Aufklärungsarbeit ist ein Anfang

Am 19.08.2010 findet hier in Lingen ein Informationsabend „Soziale Netzwerke und minderjährige Nutze“ statt. Mit Unterstützung des Stadtelternrates Lingen sollen „interessierte Eltern“ umfassend über soziale Netzwerke aufgeklärt werden.

Hierzu sollen drei Vorträge einen Eindruck der Welt in sozialen Netzwerken vermitteln. Interessant finde ich den Vortrag eines Medienpädagogen zur Mediennutzung bei Kindern und Jugendlichen.

Dann wird anhand eines regionalen Netzwerkes gezeigt, wie soziale Netzwerke aufgebaut sind und funktionieren.

Zuletzt wird dann vom Präventionsteam der örtlichen Polizei noch aufgeklärt, ob soziale Netzwerke gefährlich sind.

Ich werde auf jeden Fall zu diesem Informationsabend gehen, auch wenn ich keine Kinder besitze, von denen ich weiß. Vielmehr möchte ich wissen, wie sachlich mit dem von Politikern gerne etwas weniger sachlich behandelten Thema umgegangen wird.

Aufklärung der Eltern halte ich für sehr wichtig, jedoch ist dies nur ein Teil einer längeren Kette hin zu einem besseren Medienverständnis, oder einer Medienkompetenz vor allem für die Jugend, aber auch für die Erwachsenen.

Ich halte es für wichtig und notwendig, dass an deutschen Schulen der Umgang mit den Neuen Medien (ebenso wie mit den klassischen Medien) gelehrt wird. In dem Beitrag auf Netzwertig.com wird bereits ein fiktiver Lehrplan vorgestellt, dem ich nichts hinzuzufügen habe.

Ein Problem jedoch muss im Moment angegangen werden: Die wenigsten Pädagogen besitzen selbst eine ausreichende Medienkompetenz, um diese an Schüler weitervermitteln zu können. Und angehende Pädagogen wiederum haben selten Dozenten, die diese vermitteln können. Es handelt sich also um ein strukturelles Problem, welches nicht von jetzt auf gleich gelöst werden kann. Ich denke die Erweiterung des Studiums von Pädagogen um Medienkompetenzvermittlung ist sinnvoll und wird hoffentlich bald kommen. Bis dahin aber könnte man an Schulen vorerst mit externen Spezialisten arbeiten.

Was ich meine ist, dass Kommunikationsprofis, die sich im Social Web auskennen und auch die klassischen Medien kennen, gemeinsam mit Pädagogen einer Schule einen Lehrplan erarbeiten könnten, um den Schülern diese vielgeforderte Medienkompetenz zu vermitteln. Durch Schulungen des Lehrpersonals, bzw. einiger ausgesuchter Lehrer, könnte dann die Schule nach und nach selbst für die Vermittlung der Medienkompetenz sorgen. Zu Beginn würde noch mit den Kommunikationsprofis zusammengearbeitet.

Durch diese Kooperation könnte der Pädagogische Anspruch mit dem differenzierten Wissen zum Social Web kombiniert werden. So könnte eine übervorsichtige Panikmacherei vermieden werden, ebenso wie Vorträge von Profis, die von den Schülern schlichtweg nicht verstanden werden.

Ich werde mir morgen wie bereits gesagt, diesen Informationsabend ansehen und gegebenenfalls auf übertrieben Panikmache hinweisen. Vielleicht könnte hier in Lingen ja ein Projekt mit einer Schule gestartet werden, ich fände die Möglichkeit sehr interessant.

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