Social Learning – Was ist das eigentlich? Meine Idee davon

Julian hat einmal wieder zu einer Blogparade aufgerufen: #solea11 – Social Learning. Und weil ich Julians Ideen oft sehr spannend finde und mich Daniel wieder einmal mit reingezogen hat (und jetzt seinen eigenen Beitrag auch online hat), stehe ich wohl unter Zugzwang. Wobei mich das Thema auch interessiert, selbst wenn ich persönlich keine genaue Ahnung habe, sondern hier mal meine ganz eigenen Ideen zu dem Thema niederschreiben und zur Diskussion stellen werde.

First things first: Was ist Social Learning?

Oder eher, was verstehe ich darunter? Wenn ich mich zurück an die Zeit erinnere, in der ich gelernt habe, muss ich gestehen, dass ich eher selten mit anderen gelernt habe. Während der Schulzeit waren die „Last-Minute-Lerngruppen“ in der Woche vor der Klausur wohl das, was ans Lernen am ehesten herankommt. Im Studium gab es manchmal Lerngruppen. Online-Tools kamen erst spät zum Einsatz und das meist auch nur sehr eingeschränkt. Damals, bei StudiVZ, hatten wir Lerngruppen, die auch Daniel bereits erwähnte, nur das wir uns damals zu Themen der Chemie austauschten…

Genug mit der Vergangenheit, wir halten einfach fest: Ich selbst habe wohl kaum Tools die man Social Learning zuordnen könnte verwendet. Aber mit meinem heutigen Wissen und Erfahrungen über die bestehenden Web-Tools würde ich Social Learning folgendermaßen definieren:

Social Learning ergänzt das traditionelle „Offline“-Lernen um die Online-Komponente. Die Lerngruppen müssen sich nicht mehr bei jemandem zu Hause oder in der Bibliothek treffen. Die Lehrmittel sind in der Cloud für die Klassen/Kurse/Seminare jederzeit online verfügbar. In Anlehnung an den Begriff „Social Web“ oder „Social Media“ verstehe ich Social Learning als die Ermöglichung der Vernetzung von Menschen mit dem Ziel, zu lernen oder zu lehren. Dazu werden auf verschiedenen Plattformen Tools angeboten, die einem die Chance geben, theoretisch alles online zu machen.

Welche Tools ich mir da vorstellen könnte?

Da gäbe es viele verschiedene Tools. Je nachdem was man machen möchte, kann man sich da welche rauspicken. Schulen und andere Lehranstalten bieten idealerweise auf ihrer Website einen guten Überblickt mit einem kurzen Tutorial über die wichtigsten Tools.

Über GoogleDocs können Gruppen gemeinsam an Referaten und Vorträgen arbeiten, sowie eine Wissensammlung aufbauen. Bilder, Videos, Präsentationen können in einem gemeinsamen Dropbox-Ordner abgespeichert werden, so dass jeder aus der Gruppe Zugriff auf die Daten hat. So arbeitet man stets auf der aktuellen Datei. Via Skype oder Google Hangouts können sich die Gruppenmitglieder auch direkt austauschen. Vor allem bei Hangouts kann über die Funktion des „Bildschirm teilens“ auch direkt eine Problemstelle gezeigt und besprochen werden. Die Tools sind alle vorhanden und noch viele mehr. Es kommt darauf an, sie einzusetzen.

Wie würde ich für eine Lehrinstitution Social Learning einführen?

Ich würde auf der Website eine eigene Rubrik haben, auf der alle wichtigen Informationen zu Social Learning vorhanden sind. Darunter verstehe ich eine kurze Einführung in die Idee hinter Social Learning und eine Sammlung der 10 wichtigsten Tools inkl. kurzer Erläuterung. Weiterhin würde ich für jeden Schüler bei den wichtigen Tools einen „Schüler-Account“ anlegen, also einen Account mit einer Schul-Emailadresse, die die Schüler haben sollten, über den sich die Kinder/Studenten/Lernenden anmelden können, so dass eine Anmelde-Hürde schonmal genommen wird.

Die Lehrenden müssen natürlich auch für die neuen Tools geschult werden und es sollten Möglichkeiten diese Tools in den Unterricht zu integrieren an die Hand gegeben werden. Und dann kommt es auf die Lehrer an. Für die Schüler empfehle ich eine Schulung in der 3. Klasse (wahllos ein Schuljahr ausgesucht), so dass sie möglichst früh schon an diese neue Art der Lehre herangeführt werden.

Doch hier sehe ich noch viel Aufklärungsarbeit. Vielleicht gar nicht mal so sehr an Schulen, wo die Referendare das Szepter für den Wandel (hoffentlich) selbst in die Hand nehmen, sondern viel eher an Hochschulen. Es gibt zwar schon lange diese Learning-Plattformen wie Stud.IP und Co. doch ist das eher so, wie die Foren im Vergleich zu den heutigen Social Networks und Co. Ich bin jedoch überzeugt, wenn man den Lehrenden und Lernenden den direkten Nutzen des Social Learnings aufzeigt, wie sie Zeit sparen können, multimedialer ihre Inhalte vermitteln können und somit letztlich die Schüler mehr lernen und die Lehrer direkter die Probleme der einzelnen Schüler nachvollziehen können.

Social Learning und Medienkompetenz gehören direkt zusammen

Es zeigt sich, dass vieles mit einer adequaten Medienkompetenz machbar ist. Da eine entsprechende Medienkompetenz jedoch bisher noch oft fehlt, ist es logisch, dass es noch einige Zeit bedarf, bis wir ein ähnliches Modell wie von mir beschrieben an vielen Lehranstalten antreffen werden. Ich biete mich hiermit (erneut) an, Lehrern eine kleine Schulung in diversen Tools und möglichen Einsatzmöglichkeiten zu geben. Und allen interessierten Lehrern empfehle ich Barcamps zum Thema Bildung/Ausbildung (EduCamps).

 

 

Bildquelle: Imagine (Danke dir Rainer!)