht unbeachtet lassen kann.

Doch um eine solche Navigation zu ermöglichen, benötigt Google Daten. Viele Daten. GPS-Daten, Bilder, Videos, und und und. Daten sind für Google immens wichtig. Und gerade jetzt, wo Google solche Daten benötigt, kommt dieses Spiel heraus: Ingress. Ziel des Spiels ist es, dass die Spieler mit ihrem (GPS aktiven!) Smartphone virtuelle „Energie“ einsammelt und sogenannte „Portale“ besuchen, die hauptsächlich an öffentlich Kunststätten, Büchereien oder anderen Sehenswürdigkeiten, die draussen sind, befinden. Kurzum: Eine Aktivität draussen ist eines der Hauptziele dieses Spiels!

Man trägt also ein Smartphone mit aktivem GPS, einer Kamera und einem Beschleunigungssensor bei sich und folgt den Anweisungen des Spiels. Die Daten, die für das Spiel benötigt werden, werden natürlich gespeichert. Der Spieler bewegt sich meist zu Fuß durch die Stadt (oder Städte) und sammelt Energie und besucht Portale… Merkt ihr was?

Ich habe das Spiel gerade erst angetestet, aber es würde mich nicht wundern, wenn man später auch geo-getaggte Bilder machen muss, um Missionen zu erzielen. Von sogenannten Portalen. Und ich würde es machen. Denn das Spieldesign gefällt mir nach 10 Minuten schon so gut und ich finde es spannend, dass ich es machen wollen würde.

Google schafft es also, eine Unmenge an Menschen freiwillig dazu zu bringen, eine Art GPS Fußgänger-Armee zu sein und Daten zu sammeln, ohne dass sie es als Arbeit ansehen. Sie MÖCHTEN es machen. Weil es Spaß macht. Es ist ein Spiel. Und wie es mir im Moment erscheint, ein gutes Spiel, dass Google benutzt, um Daten zu sammeln.

Das ist noch besser als das SETI Projekt. Und dafür muss ich sagen: Respekt Google. Ich finde das gut. Jetzt müsste ich nur noch einmal die Terms & Conditions ins kleinste Detail lesen, um zu erfahren, ob ihr das auch alles kommuniziert, was ihr machen könntet mit den Daten 🙂

7 Antworten auf „Ingress – wie Google mit einem Spiel User freiwillig Daten sammeln lässt“

  1. Reblogged this on raum441 und kommentierte:
    Echtzeit-reality-gaming von Google mit Eigennutz. Endlich, viel zu viele Fuß- und Radwege stehen zur Routenplanung nicht zur Verfügung. Bin gespannt, was da alles zu Portalen auserkoren wird, und wann ich das erste mal jemanden definitiv beim Spielen erkenne.

  2. Nicht „später“. Bereits jetzt kann (und soll) man neue Portale melden. Und das funktioniert mit GPS-Getaggten Bildern. Einfach Foto schiessen und an Ingress „Sharen“ 🙂

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